"Irgendwann werden auch alle Geschichten einmal erzählt sein...da gibt es nichts neues mehr.." Victor zog die Stirn kraus und dachte über Alains Worte nach. "Es wiederholt sich alles...von der Mode über die Musik."

"Ja, wie ein Kreis. Irgendwann steht man wieder am Anfang. Der ewige Kreislauf." wisperte er und seufzte dann. "Was meinst du, gehen wir wieder zurück?"

"Alles fängt immer wieder von vorne an....." Victor lächelte und sah ihn an: "Und du kannst davon sicher ein Lied singen." Er blieb stehen und nickte: "Lass uns zurück, genug frische Luft für einen Abend."

Alain drehte sich um und lief zurück. "Mehr oder weniger. Die Zeit wird einem nur lang."

"Trotzdem...ich beneide dich. Du musst so viele Dinge erlebt haben, von denen ich gelesen habe.....elektrisches Licht, das erste Auto...." Victor folgte ihm und schloss zu ihm auf. "Auch wenn die Zeit lang und sicher auch sehr einsam war." Den Rest des Weges schwieg er und als sie vor seiner Haustür standen, schloss er auf und hielt wie selbstverständlich Alain die Tür auf.



"Krieg, Krankheit, Leid...."ergänzte er und trat dankend nickend ein, lief bis zur Wohnungstür und blieb erneut wartend stehen.

"Das natürlich auch..." Victor folgte ihm die Treppe hinauf, öffnete seine Wohnungstür, ließ Alain eintreten und schloss sie hinter sich. Er ging in die Küche, holte sich etwas zu trinken und setzte sich im Wohnzimmer auf das Sofa, schnippte eine Zigarette aus seiner Schachtel und zündete sie an. "Seit ich in der Bar gearbeitet habe, entwickle ich mich immer mehr zum Nachtvogel.....einfach schon so gewöhnt.." lächelte er.

"Ist ja auch die viel bessere Hälfte des Tages." bestätigte Alain und zog seinen Mantel aus, setzte sich in den Sessel.

"Deiner Meinung nach...du bist ja auch ein Vampir..." lächelte Victor und blies den Rauch an die Decke. "Vroni ist kein Nachtvogel......sie ist ein Frühaufsteher und hat auch deshalb die Nachtschichten verabscheut. Das sie mich vor ein paar Tagen in der Bar besucht hat, hat sie bestimmt große Überwindung gekostet."

"Was ist mit ihr? Wie hat sie reagiert?" wollte Alain wissen und fischte nach einer Zigarette.

"Ich dachte, sie schlägt mir einen Zahn aus..." bemerkte Victor trocken. "Natürlich war sie nicht begeistert, sie war sauer, enttäuscht, traurig......alles zusammen. Sie wusste zwar, das es mein großer Traum ist, aber sie hat wahrscheinlich gedacht, ich würde ihn nie wahrmachen....oder wenn, das ich mich dann schon so in sie verliebt hätte, das ich darauf verzichten würde. Nur würde ich niemals darauf verzichten......so verliebt war ich noch nie." Er aschte ab und trank einen Schluck. "Ich habe sie seither nicht mehr gesehen oder gesprochen...na ja, wir sind auch nicht im guten auseinander gegangen."



"Wenn du die Wahl hättest,.. würdest du es anders machen? Ihr es anders erzählen oder vielleicht gar nicht?" fragte der Vampir nach und sah Victor nachdenklich an.

"Ich habe es ihr so schonend wie möglich beigebracht und ich musste es ihr sagen.....das war fair und sie hat Fairness verdient. Anders machen? Nein.." Victor hatte den Kopf zurückgelehnt und sah an die Decke. "Sie ist 18...in der Ausbildung und hätte mich nie begleitet.....selbst wenn ich bereit gewesen wäre, sie zu verhalten." Er lachte sarkastisch. "Das hört sich vielleicht an, als ob ich überhaupt nichts für sie übrig gehabt hätte....dabei war ich vor einem Jahr so was von verknallt in sie.......aber irgendwie kommt mir das alles nicht mehr so wirklich vor....eher verschwommen.....wenn du verstehst, was ich damit sagen will."

Der Franzose nickte. "Ich verstehe." wisperte er und hatte so seine eigenen Bilder vor Augen. "Trotz deiner Schwächen hast du auch viele gute Seiten Victor, vor allem starke Seiten .. vielleicht habe ich dich deswegen ausgesucht. Du bist erfrischend, anders als all diejenigen von denen ich dachte das sie es wert sind, den Kuss zu empfangen." sein Gesicht verdüsterte sich. "Nun ja,..." meinte er dann und entspannte sich wieder, zündete endlich seine Zigarette an.

Victor drückte seine Zigarette aus und sah ihn an: "Starke Seiten....ich halte mich nicht für stark, Alain. Aber es ist schön, es von dir zu hören." Er lehnte seinen Kopf erneut zurück und sah an die Decke. "Vielleicht hat sie der Kuss erst so gemacht, vielleicht bringt der Kuss die schlechten Eigenschaften stärker zu Tage.......oder sie haben dir aus Angst etwas vorgespielt." Victor senkte den Blick und suchte Alains. "Ich habe keine Angst vor dir........wenn du mich umbringen willst, wirst du es tun......was kann ich dagegen setzen. Vielleicht ist das der Unterschied."

"Ich sagte nicht, das ich sie jemals erschaffen hätte. ich sagte lediglich, das ich dachte sie seien es wert." er rümpfte verächtlich die Nase. "Nun, das ist auch nicht weiter wichtig."

