"Gehst du nach Hause Victor?" flüsterte der Wind ihm zu, als Alain ihn beobachtete wie er nach Hause fuhr. Er erhob sich und lief gemächlich über die Häuser hinter ihm her. Die Hände in den Manteltaschen vergraben.



Victor hatte die flüsternde Stimme gehört und trat auf die Bremse, wurde langsamer. "Nein...wie kommst du nur darauf, Alain? Ich liebe es, nachts durch die Gegend zu fahren, mir dämliche Fragen anzuhören und Spielchen zu spielen..." seine Stimme triefte vor Sarkasmus. "Was kümmert dich das überhaupt? Solltest du nicht schon längst mit Kevin vögeln? " Er trat wieder in die Pedale, beschleunigte sein Tempo. Er wollte nach Hause...für heute hatte er die Nase voll.



"Habe ich mein Lieber, aber er hat mich gelangweilt....außerdem ist jetzt nichts mehr mit ihm anzufangen." stellte er bedauernd fest und hockte sich auf den Sims von Victors Haus. Beobachtete ihn lächelnd.



Victor hörte es und wurde wieder langsamer. "Er hat dich also gelangweilt.....da bist du aber der Erste, der das sagt. Die anderen Gäste, die ihn abgeschleppt haben, waren immer mehr als begeistert. Bist wohl ziemlich anspruchsvoll, wie? Oder stehst eher auf die perversen Spielchen? Na, ist mir doch scheißegal." Victors Stimme triefte nur so vor Sarkasmus und Ärger. Er beschleunigte wieder und stand wenige Minuten später vor seinem Haus. Er stellte sein Fahrrad ab, lief hinauf und betrat seine Wohnung, schmiss seinen Schlüssel und Geldbeutel auf den Tisch und verschwand erst mal unter der Dusche. Irgendwie hatte er schlechte Laune...und wusste nicht einmal, wieso. Als er mit Duschen fertig war, wickelte er sich ein Handtuch um die Hüften, holte sich in der Küche was zu trinken und stellte sich auf seinen Balkon....er sah auf die Straße hinunter und hing seinen Gedanken nach, die sich um Alain drehten und ihn mehr als verwirrten.



Alain trat aus dem Schlafzimmer in die Küche und öffnete den Kühlschrank, inspizierte ihn. "Sag mal, hast du nicht zufällig was blutiges im Haus?" fragte er über die Schulter und klappte die Kühlschranktür zu.



Victor fuhr herum, als er die Stimme hörte und ging hinein. Er entdeckte Alain in seiner Küche. "Sag mal, wer hat dich denn eingeladen? Und vor allem, wie bist du reingekommen?" Stirnrunzelnd betrachtete er ihn. "Solltest du nicht da draußen sein und dir ein oder zwei süße Jungs für dein Bett suchen?" Victor drehte sich herum und verließ die Küche wieder, ging ins Wohnzimmer und setzte sich auf seinen Sessel. Er fragte sich, was er da eigentlich geredet hatte....sollte dieser dämliche Kev tatsächlich Recht gehabt haben? War er eifersüchtig? Alains Frage fiel ihm ein und er meinte lapidar: "Ich esse im Hotel...das einzige Blutige in dieser Wohnung bin ich."



"Durchs Fenster, mon cherie." lächelte er und folgte ihm, ließ sich auf der Couch nieder. "Du bist das einzige." er leckte sich die Lippen. "Darf ich von dir kosten?" fragte er schnurrend und beugte sich vor.



Victor sah ihn genervt an: "Ja...sicher....tu, was du nicht lassen kannst. Und außerdem bin ich nicht dein cherie......spar dir diese Anrede für den lieben Kevin auf.." Seine Augen blitzten und er trank sein Glas leer, um es mit Schwung auf den Couchtisch zu schmettern.



Alain lachte. "Mon cherie, Kevin interessiert mich nicht." schnurrte er und erhob sich, ließ die Fingerspitzen über den Couchtisch streichen, während er auf Victor zulief. "Du bist es, den ich will. Du bist es den ich mir auserwählt habe." er strich mit den Fingerspitzen über Victors Brust, kratzte urplötzlich mit langen Fingernägeln über die Haut und betrachtete die rubinroten Blutstropfen die hervortraten. "Wie wunderschön." Schnurrte er.