"Waren es viele?" Victor hatte die Ellenbogen auf die Knie gestellt und stützte sein Kinn auf die Handflächen. "Verzeih, wenn ich zu neugierig bin, aber ich würde gern mehr wissen ......über dich....über alles."

Alain überlegte kurz. "Fünf bis zehn sicherlich." er sah ihn an "So, du willst mehr über mich über alles wissen. Und was schwebt dir vor? Frage mich und ich werde sehen ob ich antworte. Ich erteile keine Erfahrungsberichte." schloss er und sah Victor abwartend an.

"Keine Erfahrungsberichte....na schön, von mir aus. Werden wir halt 'Frage und Antwort' spielen..." Victor seufzte. Er hatte sich eigentlich gedacht, Alain würde von sich aus erzählen, zumal er gar nicht so recht wusste, wie er gezielt fragen sollte. "Wie alt warst du, als er dich zum Vampir gemacht hatte? Und wie war er so? Hat er dich auch geliebt?" Fragend sah er ihn an, vor allem war der letzte Teil der, der ihm am meisten auf der Seele brannte...waren Vampire überhaupt fähig zu lieben?

Alain lächelte und nahm einen weiteren Zug. "Nun gut, ich werde dir antworten." und lächelte süffisant. "Ich war damals 21. Er war ein gutaussehender Mann, gebildet, reich, witzig. Er war ein guter Lehrer, Vater und Geliebter." er verstummte kurz als er die letzte Frage beantworten sollte. Er nahm einen weiteren Zug und nickte dann. "Ja, das hat er."

"Wie überaus freundlich von dir, zu antworten....." Victor war gereizt und er wusste nicht, wieso. Na ja, er wusste schon wieso, aber das tat nichts zur Sache. " 21....... " Er zog die Zahl in die Länge, dachte nach. "Dann bist du jünger als ich...aber nur theoretisch." Er fummelte nach einer neuen Zigarette, steckte sie sich an. "Gutaussehend, reich und witzig....klingt wie ein Gigolo" nahm er den Faden wieder auf. "Wobei ich mich frage, ob Vampire überhaupt Liebe empfinden können, überhaupt zu so etwas tiefen an Gefühlen fähig sind. Aber ich will mir nicht anmaßen, über die Gefühle deines Geliebten zu urteilen....du weißt es besser." Victor war klar, das er provozierte und wenn Alain wütend wurde, könnte es schlecht für ihn aussehen. Victor sah ihn durch den Rauch seiner Zigarette an, er hatte keine Angst......komischerweise hatte er in seiner Gegenwart wirklich keine Angst.

Alain lächelte nur und rauchte weiter, drückte seinen Stummel aus. "Nun, willst du noch etwas wissen?" fragte er freundlich.

"Wie ist das? Wie ist das wenn man zum Vampir gemacht wird? Schmerzhaft? Ich stell es mir quälend vor, wenn man seiner Seele beraubt wird......hat man Angst?" Victor musste es wissen, es war etwas, das ihn beschäftigte, seit er Alain als das erkannt hatte, was er war.

Alain sah ihn lange an, dann auf die Tischplatte. "Ja. Man windet sich vor Schmerzen auf dem Boden. Wenn dein Körper stirbt, leidest du Höllenqualen, aber Angst...jeder empfindet es anders. Ich hatte keine Angst, ich wäre so oder so gestorben. Ich hatte Hoffnung, denn ich wusste der Schmerz würde irgendwann aufhören."

Victor schwieg, ließ Alains Worte auf sich wirken, dachte nach. Er drehte seine Zigarette in den Fingern, betrachtete die Glut. "Höllenqualen...." meinte er nach einer ganzen Weile leise. "Dann war es gut, das du Hoffnung hattest....liebtest und geliebt wurdest. Damit kann man alles überstehen...selbst die Hölle."

"Die Liebe hatte damit wenig zu tun,...aber sie hat einiges erleichtert und verschönert." gab Alain zu bedenken. "Nun ja, Noch etwas? Du wirktest so wissbegierig."

Victor drückte seine Zigarette aus, ließ sich rücklings auf der Couch nieder, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sah an die Decke. "Nein.....für heute habe ich genug gehört Ich will nicht nervend sein oder allzu neugierig erscheinen." Er drehte den Kopf und sah Alain an. "Ich werde dich wieder fragen, wenn mir was auf der Seele liegt."

"Tu das." meinte Alain und sah sich um. "Mir ist langweilig, wo ist die Fernbedienung?" fragte er.

"Such sie dir doch...." fauchte Victor und erhob sich. "Ich gehe ins Bett!" Während er zur Zimmertür lief, grummelte er vor sich hin: "Langweilig ist Monsieur also in meiner Gesellschaft.....Fernsehschauen ist ihm lieber, als sich mit mir......." den Rest des Satzes dachte er nur.

Alain zuckte die Schultern und erhob sich, auf der Suche nach der Fernbedienung. Schließlich fand er sie und knipste den Schirm an. "Du musst aber wirklich ausgepowert sein, wenn du jetzt schon wieder schlafen kannst." meinte er in seine Richtung und stützte sein Kinn ab, zappte durchs Programm.

"Ich habe nicht gesagt, das ich schlafe.....ich gehe lesen. Von was sollte ich wohl ausgepowert sein?" knurrte Victor und wandte den Kopf, um ihn anzusehen. "Sieh du ruhig fern...vielleicht läuft ja auf einem Kanal ein Gruselfilm." Er ging ins Schlafzimmer, zog sich aus und legte sich hin, schnappte sein Buch und begann zu lesen......den ersten Satz dreimal, bevor er ihn verstand, weil er mit seinen Gedanken nicht bei der Sache war.