"Ich bin also dein Auserwählter....wie schön.." Victor beobachtete Alain, der auf ihn zukam. Urplötzlich spürte er ein leichtes Brennen auf seiner Brust und sah die Schramme, die seine Fingernägel hinterlassen hatten. "Sag mal, geht's noch? " Victor nahm seinen Finger, wischte über die Wunde und leckte ihn ab. "Alain.....du hast ganz eindeutig einen Knall."



Alain beobachtete ihn dabei. "Ja, leck es ab. Das Blut, Quell des Lebens." Alains Augen waren hell geworden, fast durchsichtig und seine Pupillen hatten sich erweitert. Er ging vor Victor in die Knie, stützte seine Hände auf den Lehnen ab und leckte über die Schramme, nahm das Blut auf und knurrte leise dabei.



Victor sah ihn überrascht an, die Euphorie, die Alain an den Tag legte, war ihm nicht geheuer. Ganz kurz nur überlegte er, ob an dem ganzen Gerede, das sie seit zwei Tagen führten, nicht doch etwas dran war...der Gedanke allerdings verpuffte im Nichts, als sich der Franzose vor ihm auf die Knie niederließ und ihm über die Wunde leckte. Victor bog den Kopf in den Nacken und schloss die Augen...die Berührung verursachte ihm eine Gänsehaut......sie war erotisch.....ja, das war das richtige Wort. Noch nie in seinem Leben hatte er so etwas gefühlt......ein Kribbeln breitete sich in seinem Magen aus und strahlte direkt in seinen Unterleib. "Was tust du....Alain?" flüsterte Victor leise, seine Stimme klang belegt.



Alains kühle Finger glitten erneut über Victors Brust, strich die ausgeprägte Konturen nach, strich über den flachen muskulösen Bauch. Nur ganz leicht kratzten seine Fingernägel über die warme Haut. "Ich mache dich mir zu eigen." seine Stimme klang merkwürdig dunkel und grollend. Er beugte sich vor und neckte eine Brustwarze mit seiner Zungenspitze, während seine Hand seinen Bauch streichelte.



Victor öffnete die Augen und sah an die Decke. Was sollte das werden? Aber es fühlte sich gut an und als Alain seine Brustwarze mit der Zungenspitze berührte, kam er nicht umhin, leise zu stöhnen. "Du willst mich dir zu eigen machen....ich will aber niemandem gehören" keuchte er leise und suchte mit seiner Hand nach Alain, streichelte seinen Nacken. Er hasste die Berührungen, sie machten ihn schwach... und gleichzeitig verzehrte er sich nach ihnen und zwar so sehr, das es ihn beinahe schwindelig machte.



"Du wirst. Du wirst mir gehören, ganz allein...ganz allein mir." raunte er und biss in den hart gewordenen Nippel, saugte daran. Seine Hand erwärmte sich unter der Hitze des erregten Körpers.



Victor stöhnte leise und hob sich Alains Mund entgegen. Er schloss die Augen, biss sich leicht auf die Unterlippe, vergrub seine Hand in seinem Haar. "Warum ich?" keuchte er nach einer Weile leise. "Du kannst jeden haben, warum mich? Ich glaube nicht an die Dinge, die du glaubst.."



"Weil ich dich mir ausgesucht habe." raunte er und kratzte erneut über die Wunde, stoppte den Heilungsprozess, als die Wunde bereits begann sich wider zu schließen. Gierig saugte er sich an der Wunde fest, und verzog seine blutigen Lippen zu einem lächeln. "Genau deswegen, Victor...ich werde es dir zeigen. Die dunkle Seite.....du wirst ein Kind der Nacht werden, mein Kind....mein Kind der Verdammnis." seine Fingerspitzen strichen über seine
Brust, zwickten in die harten Nippel.



"Alain..." stöhnte Victor laut.......da war es wieder, dieses wahnsinnige Gefühl, als der Franzose an seiner Wunde saugte, das alle seine Gedanken im Nichts verschwimmen ließ und das Unbehagen, das ihn bei Alains Worten beschlichen hatte, überdeckte. Der Franzose bewegte sich Victors Meinung nach auf einem Pfad, der geradewegs in den Wahnsinn führte.....aber seine Berührungen verschafften Victor solche Lust, das er mit Erschrecken feststellte, das er ihm auf diesem Pfad folgen wollte. Scheiß drauf...wenn sich Wahnsinn so anfühlte, dann wollte er davon kosten......er stöhnte erneut laut auf, als Alain ihn berührte.



Der Vampir grinste, bald war es geschafft und Victor würde ihm gehören. Er beugte sich vor und biss in die Wunde, saugte erneut an ihr. "Dein Blut schmeckt so gut." keuchte er und kratzte mit den Fingernägel über Victors Oberkörper. "Ich will dich Victor....nur dich allein." seine Finger hielten an dem Handtuch an, strichen über seine Oberschenkel, schlüpften darunter und strich über die empfindliche Innenseite zurück.



Victor fühlte, wie das Blut durch seine Adern raste, sich in seinem Glied sammelte und es sich aufrichten ließ. Er keuchte, als er Alains Finger in seinem intimeren Regionen spürte und er musste vor sich zugeben, das er mit Veronika noch nie solche Lust empfunden hatte. "Ich glaube..." stöhnte er abgehackt und bog erneut den Kopf in den Nacken.. "ich will dich mittlerweile auch."



Alain grinste wild, er erhob sich, beugte sich über ihn und küsste ihn stürmisch, ließ ihn von seinem eigenen Blut kosten. Fahrig strich er seine Konturen nach, nahm das Handtuch und riss es ihm von den Lenden.



Victor erwiderte den Kuss hungrig, mittlerweile hatte er alle Bedenken über Bord geworfen......er wollte den Franzosen spüren, wollte mehr von dieser sonderbaren Lust, die er in ihm auslöste. Er leckte sich die Lippen, als er sich von ihm löste, dieser metallische Geschmack von Blut war irgendwie seltsam und doch erregend. Ein ersticktes Keuchen entwich ihm, als Alain das Handtuch von seinen Hüften riss...er vergrub seine Hände in seinem Haar und ließ sie dann langsam und fast zögernd über Alains Körper gleiten.



Alain küsste ihn abermals, zog ihn hoch, umschlang ihn und drängte ihn rückwärts ins Schlafzimmer. Dort schmiss er ihn aufs Bett und beugte sich über ihn, kleine Bisse auf seinem Oberkörper verteilend. "Ich will dich....ich will dich...." raunte er immer wieder.



"Und ich will dich..." keuchte Victor erstickt, griff nach ihm und zog ihn zu sich, um ihn hungrig zu küssen, seine Zunge in seinen Mund eindringen zu lassen. Es war wie ein Fieber, ein Rausch......die Lust jagte durch seinen Körper und ließ ihn zittern, jeder einzelne Biss von Alain schien ein kleines Feuerwerk in seinem Innern zu zünden. Victor begann an Alains Hemd zu zerren, er wollte seine Haut spüren, wollte ihn ansehen.



Alain schälte sich ungeduldig aus dem Hemd, wollte die warme Haut des Menschen auf seiner kalten spüren, wollte von ihr erwärmt werden. Gierig erwiderte er den Kuss und rieb seine nackten Oberkörper an Victors.



Victor war für einen kurzen Moment irritiert, Alain fühlte sich kalt an....aber er war mittlerweile so erregt, das er nicht mehr weiter darüber nachdachte.....sein Blut kochte in seinen Adern und er hatte Hitze für zwei. Er drückte sich an ihn, strich ihm mit fahrigen Bewegungen über den Rücken, öffnete die Augen und sah ihn an, unverhohlene Begierde sprach aus seinem Blick.

Alain sah ihn an, grinste wild. "Du bist wunderschön, Victor....und du wirst mir gehören." seine kühlen Fingerspitzen strichen über seine blutigen Lippen. "Diese Farbe steht dir." schnurrte er und dirigierte einen Oberschenkel zwischen die Beinen des dunkelhaarigen und begann sich an ihm zu reiben. Erneut beugte er sich über ihn, küsste ihn gierig, ließ seine Zunge in seiner Mundhöhle versinken und berauschte sich an seinem Geschmack.
Victor stöhnte und drängte sich Alains Oberschenkel entgegen....seine Erektion schien ihn beinahe umzubringen, noch nie in seinem Leben hatte er so intensiv gefühlt wie im Moment. Es schien, als wären alle seine Sinne wacher, schärfer. Seine Haut reagierte empfindlicher auf Alains Berührungen, als sie es jemals bei Vroni getan hatte. Seine Stimme schien weit weg und doch ganz nah, es war, als würde der Franzose direkt in seinem Kopf sitzen......und nach einer ganzen Weile drang der Sinn seiner Worte in seinen Verstand ein. "Du wirst mich besitzen, Alain..." schnurrte er atemlos und immer wieder von leisem Stöhnen unterbrochen. "Aber ich werde dir nicht gehören......." Seine Hände wanderten über seinen Rücken, strichen über seinen Hinter nach vorne, um über seinen Schritt zu reiben, während er den Kuss hungrig erwiderte.