"Ok." machte er zustimmend und sah sich einen Film, auf dem er hängen geblieben war. Er trommelte langweilig mit dem Fingerkuppen auf der Sessellehne herum, seufzte.

Victor schmiss das Buch zurück auf den Nachttisch und stöhnte leise. Er hatte für die erste Seite geschlagene 20 Minuten gebraucht, weil seine Gedanken sich ausschließlich um Alain drehten. Er hätte ihn gern bei sich gehabt, vor allem hätte er ihn gern berührt und andere Dinge getan. Er erhob sich, um ins Wohnzimmer zu gehen und sich eines seiner Lieblingsbücher zu holen...ein Märchenbuch. Er hatte es schon hundertmal gelesen, also machte es nichts aus, wenn er nicht alles so genau mitbekam. Victor lief in seiner Boxer durchs Wohnzimmer, vor dem Bildschirm vorbei, holte das Buch und meinte beim Zurückgehen beiläufig. "Scheint ja wahnsinnig spannend zu sein, so wie du trommelst."

Alain antwortete nicht, diese Feststellung lohnte keine antwort. Aber es war nun mal das einzig, interessanteste was das TV zu bieten hatte, also warum nicht arrangieren. In der Werbung zappte er erneut durch das Programm und blieb auf einer Dokumentation hängen.

Victor ging zurück in sein Bett und ärgerte sich, keine Antwort bekommen zu haben. Der Franzose war nicht aus der Ruhe zu bringen, egal, wie viele Spitzen und Andeutungen er auch losließ. < Es ist zum Verrücktwerden...ich kann mich ja schlecht verführerisch vor ihm aufbauen und hauchen " schlaf mit mir"> Im Geiste sah er Alain in schallendes Gelächter ausbrechen und das würde ihm den Rest geben. So legte er sich in sein Bett, auf den Bauch, den Kopf auf die Hände gestützt und wackelte mit den Beinen.....die Nase in seinem Märchenbuch vergraben.

Alain langweilte sich noch mehr. Er knipste den Apparat aus, es war schon erschreckend wie nichtssagend die Menschen doch waren. Er erhob sich und trat in den Türrahmen. "Ich gehe." ließ er verlauten.

Victor antwortete nicht....weil er es nicht hörte. Er war über seinen Gedanken eingeschlafen, lag auf dem Bauch, die Nase im Buch und murmelte leise vor sich hin.

Alain seufzte und trat näher. Er beugte sich über ihn, stützte seine Handflächen neben seinen Schultern auf dem Bett ab. Er küsste ihn auf die Schläfe, zog eine feuchte Spur mit seiner Zungenspitze bis zu seinem Mund und küsste ihn abermals. Dann erhob er sich um zu gehen.

Victor seufzte und räkelte sich wohlig. "Alain..."murmelte er im Halbschlaf und griff nach seinem Mantel. "Du willst gehen? Warum?" Er war noch nicht richtig wach, hatte die Augen geschlossen und die Hand in den Saum gekrallt.

Alain setzte sich auf den Bettrand und fuhr Victor durchs Haar. "Warum nicht?" wisperte er.

Alains Hand ins seinem Haar bescherte Victor eine Gänsehaut am ganzen Körper......der Schlaf hielt in noch immer gefangen und er war dadurch weicher...nicht auf Konfrontation aus. "Ich hab dich gern bei mir.......nah bei mir. So wie gestern..." schnurrte er und drängte sich Alains Hand entgegen.

Alain musste schmunzeln. Er fuhr seinen Hinterkopf entlang, bis zu seinem Nacken, strich über seine Schultern. "Du willst, das ich das Bett mit dir teile?" fragte er schnurrend an seinem Ohr und fuhr die Form, mit der Zungenspitze nach.

"Hmm......." Victors Stimme war weich und liebevoll, unterschied sich ziemlich von dem Tonfall, den er sonst an den Tag legte. "Ich habe die ganze Zeit nichts anderes gewollt..."

Alain grinste innerlich. Er strich ihm die Wirbelsäule mit den Fingerspitzen nach, verteilte kleine Küsse auf seinen Schultern und Schulterblättern.

Victor begann unter den Liebkosungen leise zu stöhnen, wollte den Kopf ins Kissen kuscheln und schob das Buch zur Seite. "Das ist gut, Alain.....so gut..." schnurrte er, hatte seine Hand immer noch eisern um den Mantelsaum des Franzosen geklammert.

Alain strich seine Konturen nach. Zeichnete Muskel, Sehnen und Knochen nach. Jeden einzeln und ausgiebig, und begann zwischen den sanften Küssen, ihn zärtlich zu beißen und an der hellen Haut zu saugen.

Victor stöhnte lauter, mittlerweile war er wach, hielt die Augen aber geschlossen, um sich besser auf das Fühlen konzentrieren zu können. Jeder kleine Biss, den Alain ihm versetzte, ließ seine Haut kribbeln, sein Blut raste durch seinen Körper, heiß und ungestüm. Es war Wahnsinn, das was der Franzose an Empfindungen in ihm auslöste, war einfach Wahnsinn.

Alain zog kleine Kreis und Figuren mit seiner Zungenspitze, ließ seine Hand über den festen Wölbung wandern und begann sie leicht zu massieren.

Victor vergrub den Kopf im Kissen, um sein Stöhnen zu dämpfen. Er hatte nie gewusst, wie sich so was anfühlen konnte, es war einfach nur geil...und entfachte ein Feuer in ihm, das nur Alain zu löschen vermochte. Er fühlte, wie sein Glied hart wurde, stetig pulsierte und ihn vor lauter Lust beinahe verrückt werden ließ.

Alain unterbrach seine Zuwendung und richtete sich auf. "Ich komme bald wieder." meinte er und riss seinen Mantel aus Victors Umklammerung.

Victor glaubte, einem schlechten Scherz aufgesessen zu sein oder nicht richtig gehört zu haben. Erst als Alain seinen Mantel aus seiner Hand riss, kapierte er und stöhnte vor Frust ins Kopfkissen, biss wütend hinein. Victor beschloss, nichts zu sagen, er hätte es auch nicht gekonnt, die Enttäuschung und der Ärger schnürten ihm die Luft ab.



Alain wandte sich um und verließ die Wohnung. Er hatte erneut Hunger, und Victor als Mitternachtsimbiss zu gebrauchen kam für ihn nicht in Frage. Er begab sich auf die Jagd und kehrte nach einer Stunde, satt in die Wohnung des Barkeepers zurück. Er stand im Türrahmen und sagte gar nichts. Er stand einfach nur da und sah ihn an.

Victor hatte gelauscht und als Alain die Wohnung verlassen hatte, begann er zu wüten....er schimpfte und schmiss vor lauter Frust sein heißgeliebtes Buch an die Wand. Schließlich hatte er sich ausgetobt und lag auf dem Rücken, Tränen liefen ihm die Wange hinunter, er biss sich auf die Unterlippe. Die angestachelte Erregung, die nicht befriedigt worden war, brachte ihn beinahe um. Victor schloss die Augen und rief sich die Berührungen zurück, die Sanftheit und Zärtlichkeit, mit der der Franzose ihn berührt hatte. Schließlich hielt er es nicht mehr aus, er legte selbst Hand an sich, berührte sich, streichelte seinen Oberkörper, um in seinem Schritt zu enden und an seinem Glied zu pumpen, bis er zum Höhepunkt kam. Danach lag er im Bett, fischte nach einem Taschentuch und wischte sich sauber. Dann drehte er sich auf den Bauch, vergrub das Gesicht im Kissen und versuchte mühsam, die Tränen zu unterdrücken. "Er schafft es immer wieder....immer wieder..." murmelte er leise vor sich hin, glitt wieder in einen Dämmerschlaf, mit einem Ohr immer auf die Tür lauschend. Er hörte, wie der Vampir zurückkam, drehte den Kopf zur Seite und murmelte: "Schon wieder da?"

Alain zog sich ohne weiteres aus, schlüpfte neben ihn ins Bett. Er legte sich etwas seitlich, betrachtete die wunderschöne rosige Haut, begann mit den Fingerspitzen darüber zu streicheln. Schauderte unter der Wärme, die seine kalten Finger wie Schwämme aufsogen.

Victor hatte die Augen geschlossen, die Hände unter dem Kopfkissen, welches zu einem undefinierbaren Ball zusammengeknüllt war. Er hielt leicht die Luft an, als er Alains Fingerspitzen spürte, seine Haut kribbelte an den Stellen, über die er strich und er konnte nichts dagegen tun. Leise begann er zu seufzen und hasste sich beinahe dafür, als er sich den Fingern entgegenstreckte.

Alain zog seine Finger zurück und rollte sich gänzlich auf die Seite, rutschte dann näher an Victor heran, schmiegte seine Brust an seinen warmen Rücken und strich mit der hand sacht über seinen arm, verharrte am Kopfkissen. Er lehnte seinen Kopf an den von Victor und schloss die Augen.

Victor konnte nicht anders, er drückte sich an Alains Brust, zog seine Hand unter dem Kopfkissen hervor und suchte Alains Hand, verschlang seine Finger mit den seinen. "Alain..." murmelte er leise. "Es ist schön, das du da bist."

"Hm." machte er und begann sanfte Küsse auf Viktors Schulter zu hauchen. Er genoss den warmen Körper neben sich, genoss es ihn zu berühren. Leise seufzte er und schmiegte sich noch näher an ihn.

Victor räkelte sich wohlig unter den Liebkosungen, seine Nackenhaare stellten sich und er kam Alain entgegen....drückte sich so eng wie möglich an ihn heran. Er nahm seine Hand, zog sie zu sich heran und küsste die Handinnenfläche.

Alain seufzte ob der Berührung und legte seinen anderen Arm über Victors Kopf, begann mit ein paar Strähnen seines Haars zu spielen, während er sanft an seiner Halsbeuge knabberte.

Victor legte den Kopf etwas schief, um ihm besseren Zugang zu gewähren und begann nun seinerseits, Küsse auf die Handfläche von Alain zu hauchen, nahm die Spitze des Zeigefingers in den Mund und saugte leicht daran.

Alains Zungenspitze glitt spielend über die warme Haut. "Du hast deiner Lust nachgegeben." wisperte er an seinem Ohr und kostete von seinem Schweiß. der Geruch von Victors Samen haftete noch immer an ihm und Alain liebte diesen Duft.

Victor erstarrte in seiner Bewegung, wollte auffahren...unterließ es dann aber. Erstens war er in einer entspannten Stimmung und zweitens war es eine Tatsache, warum also abstreiten. "Hm...." flüsterte er leise. "Was sollte ich tun, du hast mich liegen lassen und bist gegangen, ich bin nur ein schwacher Mensch..." Er nahm Alains Hand und saugte an jedem einzelnen Finger, ließ seine Zungenspitze darüber tanzen.

Zärtlich knabberte Alain weiter an Victors Nacken, genoss die Zuwendung die er ihm zuteil werden ließ. Sacht rieb er seinen Oberkörper an seinem Rücken, schob ein Bein zwischen die von Victor und rieb seinen Oberschenkel an seinem Hintern und berührte nur schwach seine Hoden.

Victor schnurrte leise, das fühlte sich so unbeschreiblich gut an, jede Berührung Haut an Haut war Wahnsinn, er hätte süchtig danach werden können. Er ließ Alains Hand los, legte sie auf seinen Bauch und fuhr mit den Fingerspitzen über den Handrücken. Victor ließ seine Finger nach hinten wandern, berührte Alains Oberschenkel, strich darüber.

Alain nutzte den neu gewonnen Spielraum und streichelte Victors flachen Bauch, neckte seinen Bauchnabel und fuhr die einzelnen Bauchmuskel nach, während er wieder Küsse auf seiner Schulter verteilte.

Victor hob sich Alains Hand entgegen, er wollte berührt werden und zwar dort, wo er es am nötigsten brauchte, sein Glied war mittlerweile steinhart und steil aufgerichtet, schrie förmlich nach Zuwendung. "Alain..." stöhnte er leise und drängte sich an ihn, so gut es eben ging, rieb seinen Hintern an dessen Oberschenkel.

"Was ist mon cherie?" hauchte er ihm ins Ohr und biss zärtlich hinein. Seine hand glitt tiefer, strich über die Beule in seiner Boxer, zurück und schob sich unter den Saum, umfasste die Erregung und begann an ihr zu pumpen. Seine anderer Arm hatte sich unter Victor manövriert und spielte mit einer Brustwarze.

Victor kribbelte es am ganzen Körper, als er Alains Worte hörte, wohlige Schauer liefen seinen Rücken hinunter. Laut keuchte er, als sich Alains Hand um seine Erregung schloss. "Das....genau das, mon ange noir......das ist so gut..." flüsterte er abgehackt und rieb seinen Hintern fester an Alain.

Alain packte fester zu, verschnellerte seine Bewegungen, während er nun auch fester in Victors Hals biss und seine Brustwarze massierte bis er sie steif und hart hatte.

Victor stöhnte lauter, begann seine Hüften zu bewegen und leicht in Alains Hand zu stoßen. "Du machst mich verrückt..." seine Stimme klang heiser und ihm entwich ein kleiner Schrei, als seine Zähne fester zubissen. Es war ein erregendes Gefühl, etwas, was ihn schaudern ließ und ihn versuchte, nach mehr zu betteln. "Mach es mir, mon ange noir....ich will dich spüren.....dein Schwanz in mir und deine Zähne in meinem Hals..." murmelte er abgehackt, Schweiß sammelte sich auf seiner Stirn und lief die Schläfen hinab.

Alain hatte nicht vorgehabt mit Victor zu schlafen, aber er war es auch nicht gewöhnt das jemand so leidenschaftlich bei der Sache war. Er ließ von Victors Glied ab und schob seine eigene Boxer etwas nach unten, gleich darauf folgte Victors. Seine Eichel rieb ihm wieder über den Muskelring, drängte sich leicht dagegen. Er griff erneut nach vorn und umfasste seine Erregung wieder, ließ seine Eckzähne wachsen.

Victor griff nach seiner Boxer und schob sie ungeduldig noch ein Stück weiter nach unten., drängte sich Alains Glied entgegen. "Bitte......." stöhnte er laut, krallte seine Hand ins Kopfkissen. In seinem ganzen Leben hatte er so was noch nicht gefühlt...diese Begierde, die er Franzose in ihm auslöste und die ihn...ausgerechnet ihn, veranlasste zu betteln.

Alain ließ sich nicht lange bitten und begann sich stetig weiter in Victor zu schieben, bis er sich tief genug in ihm fühlte. Mit einem tiefen Stöhnen versenkte er seine Zähne in Victors hals, genoss das warme Blut. Er schloss die Augen und genoss diesen Anflug wie unter Drogen. Er begann leicht zu stoßen und umfasste Victors Hüfte um besser agieren zu können.

Victor erwiderte jeden Stoß so gut er konnte, er stöhnte laut und bog den Kopf weiter in den Nacken, um Alain mehr Platz zu schaffen. Es war geil, einfach nur geil......er spürte wie sein Blut pulsierte, fühlte, wie es aus seiner Halsschlagader trat. "Mon ange noir" keuchte er leise, griff hinter sich und vergrub die Hand in seinem Haar.

Alain ließ sich fallen, blendetet alles aus, das einzige was zählte war das heiße Blut in seiner Kehle und der bebende Körper neben ihm. Immer härter stieß der Franzose zu, saugte kräftiger. Schließlich löste er sich, keuchte wie ein Tier und leckte mit seinen Blutverschmierten Lippen über Victors Schulter und knurrte.

Victor war sich nicht bewusst, das er immer lauter stöhnte, er war völlig unkontrolliert, die Lust hatte ihn vollständig in der Gewalt. Fast bedauernd merkte er, wie sich der Franzose von seinem Hals löste, leckte sich genüsslich die Lippen, als dieser über seine Schulter leckte. Jeden Stoß beantwortete er mit der gleichen Intensität, er legte eine Hand um sein Glied und rieb darüber, um sich Erleichterung zu verschaffen.

Alain drang immer wieder tief in ihn ein, während er mit Wonne das Blut von seiner Haut leckte. Er gab fast tierische Laute von sich, als er mit einem letzten Stoß zum Höhepunkt kam und sich pulsierend in ihm ergoss.

Victor schrie leise auf, als er spürte, wie Alain sich ergoss, das pulsierende Gefühl gab ihm den Ausschlag, um zum Höhepunkt zu kommen....zitternd ergoss er sich in seine Hand, schnappte nach Luft. Er krampfte seine Hand um Alains Nacken und atmete heftig.

Alain lehnte seine Stirn gegen den Hinterkopf von Victor und genoss seinen Duft, sein schweres Atmen, seine Hand in seinem Nacken. Er biss ihm in den seinen und suchte nach seiner befleckten Hand, leckte genießerisch über die helle Flüssigkeit.

Victor fand nur sehr mühsam wieder zurück in die Wirklichkeit. Langsam beruhigte er sich und seufzte leise, als Alain ihm die Hand leckte. "Mir fehlen die Worte..." murmelte er leise und kraulte seinen Nacken.

"Dann sag nichts." raunte er und küsste jede einzelnen Fingerspitze, strich über seinen Arm und legte den seinen um Victors Taille. Er leckte über das Bißmal, das sich binnen weniger Momente schloss. Seufzend schmiegte er sich den Rücken des Mannes neben ihm und schloss ebenfalls die Augen.

Victor schwieg und drückte sich in die Umarmung von Alain, seufzte leise ob der Berührungen und schloss die Augen, genoss die abklingende Erregung und die Nähe des Franzosen. In diesen Moment war ihm klar, was er fühlte, mehr als deutlich klar. Aber er schwieg in dem Bewusstsein, das Alain immer noch liebte. Victor suchte nach der Hand von ihm, verschlang seine Finger mit den seinen, döste und hing seinen Gedanken nach.

Alain genoss stillschweigend die Nähe des Menschen, schmiegte sich an ihn und seufzte. Er dachte an früher, als er mit Alain so dagelegen hatte, als er noch ein Mensch gewesen war und Alain ihn in die Künste der Liebe eingeweiht hatte und ihm einfach Liebe vermittelt hatte.

Nach einer Weile entwandt sich Victor Alains Umarmung, legte sich auf den Rücken und hob seinen Hintern an, um seine Boxer wieder nach oben zu ziehen. Er drehte sich zur Seite, sah ihn an und strich vorsichtig mit den Fingerspitzen über seine Lippen, betrachtete seine Fingerkuppe, die leicht rötlich schimmerte und leckte sie ab. Victor küsste ihn sanft auf die Lippen und kuschelte sich anschließend wieder an ihn, zog seine Hände an die Brust und seufzte zufrieden.

Alain war etwas überrascht und sah ihn groß an, legte dann, fast zaghaft, die Arme um Victor und gleichzeitig die Decke nach oben. Er schloss erneut die Augen und gab sich ganz seinen Gedanken und Empfindungen hin.

Victor hatte ein wohliges Kribbeln im Bauch, schmiegte sich in die Decke und in Alains Arme, schloss die Augen. Er konzentrierte sich auf das Fühlen: die Berührung seiner Haut durch die Arme des Franzosen, das leichte Prickeln, das dadurch entstand.....seinen Geruch. Victor saugte alles in sich auf wie ein Schwamm, kostete es bis zum letzten aus. Irgendwann schlief er ein, den Kopf auf Alains Schulter gebettet, ruhig und tief.

Alain lag noch einige Zeit wach und hing seinen Erinnerungen nach. Irgendwann schlief er selbst ein, seine Umarmung nicht lösend...eher noch fester ziehend.

Victor schlief tief, drückte sich im Unterbewusstsein noch stärker in die Umarmung. Gegen Morgen wurde er wach, weil ihn Helligkeit irritierte.....er sah neben sich, Alain an und wand sich vorsichtig aus seiner Umarmung, um die Jalousien ganz herunter zu lassen und die Vorhänge zuzuziehen, damit das Zimmer abgedunkelt wurde. Dann schlüpfte er wieder unter die Decke und drückte sich erneut an Alain, seufzte zufrieden und schloss die Augen, gemütlich vor sich hindösend.

Alain vermisste die Nähe und suchte nach ihr, als Victor ins Bett zurückkam belagerte er ihn förmlich. Nagelte ihn mit der Hälfte seines Körpers fest und bettete seine Wange auf dessen Schulter.

Victor ließ sich das nur zu gerne gefallen, vergrub die Hand in Alains Haaren und kraulte dann seinen Nacken, selig vor sich hindösend. Die Nähe des Franzosen genießend, hing er seinen Gedanken nach, war einfach zu faul zum Aufstehen.

Der Vampir schnurrte im Schlaf, in seinem tiefen Schlaf der ihn gefangen hielt und eigentlich schutzlos wirken ließ. Irgendwann als es dunkel wurde, regte sich der Franzose, öffnete verschlafen die Augen.
"Na, aufgewacht?" Victor wandte den Kopf und öffnete die Augen. Er hatte die ganze Zeit mehr oder weniger dösend neben dem Franzosen verbracht.

Alain hob den Kopf, dann seinen Oberkörper und sah Victor aus eisblauen Augen an, die Pupillen erweitert. Mit einem gierigen Blick betrachtete er ihn, hielt wie hypnotisch an seiner Halsschlagader inne ... konnte das Rauschen des Blutes hören. Mit zitternden Finger strich er darüber, über den Pulsschlag des Lebens. Leckte sich die Lippen, die noch rot vom getrockneten Blut des Vorabends waren. Sein Fingernagel wurde spitz und lang, mit Genugtuung schnitt er die Haut auf und betrachtete voller Gier das rubinfarbene Quell des Lebens. Leises Knurren bildete sich in seiner Kehle und ließ seine Eckzähne wachsen.

Victor sah ihn an, konnte die Veränderung nicht nur sehen, sondern auch spüren. Er empfand keine Angst, eher eine Art stiller Resignation....entweder Alain würde sich beherrschen können oder nicht, und wenn letzteres eintrat, würde er sterben. Leise seufzte er, als der Franzose mit seinem Fingernagel über die Haut ritzte, er spürte das leichte Brennen und legte den Kopf zu Seite. Victor hatte sich schon viel zu sehr auf Alain eingelassen, um dem entgehen zu können, das wusste er. So schloss er die Augen und wartete ab.

Alain betrachtete wie gebannt das fließende Blut, er beugte sich hinab und leckte darüber. Ein erneutes knurren entwich ihm und im selben Moment biss er fest in Victors Hals. Er trank begierig, besessen. Wie edler Wein rann es seine Kehle hinab und erfüllte ihn mit einem inneren Feuer.

Victor hatte die Augen fest geschlossen, die eine Hand in die Decke gekrallt und die andere Hand um Alains Nacken gelegt. Er seufzte leise, gab sich hin.......wenn er es nicht überleben sollte, würde er durch den Mann sterben, den er liebte........er liebte Alain, wahrscheinlich schon, als er sich ihm das erste Mal hingegeben hatte. Ihm war egal, was er war.....und ihm war egal, was sein würde. Ganz unbewusst begann Victor, Alains Nacken zu streicheln, sein Fingerspitzen kraulten die kalte Haut.

Alain trank und trank, spürte wie die Lebensenergie des menschlichen Körpers wich ... und registrierte das sanfte Streicheln in seinem Nacken, das ihn in die Wirklichkeit zurückriss. Er öffnete die Augen und löste seine Zähne. Er hasste es, wenn er die Kontrolle verlor, wenn das Tier in ihm vollständig seine Sinne vernebelte. Erschrocken sah er Victor an, strich ihm über die Wange. "Victor?" wisperte er und er wirkte fast fassungslos. Er hatte nicht viel getrunken, höchstens zwei Liter, aber er war sich nicht sicher. "Victor?" fragte er erneut.

Victor verspürte eine Mattigkeit, die sich ihm schwer auf die Glieder legte...es war, als würde das Leben langsam aus ihm herauslaufen, nur eine leere Hülle zurücklassen. Ruhe überkam ihn, eine himmlische Ruhe...selbst das Schlagen seinen Herzens schien sich zu verlangsamen. Irgendwie war es so, als hätte er gekifft...er sah Formen und Farben, fühlte sich beinahe schwerelos und wurde in die Wirklichkeit zurückgerissen, als er Alains Hand auf seiner Wange und seine Stimme in seinem Ohr registrierte. "Bin ich tot?" fragte er und öffnete vorsichtig die Augen.

Trotz der Situation musste Alain leise lachen. "Nein du bist nicht tot." lächelte er und küsste ihn sanft auf die Lippen. Er leckte über das Mal und die Wunde schloss sich. Er fuhr ihm durchs Haar, strich über seine Wange und setzte sich an das Kopfende. "Bleib liegen, du wirst die nächsten Tage etwas schwach sein."

Victor hob seine Hand und betrachtete interessiert das Zittern, soweit er im Dunkeln eben sehen konnte. "Ich kann nicht liegen bleiben......ich muss etwas essen und trinken. Außerdem brechen wir bald nach Schottland auf, ich muss meine Sachen zusammensuchen." Seine Stimme zitterte ebenfalls leicht und mühsam versuchte er, sich zu erheben, unterließ es aber gleich, da es ihn dermaßen schwindelte, das er nicht fähig gewesen wäre, einen Fuß vor den anderen zu setzen. "Scheiße..." fluchte Victor leise.

"Ich sagte doch, bleib liegen, dummer Mensch." tadelte er und zog sich die Decke über die Hüfte. "Ich werde dich schon nicht verhungern lassen, mon cherie." Alain hatte sein altes Wesen wieder, ein arrogantes Lächeln zierte seine Lippen.

"Ich bin nicht dumm...komm mir bloß nicht so. Schließlich bist nur du schuld.." fauchte Victor und drehte ihm den Rücken zu. Er fluchte leise vor sich hin, er hasste es, eingeschränkt und auf irgendjemanden angewiesen zu sein.

"Ach mon cherie,...wer wird denn gleich so zickig werden?" fragte er und strich mit den Fingerspitzen über seine Wirbelsäule.

"Ich bin überhaupt nicht zickig.....ich hasse es nur, abhängig zu sein. Seit 7 Jahren sorge ich für mich selbst." Victor grummelte immer noch. Dann drehte er sich um, suchte Alains Blick. "Warum hast du aufgehört? Was hat dich zurückgehalten?"

"Sollte ich nicht aufhören?" fragte der Vampir gegen und wich somit aus.

"Soll ich ehrlich sein? In diesem Moment wäre es mir egal gewesen." Victor flüsterte die Worte und wandte den Blick ab. "Aber du hast meine Frage nicht beantwortet."

"Es wäre dir egal gewesen, das ich dich getötet hätte?" fragte er nach und sah ihn, seine Augenfarbe schwankte zwischen hell und marineblau. Das Blut von Victor hatte ihn noch lägst nicht satt gemacht.

"Ja...." meinte Victor nur. "Ich kann dir nichts entgegensetzen und das weißt du so gut wie ich. Also habe ich mich damit abgefunden, das es irgendwann mal soweit sein wird."

"Woher weißt du das?"

Victor sah ihn an und lächelte leicht: "Ich habe dich heute erlebt. Ich weiß es natürlich nicht, aber ich vermute es."

Alain erhob sich ohne weiteres und lief nackt ins Wohnzimmer, dort zündete er sich eine Zigarette an.

"Prima....schön. Dann hau doch einfach ab, lass mich hier liegen, unfähig aufzustehen und ohne meine Frage zu beantworten. Idiot...blöder..." grummelte Victor.

"Lass das fluchen." kam es tadelnd aus dem Wohnzimmer, das von kleinen blauen Dunstwolken durchzogen wurde.

"Das ist meine Wohnung...da fluche ich, solang ich will..." maulte Victor leise. Er versuchte, sich aufzurichten, an das Kopfteil zu lehnen und nach einigen Momenten gelang ihm das auch irgendwie.

Alain drückte die Zigarette aus und kam wieder. "Aha..." meinte er nur knapp und suchte seine Sachen zusammen.

"Du gehst?" Victor sah ihn an, er hätte es sich ja denken können.

"Es ist Zeit für die Jagd." meinte er nur und zog seine Boxer über, schlüpfte in seine Hose.

"Viel Erfolg..." meinte Victor lapidar und streckte seine Hand aus. Sie zitterte nicht mehr so schlimm wie vorhin und ihm war auch nicht mehr so schwindelig. "In Ordnung...ich komm prima allein zurecht."

Alain funkelte ihn an. "Jetzt halt endlich mal die Klappe." fauchte er ihn an und zog seinen Mantel drüber. "Benimm dich nicht immer wie ein Kleinkind." er verschwand in dem er die Tür lautstark ins Schloss fallen ließ.

"Bitte...halt ich in Zukunft eben meine Klappe. Ich bin verdammt noch mal kein Kleinkind und ich benehm mich auch nicht so." Victor war sauer, er hasste Kritik an seiner Person. Als die Tür ins Schloss fiel, knirschte er mit den Zähnen, schlug die Decke zurück und versuchte langsam, aufzustehen. Er musste auf die Toilette, dringend und er verdurstete beinahe. Also begann er vorsichtig und mit verdammt wackeligen Knie, sein Bad aufzusuchen. In die Küche schaffte er es nicht mehr.....er trank aus dem Wasserhahn und setzte sich dann auf den Toilettendeckel, um sich für den Rückweg zu sammeln.

Alain lief schnellen Schrittes, er wollte Victor nicht allein lassen, aber sein Durst war noch nicht gestillt. Er suchte sich schnelle Opfer, zog sogar in Erwägung Blutkonserven zu trinken. Nach einer Stunde stand er wieder in der Tür, auf der Suche nach Victor.

Victor saß noch immer auf dem Toilettendeckel und grinste innerlich über sich selbst. Das hatte er nun von seinem Dickschädel...anstatt in seinem gemütlichen Bett zu liegen, saß er sich seinen Hintern auf dem harten Toilettendeckel wund. Er lauschte, als er die Tür gehen hörte und überlegte, ob er rufen sollte.

Alain sah ins Schlafzimmer aber Victor war nicht zu sehen und kalt war das Laken auch schon. "Victor?" rufend lief er durch die Wohnung, sah sich überall um, stieß die Tür zum Bad auf. Er sah ihn an und nahm ihn ohne weiteres auf die Arme, trug in zum Bett.

Victor öffnete den Mund, um zu protestieren, schloss ihn aber gleich wieder. Erstens sollte er ja die Klappe halten und zweitens war er sehr froh über Alains Hilfe und vor allem über seine Nähe. Beinahe unmerklich schmiegte er sich eng an ihn und schloss die Augen zog seinen Duft ein.

Alain legte ihn ins Bett und deckte ihn zu, dann ging er in die Küche um einen Tee zuzubereiten. Victor hatte sich vollkommen kalt angefühlt, und er war nun nicht geeignet ihn zu wärmen.

Victor zog sich die Decke bis zur Nasenspitze und schlotterte leise vor sich hin. Er hatte überhaupt nichts gewusst, wie kalt sein Toilettendeckel war...er grinste sarkastisch, er hatte ja auch noch nie beinahe eine Stunde auf selbigem verbracht. Er rieb sich die Arme, seine Zähne klapperten leicht aufeinander.

Alain hielt ihm die dampfende Tasse unter die Nase. "Trink." meinte er nur.

Victor richtete sich mühsam auf und umschloss die Tasse vorsichtig mit beiden Händen. Er blies hinein und trank, schluckweise die heiße Flüssigkeit. Langsam wurde ihm wärmer, das schlottern verschwand. "Danke..." sagte er leise, als er die Tasse geleert hatte.

"Es ist dein Tee, deine Wohnung...mir musst du nicht danken." meinte er und zog den Mantel aus, warf ihn über das Fußende.

"Nun gut, dann danke ich dir eben dafür, das du in MEINER Wohnung MEINEN Tee für mich gekocht und mir gebracht hast." meinte Victor lapidar. "Ist es dann in Ordnung?"

Alain seufzte und ging wieder ins Wohnzimmer, ließ sich in den Sessel fallen und zog eine Zigarette hervor.

Victor seufzte leise und ließ sich wieder in die Kissen fallen. Der Mann hatte keinen Sinn für Ironie. Und er hatte sich dich wirklich aufrichtig und ohne Hintergedanken bedanken wollen. "Ach Alain..." stöhnte er leise, irgendwie war er durcheinander, konnte seine Gedanken nicht mehr richtig ordnen.