"Doch wirst du, mein hübsches Kind." wisperte er und leckte ihm über die Ohrmuschel. Fahrig nestelte er an seiner Hose, streifte sie ab und drängte sich nun ganz zwischen Victors Beine, rieb sich aufreizend an ihm. Er leckte abermals über seine Wunde, leckte das Blut von seiner Brust und knurrte abermals. "Ich werde dich beißen." wisperte er. Er fuhr mit den Händen über Victors Hüfte, seine Oberschenkel und stellte sie an.



"So...wirst du das..." keuchte Victor zwischen zwei langgezogenen Seufzern. Mittlerweile war er beinahe nicht mehr fähig, Sätze zu bilden, die Lust raubte ihm Verstand und Stimme. Alains Körper, seine Hände...all das brachte seinen Unterleib zum toben. Er hatte das Gefühl, noch niemals so begehrt zu haben wie jetzt....all seinen anderen Erlebnisse konnten sich nicht mit diesem hier messen. Das der Franzose eine ausgemachte Psychose hatte, war ihm in diesem Moment völlig egal, er wollte, das er mit ihm vögelte...mehr als alles andere auf der Welt. Victor drängte sich ihm entgegen, fuhr mit den Fingerspitzen über seine Brust, spielte an Alains Brustwarzen......glitt dann tiefer und umfasste seine Erregung, um mit leichtem Druck auf und ab zu reiben.



Alain knurrte lauter, Victor machte ihn rasend vor Lust. Selten begehrte er jemanden so sehr. Immer war es die sexuelle Lust gewesen die gestillt werden wollte, aber hier, hier war es mehr als nur die pure Fleischeslust, Alain hatte sich ihn auserwählt. Er schob Victor seinen Mittelfinger in den Mund, spielte mit seiner Zunge, zog ihn zurück und ließ ihn zwischen dessen Beinen verschwinden um sich vorsichtig in den Muskelring zu schieben.



Victor öffnete die Augen und sah ihn an, seine eigenen Augen waren dunkel, spiegelten die Lust wider, die er empfand. Das Alain knurrte, törnte ihn an, es ließ einen Schauer nach dem anderen seinen Rücken hinabjagen. Willig saugte er an seinem Finger, umschmeichelte ihn mit der Zunge, um dann laut aufzuschreien, als Alain mit diesem in ihn eindrang. Schmerz und Lust umwarben sich und Victor wusste zuerst nicht, welchem er nachgeben sollte. Langsam gewann die Lust die Oberhand, ließ ihn stöhnen und sich ihm zögernd entgegendrängen, der Schmerz geriet in Vergessenheit. Victor bog den Kopf in den Nacken, biss sich auf die Unterlippe, um nicht lauthals seine Lust hinauszuschreien...diesen Triumph wollte er dem Franzosen nicht gönnen, obwohl er schon längst wusste, das er geschlagen...erobert worden war.



Alain weitete ihn, schob irgendwann einen zweiten Finger in ihn und grinste. Wie schwach die Menschen doch waren, konnte man sie nicht mit Geld oder Macht verlocken, war es die Fleischeslust die sie verführte. Er knabberte an Victors Hals, spürte wie seine Eckzähne länger wurden, wuchsen. Bald, bald war es soweit. Alain befand ihn für bereit, zog seine Finger zurück und drang genüsslich stöhnend in ihn ein. Kurz nur verharrte er um gleich darauf tief in ihn zu stoßen.





Victor legte den Kopf zur Seite, um Alain besseren Zugang zu seinem Hals zu gewähren......die Knabberei an seinem Hals fühlte sich einfach nur geil an. Ganz kurz schoss ihm erneut der Dialog der Nacht zuvor durch den Kopf...dieser seltsame Traum, den er gehabt hatte, er versteifte sich kurz, um sich sofort wieder zu entspannen, als Alain ihn berührte. Der Gedanke wurde in den Hintergrund verbannt und verpuffte schließlich ganz, als Alain ihn nahm. Ein leiser Schrei entwich ihm, das Druckgefühl war um einiges größer und unangenehmer und er schrie erneut auf, als der Franzose tief in ihn stieß. Nach und nach steigerte sich das Lustgefühl und Victor begann, Alains Bewegungen zu erwidern.



Alain begann, als Victor ihm entgegenkam, sich noch härter zu bewegen. Er knurrte lauter und ließ seine Zähne aufblitzen, biss in Victors Hals und schloss die Augen. Wie lieblicher Wein rann Victors warmes Blut seine Kehle hinab, er sah Bruchstücke seines Lebens an seinem inneren Auge vorbeiziehen, nahm ein Stück seiner Seele in sich auf, so wie ein Stück von ihm auf Victor überging. Das war das geilste an der Paarung, während des Aktes verschmolz man zu einer Person. Alain trank gierig, wie von Drogen berauscht.



Victor hatte die Augen geschlossen, sich in Alains Schultern gekrallt und genoss die Lust, die in Wellen durch seinen Körper jagte und seinen Unterleib zum Kochen brachte. Sein Blut fühlte sich an wie flüssige Lava, heiß floss es durch seine Adern und schien ihn von innen verbrennen zu wollen. Als Alain ihn biss, riss er für einen kurzen Moment, die Augen auf...es war ein seltsames Gefühl, aber nicht unangenehm......eher wie eine weitere Stufe einer erotischen Vereinigung....ihrer Vereinigung. Victor schloss die Augen wieder, gab sich Alain total hin...er war besiegt und er wusste es...er krallte seine Finger noch tiefer in seine Schultern, bewegte sein Becken noch heftiger gegen Alains Stöße......in diesem Moment glaubte er.....er glaubte alles, was Alain ihm erzählt hatte und nahm es hin.



Ein letzter heftiger Stoß gegen das entgegenhaltende Becken von Victor und Alain kam zum Höhepunkt. Sich an den heißen Körper anschmiegend lag er auf ihm, löste seine Zähne aus seinem Hals. Er hatte nur ein wenig getrunken, fast wie bei einer Blutspende. Seine Lippen leuchteten rot, blutverschmiert...verzog sie zu einem Lächeln, als er Victor ansah. "Mein Kind..." raunte er und küsste Victor gierig, ließ ihn erneut sein eigenes Blut kosten.



Victor spürte, wie Alain sich ergoss, stöhnte nochmals laut auf und kam ebenfalls zum Höhepunkt. Keuchend schnappte er nach Luft, öffnete die Augen und betrachtete Alain, sah seine blutverschmierten Lippen, schloss die Augen wieder und erwiderte den Kuss, schmeckte den metallischen Geschmack seinen Blutes und genoss es auf eine irrwitzige Art. Er löste sich von ihm und schlug die Augen erneut auf, suchte seinen Blick. "Dein Kind?" fragte er leise. "Alles was du erzählt hast, war die Wahrheit..." Victor sagte es eher feststellend denn als Frage. "Und nun?"



"Natürlich war es die Wahrheit, mon cherie." schnurrte er und leckte sich die Lippen. Er schmiegte sich an seinen warmen Körper und schloss die Augen. "Was nun? Was glaubst du?" fragte er leise und genoss das Schlagen des Herzens von Victor.



Victor sah an die Decke, hatte die Hand in Alains Nacken liegen und kraulte diesen geistesabwesend. "Ich weiß es nicht......wie geht es nun weiter? Wirst du mich eines Tages töten, wenn du genug von mir hast? Was bin ich jetzt? Was werde ich werden? Werde ich immer von dir abhängig sein...dein Eigentum, dein Sklave? Der Gedanke erschreckt mich......... ich würde lieber freiwillig bei dir bleiben."



Alain seufzte, so viele dumme Fragen, es zerstörte wahrlich die schöne Zweisamkeit. Er zog sich aus ihm zurück und setzte sich auf, fuhr sich durchs Haar. Seine Augen waren wieder normal sowie seine Zähne, er nahm seine Hose und zog sie über. Er wandte sich um und sah ihn an. "Normal. Vielleicht. Ein Mensch. das weiß ich noch nicht. Wenn ich es so will, ja." beantwortete er alle Fragen geduldig und ging hinüber ins Wohnzimmer um sich eine Zigarette anzuzünden.



Victor hörte ihm zu und sah ihm nach, er konnte es noch gar nicht so richtig begreifen. Es war geil gewesen, mit Alain zu schlafen, auch den Biss hatte er nicht als unangenehm empfunden....aber wie er so da lag, wurde ihm die ganze Tragweite dieses Erlebnisses bewusst. Sein komplettes Weltbild drohte einzustürzen. Er hatte nie an solche Dinge geglaubt und ausgerechnet er traf so ein Wesen und vögelte auch noch mit ihm......und das allerwidersinnigste an der ganzen Sache war, das er es gewollt hatte...er hatte mit Alain schlafen wollen. Victor setzte sich auf, verließ das Bett und zog sich eine Hose an. Er fuhr sich durch die Haare und wollte ins Wohnzimmer, als ihn plötzlich Übelkeit erfasste, die ihn veranlasste, ins Bad zu laufen und sich gekonnt zu übergeben. Er saß auf den Fliesen, den Kopf auf den Knien und sortierte seine Gedanken. Ein Vampir......er hatte mit einem Vampir geschlafen, der sein Blut gesaugt und ihn so für immer gezeichnet hatte. Er hatte einen Teil seines Selbst an Alain verloren und er hatte Angst, sich komplett zu verlieren. Er stand in seinem Bann, er war erobert worden.....geschlagen von dem guten Aussehen und der Ausstrahlung des Franzosen. Nicht, das er es bereute....er mochte Alain, sehr sogar......die Frage war nur, was dieser in ihm sah. Victor erhob sich entschlossen, wusch sich das Gesicht und spülte den Mund aus, betrachtete dabei seinen Hals. Sarkastisch grinste er und ging hinüber ins Wohnzimmer, wo er sich gegenüber von Alain auf die Polster fallen ließ: "Hast du auch eine für mich?" fragte Victor und deutete auf die Zigarette.



"Seit wann rauchst du?" fragte er und schob ihm seine Schachtel über den Tisch, dann trat er ans Fenster und sah hinaus. Er hatte eine Hand in seiner Hosentasche stecken und rauchte genüsslich. "Nun, was denkst du?" fragte er und wandte sich um, um ihn anzusehen.



Victor griff nach der Schachtel und zündete sich eine Zigarette an, gierig zog den Rauch in sich ein. "Ab und an...wenn ich Lust darauf habe. Und jetzt habe ich Lust darauf.." beantwortete er Alains Frage. Er musterte ihn. "Ich habe mit einem Vampir gevögelt.....und es war der beste Sex meines Lebens." Victors Augen suchten die von Alain, nagelten sie fest. "Was soll ich denken? Ich bin verwirrt........aber viel mehr würde mich interessieren, was du denkst, mon ange noir..."



"Welch Gossensprache in eurer Zeit Einzug erlebt." Alain schüttelte den Kopf und setzte sich. "Was ich denke? Um, mon cherie, das willst du nicht wirklich wissen. Wo liegt dein Problem Victor? Du hast es erlebt, die andere Seite, die dunkle Seite. Viele Menschen träumen davon ihr einmal zu begegnen. Schätze dich glücklich. So, du kannst dich also noch erinnern..." fügte er dann schmunzelnd an, aufgrund des Kosenamens.



"Verzeihen sie Monsieur.....ich werde versuchen, mich in Zukunft gewählter auszudrücken" Victors Stimme klang spöttisch und er drückte wütend seine Zigarette aus. Er stand auf und begann, unruhig hin und her zu laufen. "Mein Problem? Vielleicht liegt mein Problem in der Tatsache, das ich der dunklen Seite nie begegnen wollte? " Er blieb stehen und sah Alain an. "Ich bin nicht viele......ich bin Victor. Victor hatte einen großen Traum...er wollte sich einmal Schottland ansehen und das hat ihn in diese Situation gebracht......das und die faszinierende Ausstrahlung, die einem geheimnisvollen Franzosen anhing, der sich eines Nachts an seinen Arbeitsplatz verirrt hat. Alain, du hast meinen Glauben in allen seinen Grundfesten niedergerissen...darf ich da nicht verwirrt sein?" Er ließ sich wieder auf die Polster fallen. "Ich habe Angst, weil ich es erregend fand, als du von mir getrunken hast.....ich habe Angst, mich zu verlieren...." flüsterte er leise und fuhr sich durchs Haar. Victor beugte sich leicht vor und fuhr mit dem Finger über Alains Lippen. "Ich kann mich erinnern......an deine Flügel..." Er lächelte.



Alain küsste seine Fingerspitzen. "Ja, ich habe sie dir gezeigt, doch du wolltest nicht glauben." er erhob sich, die Hände wieder in den Hosentaschen vergraben. "Nun, du bist ein Mensch Victor, und du hast noch immer einen Traum, den du leben kannst. Was hindert dich daran?" er trat auf ihn zu, beugte sich hinab und leckte über das Bissmal an seinem Hals, das sich kurz darauf schloss. "Du kennst sie nun, weißt das sie existiert, die andere Seite, das woran du nie geglaubt hast. Verändert das dein Leben so sehr?" fragte er und richtete sich wieder auf.



"Nichts.....da hast du recht.." meinte Victor leise mit geschlossenen Augen und genoss die Berührung. Er öffnete sie wieder und sah Alain an, als er dessen letzte Bemerkung hörte. "Ich weiß es jetzt und ich glaube.......das verändert doch schon einiges. Aber ich werde damit leben müssen, es lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Und widersinniger Weise will ich es auch nicht mehr rückgängig machen...ich habe dieses Tête a Tête mit dir bis zur letzten Sekunde genossen."



Alain schmunzelte, stemmte sich mit beiden Hände neben Victor ab und beugte sich zu ihm hinunter, sah ihn durchdringend an. "Glaub mir Victor, das war noch nicht deine letzte Sekunde." schnurrte er und erhob sich, wandte ihm den Rücken zu, trat erneut ans Fenster. "Nun, mein Angebot steht immer noch. Du musst selbst entscheiden ob es annimmst oder nicht."



Victor versank in den blauen Augen, die ihn so intensiv ansahen, und kam nur ungern wieder zu sich, als Alain sich abwandte. "Natürlich werde ich annehmen. So eine günstige Gelegenheit kann ich mir doch nicht entgehen lassen, du weißt, ich bin sparsam." Er grinste spitzbübisch und meinte dann leiser: "Ich würde dich sehr gern begleiten, Alain und zwar nicht aus diesem Grund. Sag mir nur einfach, wann du reisen willst...damit ich meine Dinge hier regeln kann." Victor stand auf und trat hinter ihn, fuhr mit den Fingerspitzen seine Wirbelsäule nach. "Es wird bald hell......du solltest nach Hause gehen Du kannst allerdings auch hier bleiben...mein Bett ist groß genug." Er beugte sich vor und küsste ihn zwischen die Schulterblätter.



Alain seufzte und wandte sich um, sah auf ihn hinunter. "Ich werde nach Hause gehen." und wandte sich ab, schnappte sein Oberteil, zog es über und zog den Mantel über. "Nun Victor. Wirst du deine Dinge in einer Woche regeln können?" fragte er, als er im Türrahmen stand und ihn mit hochgezogener Augenbraue ansah.



Victor war enttäuscht, eigentlich hätte er Alain gerne länger bei sich gehabt. Er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen, er sah ja ein, das es besser war, wenn er in seine eigene Wohnung ging. "In einer Woche? Ja, ich denke, das klappt.....ich werde meinen Job kündigen und mit Veronika Schluss machen." Victor sah ihn an und fuhr sich durch die Haare. "Wann sehe ich dich wieder?" fragte er völlig emotionslos, obwohl in seinem Innern das komplette Chaos herrschte.



Alain sah ihn lange an und kam mit langsamen schweren Schritten auf ihn zu, nahm sein Kinn in eine Hand und küsste ihn sanft auf die Lippen. "Wenn ich es will." gab er ihm zur Antwort, sah ihm in die Augen und strich mit dem Daumen über seine Lippen. Dann wandte er sich ab, zog den Mantel im gehen über und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen.