Alain nutzte die Chance und breitete sich im Bett aus. Er lag auf dem Rücken, beide Arme ausgestreckt und schlief tief und fest.



Victor hatte den Fernseher angemacht und verfolgte Talkshows....seufzte leise und fragte sich ernsthaft, wie bescheuert manche Leute waren. Wie sagte Alain immer? Dumme Menschen....nun auf die hier traf es wirklich zu. Er schüttelte den Kopf und zappte weiter, sah auf die Uhr. Es war bereits später Nachmittag und Victor beschloss. noch eine Zigarette zu rauchen und sich dann wieder ins Bett zu legen...Alain würde sicher bald aufwachen.



Alain wälzte sich im Bett, es sah wie ein Schlachtfeld auf. Er knautschte das Kissen und vergrub sein Gesicht darin, während die Decke nur noch seinen Hintern bedeckte.

Victor hatte genüsslich seine Zigarette geraucht und kam zurück ins Schlafzimmer. Er blieb im Türrahmen stehen und grinste leicht, durch das schwache Licht, das hereinfiel, konnte er die zerwühlten Laken und Kissen erkennen. Er legte sich vorsichtig neben ihn, strich ihm über den Rücken.

Alain räkelte sich wohlig unter der Berührung, schnurrte leicht, knüllte aber auch das Kissen noch weiter zusammen.

Victor lächelte und küsste ihn zwischen die Schulterblätter, zeichnete mit der Zungenspitze kleine Kreise auf seinen Rücken. Seine Hand fuhr streichelnd an den Seiten entlang, liebkoste mit den Fingerspitzen die kalte Haut.
Alain schnurrte lauter, streckte sich den Berührungen entgegen. Er seufzte wohlig und krallte sich in die Bettdecke.
Victor richtete sich auf, beugte sich über ihn, legte sich mit seinem Oberkörper auf ihn, presste Haut auf Haut, genoss den Kontakt, knabberte an seiner Schulter und küsste ihn leicht aufs Ohr, dann ließ er die Fingerspitzen erneut an Alains Seiten hinuntergleiten.

"Das ist gut..." schnurrte er und räkelte sich wieder, er hob seinen Hintern etwas an, und rieb ihn an Victors Hüfte.



Victor lächelte und schnurrte leise: "Es ist schön, wenn es dir gefällt, mon ange..." Er hob sich etwas an, strich Alains Wirbelsäule entlang und fuhr mit der Handfläche über seinen Hintern, begann ihn zu kneten. Dabei küsste er ihn in den Nacken, biss leicht hinein, saugte an der hellen Haut.



"Noch viel besser..." schnurrte er und hob sich den knetenden Händen entgegen.



Victor lachte leise und zärtlich: "Darf ich dich mal verwöhnen? Das ist schön..." hauchte er und küsste Alain erneut aufs Ohr, fuhr mit der Zunge die Konturen nach. Er knetete weiter, ließ seine Hand dann sachte nach vorne gleiten, um Alains Glied zu umfassen und langsam daran auf und ab zu reiben.



Alain keuchte und drängte sich ihm entgegen. Er schloss die Augen und stöhnte leise. "Hm, Victor...schlaf mit mir." forderte er.



Victor war so verblüfft, das er innehielt. "Ich soll was?" fragte er leise und kaute auf seiner Unterlippe. Er überlegte und lächelte dann, schließlich war er keine Jungfrau mehr. Er beugte sich wieder über ihn, küsste seinen Nacken, bewegte seine Hand an Alains Glied, strich mit dem Daumen über die Eichel. Die andere Hand strich über seine Pobacken, fuhr mit der Fingerspitze die empfindliche Spalte entlang, kitzelte den Anus...stupste gegen den Muskelring. Victor zog sie zurück, feuchtete sie in seinen Mund an und schob sie langsam, aber zielstrebig in Alain.



Der Franzose biss sich auf die Unterlippe und streckte sich dem Finger entgegen, krallte sich in das Laken. "Mehr, Victor..." raunte er.



Victor stöhnte leise und überlegte, was Alain mit ihm tat, wenn er mit ihm schlief....obwohl ihm das ziemlich schwer fiel, weil er dabei vor Lust kaum klar denken konnte. Vorsichtig tastete er mit dem Finger an der Darmwand entlang, er erinnerte sich vage....fand die Prostata und stupste sie leicht an. Nach einer Weile ließ er einen zweiten Finger in ihn eindringen, ließ sie spielen. Seine eigene Erregung pochte, brachte sich in Erinnerung und Victor zog die Finger zurück, beugte sich zu seinem Nachttisch und fummelte in der Schublade....kam mit einer Tube wieder zum Vorschein. Er beugte sich wieder über Alain und bedeckte seinen Rücken mit Küssen und kleinen Bissen, während er die Tube öffnete und seine Finger und sein Glied großzügig einschmierte.



Alain wand sich genüsslich, stöhnte und ließ seine Hände ruhelos über das Laken wandern. "Jetzt mach schon..." forderte er ungeduldig.



"Noch nicht, mon ange noir..." wisperte er und genoss seine Macht, zumindest im Kleinen...innerlich zitterte er wie Espenlaub. Er strich mit dem Finger über den Muskelring, verteilte Creme und drängte sich schließlich sanft zwischen Alains Beine. Seine Eichel stieß gegen Alains Anus und Victor schloss die Augen...sammelte sich und schob sich langsam in ihn, verharrte kurz, um sich an die Enge zu gewöhnen und nicht zu früh zu kommen. Er keuchte leise, es war anderes wie mit einer Frau, viel unbeschreiblicher, enger und erregender.



Alain stöhnte und hob sich ihm entgegen, krallte sich noch fester ins Laken, griff nach Victors Hand und legte sie erneut um sein Glied. Ungeduldig stieß er leicht hinein.



Victor bewegte sich, suchte seinen Rhythmus und rieb mit seiner Hand im gleichen Takt Alains Glied. Die andere Hand hatte er auf seiner Hüfte liegen, um besseren Halt zu haben. Er stöhnte leise, das Gefühl, Alain um sich zu spüren...Alain (er ließ sich den Gedanken noch mal genüsslich durch den Kopf gehen) war ein unbeschreibliches Gefühl.



Alain keuchte, drängte sich ihm entgegen, biss sich in den Daumen. &ltAlain...Alain...> dachte er und stöhnte laut, die Augen geschlossen.



Victor bewegte sich schneller, sein Pulsschlag beschleunigte sich, das Blut sang in seinen Ohren. Alains Stöhnen fuhr ihm wie ein Blitzschlag in den Magen, er verschnellerte sein Tempo, beugte sich vor und biss ihm leicht in die Schulter. "Mon ange noir..." keuchte er und stieß ein letztes Mal heftig zu, drang so tief in ihn ein wie nur möglich und kam mit einem kleinen Schrei zum Höhepunkt. ergoss sich heiß und pulsierend in Alain.



Als sich Victor in ihm ergoss, legte er selbst Hand an und nach zweimal pumpen, bäumte er sich auf und ergoss sich erstickt stöhnend auf dem Laken. Alain sackte wieder zusammen und kniff die Augen zusammen.



Victor hatte die Stirn auf Alains Schulterblättern liegen, hörte sein Stöhnen und küsste ihn auf die Schulter. Als Alain zusammensackte, glitt er aus ihm heraus, legte sich neben ihn auf den Rücken und schloss die Augen, genoss die abklingende Erregung, versuchte seine Gefühle und Empfindungen noch mal Revue passieren zu lassen.



Alain öffnete langsam die Augen und hielt sein Hand hoch, betrachtete den Samen der daran klebte. Der Franzose war verwirrt. Gefühle und Empfindungen stürmten auf ihn ein, verwandelten sein innerstes in ein wahres Chaos. Lag es wirklich nur daran das Victor ihm so ähnlich sah? Er schloss die Augen wieder, und bemerkte wie die Gier in ihm erwachte.



Victor hatte seinen Atem beruhigt und wandte den Kopf, um Alain ansehen zu können. Als er sah, wie dieser seine Hand betrachtete, lächelte er, griff danach und leckte darüber. Langsam und genüsslich nahm er den Geschmack in sich auf. "Du schmeckst gut..." murmelte er leise.



Alain war einen Moment verwirrt, musste dann aber lächeln. "Ich muss dann auf die Jagd." meinte er leise.



"Dann solltest du gehen, mon ange..." meinte Victor leise und fuhr sich durch die Haare. Er lächelte und schloss die Augen, er konnte Alain nicht mehr ansehen, sonst würde er mit seinen ganzen Gefühlen herausplatzen.



Alain nickte und erhob sich, er griff nach seinen Klamotten und verließ die Wohnung. Er musste das Chaos irgendwie beseitigen. Victor sah Alain ähnlich, nein, er sah aus wie er, fast als wäre er seine Reinkarnation.



Victor lag im Bett, hatte sich auf den Bauch gelegt und den Kopf im Kissen vergraben. Er war glücklich und gleichzeitig deprimiert....irgendwie passte etwas nicht zusammen und er wusste nicht, was es war. Das Alain ein Vampir war, störte ihn nicht, er liebte ihn. Aber Alain liebte einen anderen...warum hatte er dann zugelassen, das Victor mit ihm schlief? Er begriff es nicht. Nach einer Weile stand er auf, ging hinüber ins Wohnzimmer, setzte sich und zündete sich eine Zigarette an.



Alain vertrieb sich die Zeit, versuchte, dadurch das er mit seinem Opfer spielte, seine Gedanken zum schweigen zu bekommen. Nach drei Stunden kehrte er zurück, satt aber frustriert. Noch immer vollkommen aufgewühlt, stand er in der Tür.



Victor saß schweigend im Dunkeln, hatte eine Zigarette nach der anderen geraucht und nachgedacht. Er starrte aus dem Fenster, ohne irgendetwas wahrzunehmen, merkte nicht, wie die Zeit verging. "Alain....." murmelte er leise, als er ein Geräusch hörte. "Du bist wieder da..." Victor hatte die Beine angezogen, das Kinn auf die Knie gestützt und sah dem blauen Rauch seiner Zigarette nach.



"Ja." meinte er nur und ließ auf die Couch fallen, holte seine eigene Zigaretten hervor und zündete eine an. "Worüber denkst du nach?" wollte er wissen.



"Über alles und nichts..." sagte Victor leise. Dann sah er auf, er würde jetzt einfach fragen, er wollte Klarheit. "Alain....du hast mir gesagt, du liebst ihn immer noch. Warum hast du gewollt, das ich mit dir schlafe?" Victor sah ihn ruhig an, drückte seine Zigarette aus und zündete sich eine neue an.



"Ich habe mit dir doch auch geschlafen." meinte er nur. Von der Verbrennung war nichts mehr zu sehen, das Blut hatte seine Selbstheilung beschleunigt.



"Das hat damit nichts zu tun und das weißt du auch" sagte Victor und sah ihn durch den blauen Dunst aufmerksam an. „Ob du mit mir oder ich mit dir schlafe, ist ein großer Unterschied."



"So, ist es das? Klär mich auf." bat Alain und sah ihn mit schief gelegtem Kopf an.



Victor zog an seiner Zigarette. "Vroni hat mit mir geschlafen, weil sie mich liebte....sie hat sich mir hingegeben, sich total fallen lassen. Für mich war es nicht derselbe Akt wie für sie...sie war der gebende Teil, ich nur der Nehmende. So ist es, wenn du mit mir schläfst...du bist der Nehmende, ich der Gebende." Er überlegte seine nächsten Worte und fuhr dann fort. "Der Nehmende ist weniger beteiligt als der Gebende....verstehst du wenigstens ansatzweise, was ich sagen will?"



"Du willst also sagen, das etwas dahinter stecken muss, weil du mit mir geschlafen hast? Du kannst dir also nicht vorstellen, das es aus reiner Lust entstanden ist?" fragte er nach.



Victor drückte seine Zigarette aus. "Du hast Recht, es ist idiotisch. Es war Lust....." Er lachte leise auf. "Warum habe ich eigentlich darüber nachgedacht? Ich bin ein Idiot." Victor erhob sich und holte sich aus der Küche etwas zu trinken, bevor er sich wieder niederließ.



Alain sah ihn nach und machte sich so seine eigenen Gedanken. Victor war nicht dumm, und das zauberte ihm ein Lächeln auf die Lippen.



Victor stand vor seinem Kühlschrank, sah hinein und sah doch nichts. Er seufzte leise und lächelte bitter. Was hatte er eigentlich erwartet? Das Alain ihm sagen würde, was er hören wollte? &ltWie naiv bist du eigentlich, Victor?> fragte er sich leise, nahm sich eine Dose Cola und ging wieder zurück ins Wohnzimmer, wo er sich setzte und nach seinen Zigaretten griff.



"Du rauchst sehr viel." meinte Alain und betrachtete ihn neugierig.



„Möglich..." meinte Victor und blies den Rauch an de Decke. "Wobei ich jetzt sagen könnte, das es meine Wohnung, meine Lunge und meine Gesundheit ist....aber da ich dir gehöre, trifft das wohl nicht mehr so ganz zu." Er grinste leicht und nahm dann einen Schluck von seiner Cola.



"Du hast es begriffen." meinte er und nickte bestätigend. "Würdest du das nicht vermissen?" fragte er dann.



"Was?" Victor sah ihn irritiert an. "Was würde ich vermissen?"



"Wenn du tot wärst. All diese Dinge. Cola, Essen ... das alles, die Sonne." Er hob seinen Blick an um ihm in die Augen sehen zu können.



"Ich weiß es nicht..." Victor überlegte und sah Alain an. "Ich kann dir nicht sagen, was und ob ich was vermissen würde, wenn ich tot bin....untot bin. Denn wenn ich richtig sterbe, berührt mich das alles nicht mehr..."



"Das ist durchaus wahr." nickte Alain.



"Siehst du? Also lohnt es sich nicht, sich den Kopf darüber zu zerbrechen" Victor zuckte mit den Schultern. "Vermisst du denn etwas?"



"Manchmal schon. Das Essen, ein Glas Rotwein. Dein Herz das schneller schlägt, wenn du berührt wirst." er klang etwas wehmütig, aber es verflog so schnell wie es gekommen war. "Nicht wirklich."



"Ja, das würde ich wahrscheinlich auch vermissen..." meinte Victor nachdenklich. "Den Herzschlag, der das Blut durch deinen Körper jagt, das du es in deinen Ohren singen hören kannst..." Er lächelte, legte den Kopf zurück und fuhr sich durchs Haar. "Alain...sage mir, wie ist es, wenn man jagt?"



Der Franzose sah Victor etwas überrascht an. "Die Jagd ist etwas was zu einem gehört, sie ist eng mit dir verbunden und selbst wenn du es verabscheust, irgendwann ist die Gier so groß dass das Tier in dir erwacht und deinen Verstand ausschaltet. Es ist wie ein kick. Die Macht, das Leben, die Angst ... es ist wie ein Flash aus Drogen. Und wenn dein Opfer immer wehrloser wird und irgendwann ruhig in deinen Armen liegt, du aber ihr Blut in deinen Adern spürst, dann ereilt dich ein wahnsinniges Glücksgefühl." er lächelte und sah ihn an. "Die Bestie." meinte er nur und griff nach einer Zigarette.



"Die Bestie...ich habe sie gespürt, gestern als du mich gebissen hast. Deine ganze Person ist eine komplett andere, wenn deine Gier dich in der Gewalt hat, sogar deine Ausstrahlung verändert sich. Ich kann es nicht beschreiben.....nur fühlen." Victor sah nachdenklich auf seine Hände, die das Glas hielten und unruhig drehten. Er stellte es auf den Couchtisch und griff zu seine Zigarettenpackung, schüttelte einen Glimmstengel heraus und zündete ihn an. "Du tötest deine Opfer.....warum hast du mich gestern nicht getötet?"



"Weil du kein Opfer bist. Ich habe meiner Gier nachgegeben, es aber noch bemerkt. Glaub mir, würdest du nur ein Imbiss für mich sein, würde ich sicherlich nicht Zeit mit dir verbringen. Mon cherie." meinte er nur.



"Imbiss....es ist schön zu hören, das ich für dich kein Fast Food bin." Victor sah ihn durch den blauen Dunst grinsend an, seine Augen funkelten. "Du verbringst deine Zeit mit mir, weil ich gutaussehend, charmant, intelligent und unterhaltsam bin, habe ich Recht?" Aufmerksam sah er ihn an und begann zu lachen.



"So in etwa." meinte Alain ohne eine Miene zu verziehen und drückte seine Zigarette aus.



Victor lachte schallend über Alains Gesicht, beruhigte sich nur mühsam. Tränen liefen ihm die Wangen hinunter. "Du bist ein hoffnungsloser Fall, Alain....keinen Sinn für Ironie. Als ob ich mich ernsthaft für charmant halten würde..." Er grinste und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen weg.



"Ich habe niemals behauptet, das du nicht charmant wärst." entgegnete der Vampir. "Du verbirgst es nur unter deinem Jähzorn."



"Darunter verberge ich viele Dinge, " sagte Victor und war wieder ernst. "Ich habe die Erfahrung gemacht, je mehr man von sich preisgibt, desto mehr Angriffsfläche bietet man. Sollen mich die anderen dann doch lieber schnoddrig und jähzornig erleben.." Er stand auf und holte sich eine neue Dose aus der Küche, goss sie in sein Glas. Er trank einen Schluck, zog dann die Beine hoch, stützte sein Kinn auf die Knie und schlang seine Arme um sich.

Alain betrachtete ihn mit hochgezogener Augenbraue. "Du bist unsicher und hast Angst. Du bist schwach." kommentierte er.
"Ich bin nicht unsicher und ich habe keine Angst, weder vor dir noch vor sonst jemanden." Victors Stimme war fest. "Und ich bin ein Mensch....und jeder Mensch hat Schwächen. Das hast du wohl vergessen. Ich bin wie ich bin und wenn dir das nicht passt, dann hau doch ab. Aber nenn mich nie wieder schwach."

Alain sah ihn an und erhob sich ohne weiteres. Er zog ein Ticket aus seiner Manteltasche, knallte es ihm auf den Tisch. "Freitag, sechs Uhr. Entweder du bist da oder nicht." ohne ihn noch einmal anzusehen, ließ er die Tür ins Schloss fallen.



Victor sah ihm nach, nahm den Aschenbecher und schmiss ihn mit voller Wucht gegen die Tür. "Blöder Idiot..." schrie er laut und sprang auf. Er kochte vor Zorn, warum in drei Teufels Namen hielt er ihm solchen Mist vor? Victor hatte Schwächen, aber wer war der Franzose, das er das Recht hatte, sie ihm vorzuhalten? Er schnaubte aus, ging dann in den Flur und räumte die Scherben und Kippen weg, schmiss sie in den Mülleimer und ging ins Bett. Kaum lag er, als ihm Tränen in Augen traten. Was, wenn er ihn bis Freitag nicht mehr sehen würde? Wütend wischte er die Tränen weg, es war ihm doch scheißegal, dann sah er ihn eben nicht....und gleichzeitig seufzte er, als er erkannte, das seine größte Schwäche wohl seine Gefühle für Alain waren.

Alain stand auf der Straße und fragte sich warum er das getan hatte. Er steckte die Hände in die Taschen und lief den Weg entlang, bis ihn seine Füße in seine eigene Wohnung getragen hatten. Er schloss die Tür auf und nahm sich eine Tasse Blut aus dem Kühlschrank damit setzte er sich vor den Fernseher um gegen später ins Bett zu gehen.

Victor drehte sich von einer Seite auf die andere, konnte nicht schlafen. Seufzend stand er auf, zog sich an und nahm seinen Hausschlüssel. Er wollte an die frische Luft gehen, vielleicht klärte ein Spaziergang das Chaos in seinem Inneren. Langsam lief er die Straße hinunter, genoss die Kühle und die Stille....hatte die Hände in den Hosentaschen vergraben und hing seinen Gedanken nach. Eine Weile war er gelaufen, als er beschloss, umzudrehen, er war doch noch ziemlich schwach auf den Beinen.

Alain wachte in zerwühlten Laken auf. Er blinzelte und gähnte herzhaft, setzte sich auf und fuhr sich durch die Haare. Er schlich sich unter die Dusche und überlegte was er tun konnte.

Victor war nach Hause gekommen und hatte sich gleich ins Bett gelegt, seine Knie waren etwas wackelig, das Fieber hatte ihn mehr geschwächt, als er sich eingestehen wollte und dazu noch der Blutverlust durch Alain. Victor lag im Bett und sah an die Decke...schon wieder der Franzose, anscheinend konnte er nur an diesen Vollidioten denken.

Alain hatte sich angezogen. Ganz seiner Herkunft zugeschnitten. Er trug eine beige Hosen und breiten schwarzen Gürtel, dazu schwarze Stiefel, ein weißes Leinenhemd mit rüschen an den Ärmeln und dem Kragen, darüber zog er eine Brokatjacke. Er fuhr sich mit einer Hand durchs Haar und sah an sich herunter. "Nicht schlecht, Herr Specht." grinste er, zupfte hier und da sich zurecht und beschloss auf die Jagd zu gehen. Trotzdem das er das 21.Jahrhundert liebte, trauerte er doch etwas der damaligen mode hinterher. Aber das war ja kein Problem. Er überlegte kurz ob er Victor einen Besuch abstatten sollte, aber dieser hatte ihn ja rausgeworfen, also führte ihn sein weg in einen einschlägigen Nachtclub.

Victor hatte beinahe den ganzen Tag im Bett vergammelt, er war genervt, frustriert und zu Tode gelangweilt, schimpfte sich einen Idioten. Gegen Spätnachmittag stand er auf, schlurfte in die Küche, machte etwas zu essen und knallte sich vor den Fernseher. Er sah in den Bildschirm, auf die Uhr und abwechselnd auf die Wohnungstür...dann stand er auf und öffnete das Fenster im Schlafzimmer sperrangelweit. Je später es wurde, desto unruhiger wurde er. "Blöder, arroganter Blutsauger....der kommt tatsächlich nicht.." Er zog sich an, schnappte seinen Schlüssel und verließ die Wohnung...er musste raus, sonst würde er explodieren.

Nachdem Alain sich ein Opfer ausgesucht hat, das eigentlich schon fast zu schade war zum töten, verließ er den Club und zog sich mit seiner Begleitung zurück. Ein lauschiges Plätzchen, wie er sich leicht grinsend dachte.

Victor war im Park unterwegs, lief seine Runden, um auf andere Gedanken zu kommen. Es war so gut wie menschenleer, nur hier und da begegnete ihm jemand, doch niemand sprach ihn an, kein Wunder bei dem Gesichtsausdruck, den er hatte. Schließlich ließ er sich auf eine Bank fallen, zündete sich eine Zigarette an und blies den Rauch in den Himmel. Als er Schritte hörte, sah er auf.

Alain kraulte seinen Begleiter bereits den Nacken, der ihn verführerisch lächelnd ansah. Der Vampir ließ seine Hände weiter wandern und knetete bereits dessen Hintern. Der junge Mann wandte sich im gehen um, schmiegte sich an die breite Brust des Franzosen und küsste ihn. Alain schlang seine Arme um ihn und erwiderte den Kuss. "Nun mein hübscher. Mitten im Park ist das nicht etwas heikel?" fragte er schnurrend.

Victor sah ein Pärchen, das offensichtlich sehr miteinander beschäftigt war und rümpfte die Nase, das hatte ihm gerade noch gefehlt. Er sah weg und rauchte weiter, als einer der beiden zu sprechen begann. Victor zuckte zusammen wie unter einem Peitschenhieb, als er die Stimme erkannte. Abrupt erhob er sich, schnippte die Zigarette weg und lief an dem Paar vorbei, musterte im Vorbeigehen Alains Begleiter und lächelte freundlich: "Ich würds lassen...." und ging weiter.

Alains Begleiter sah Victor hinterher, dann den Vampir fragend an. "Eifersüchtig." schnurrte Alain. "Oh, du kennst ihn?" "Ja." meinte er nur und fummelte weiter am Hintern seines Begleiters herum. "Also, ich will nicht, also ich will nicht Grund sein, für..." jeglichen weiteren Versuch erstickte Alain im keim, als er ihn küsste.

Victor war um die Ecke verschwunden und blieb dann stehen, es schüttelte ihn regelrecht vor Wut. Am liebsten wäre er zurückgegangen und hätte diesem Typ eine verpasst und Alain gleich mit. Wie konnte er nur an einem anderen rumfummeln, er war so ein impertinentes Arschloch. "Du blöder, arroganter Mistkerl...." fluchte er vor sich hin, ging noch ein paar Schritte und ließ sich dann auf eine andere Parkbank fallen, vergrub den Kopf zwischen den Händen. Er zuckte leicht zusammen, als er angesprochen wurde, sah hoch. Ein Mann ins einem Alter, stand vor ihm , sah ihn an und fragte, ob er Probleme habe. Victor seufzte leise und schüttelte den Kopf, lächelte und bedankte sich. Der Mann setzte sich und sie kamen ins Gespräch, was Victor ein wenig ablenkte.

Alain genoss die Fummelei und das etwas intensivere Petting, bis ihm jedoch der Durst die Kontrolle raubte. Mit einem raschen griff, versenkte er seine Eckzähne im Hals seines jungen Mannes und trank begierig. Mit blutverschmierten Lippen, ließ er ihn auf einer Parkbank zurück. Er wischte sich das rot vom Mund, mit einem Tuch und zündete sich eine Zigarette an, blies den Rauch in die Nacht und sah ihm lächelnd nach.

Victor saß noch immer auf der Bank und unterhielt sich mit dem Mann, der sich als Max vorgestellt hatte. Er zündete sich eine erneute Zigarette an und versuchte, nicht mehr an Alain zu denken, was ihm allerdings nicht so recht gelingen wollte. Er seufzte leise, sein Gegenüber legte ihm die Hand auf die Schulter und drückte sie tröstend, fragte ihn, ob er mit zu ihm wolle, einen Kaffee trinken. &ltWarum eigentlich nicht> Victor nickte und erhob sich.

Alain trat den Stummel aus und drehte auf dem Absatz, lief in die Richtung in der Victor verschwunden war. Er sah ihn, wie er gerade von der Bank aufstand und lächelte. Mit ein paar schnellen Schritten war er bei ihnen und drückte Victor ein kleines quadratisches Plastikpäckchen in die Hand, schlug ihm auf die Schulter. "Vergiss das kleine schwarze nicht." und zwinkerte ihm zu, grinste.

Victor hatte Alain erst nicht kommen gesehen, weil er Max gemustert hatte und sah erstaunt auf das Päckchen in seiner Hand. Er sah ihn an, lächelte und drückte es ihm wieder in die Hand. "Vielen Dank, Alain......ist nicht meine Größe." Er lächelte freundlich, wandte sich an Max: "Gehen wir?" und lief voraus. Victor hätte am liebsten Feuer gespuckt, Alain schien sich nicht mal halb soviel daraus zu machen, das er mit einem anderen Typen nach Hause ging, er amüsierte sich anscheinend blendend. Er ging den Weg entlang, lauschte Max Geplapper nur mit halbem Ohr. Enttäuschung machte sich in ihm breit....er machte ja nicht einmal den Versuch, ihn zurück zu halten.

Alain zuckte grinsend die Schultern, steckte es wieder ein und lief die entgegengesetzte Richtung, zurück nach Hause. Dort schlüpfte er in bequeme Boxer und Tshirt, sah noch etwas fern und ging dann zu Bett.
Victor war mit Max nach Hause gegangen, hatte Kaffee getrunken und die ganze Nacht mit ihm gesprochen, war dann morgens um Acht nach Hause gegangen. Max war sehr verständnisvoll gewesen, nett und er hatte es genossen. Zu Hause angekommen, ließ er sich ihm Wohnzimmer auf die Couch fallen, zündete eine Zigarette an und betrachtete das Flugticket, das dort immer noch lag. In ein paar Tagen war es soweit, Victor drehte das Paper in den Händen, kämpfte mit sich, ob er es zerreißen sollte, aber er brachte es nicht fertig. "Warum...warum machst du das mit mir? " Er seufzte, er wusste, es war ein Fehler gewesen, seine Zuneigung preiszugeben.

Alain wachte auf als die Sonne gerade untergegangen war. Er quälte sich aus dem Bett und stellte sich unter die Dusche, zog sich an und überlegte erneut was er machen sollte. So richtig Lust auf ausgehen hatte er eigentlich nicht.

Victor war ins Bett gegangen, hatte gelesen und war eingeschlafen, wachte erst gegen Abend auf. "Ich bin schon ne richtige Nachteule" murmelte er, als er sich streckte und aufstand. Er ging unter seine Dusche, zog sich Boxer und ein TShirt an und rief den Pizzadienst. Dann stellte er sich auf seinen Balkon, um eine Zigarette zu rauchen. Insgeheim hoffte er ja, das Alain auftauchen wurde...er vermisste ihn bereits, wie er ärgerlich feststellen musste.

Alain lag quer über seiner Couch und sah an die Decke. Blut hatte er noch da. Es war zwar nicht gerade das wahre, aber wie heute, wenn er zu faul war, reichte es alle mal. Er stand auf, schnappte sich sein Buch und begann weiterzulesen.
Victor öffnete, als der Pizzadienst klingelte, nahm sein Essen und aß während der Fernseher lief. Dann begann er, langsam und methodisch seine Wohnung aufzuräumen, setzte sich anschließend wieder vor den Fernseher. Um vier Uhr morgens gab er es endlich auf, auf Alain zu warten und ging zu Bett.

Irgendwann packte Alain das Buch weg und entschloss sich noch einmal vor die Tür zu gehen. Er ging eine weile spazieren und stand schließlich vor Victors Haus. Leise, fast wie der Wind schlüpfte er in seine Wohnung, trat an sein Bett strich ihm durchs Haar. "Endlich habe ich dich wieder, Liebster." wisperte er und küsste Victor auf die Schläfe. Genauso leise wie er gekommen war, war er auch schon wieder verschwunden.
Victor murmelte im Schlaf und schreckte dann hoch, sah sich verwirrt um. "Alain?" fragte er in die Dunkelheit und lauschte, seine Stimme klang unheimlich laut gegen die Stille der Nacht. Er seufzte leise und vergrub den Kopf wieder im Kissen. "Nur ein Traum...leider nur ein Traum..." Er schloss die Augen und kämpfte gegen die Traurigkeit an, die ihn unvermittelt befiel und die er doch nicht zulassen wollte. "Du solltest dich damit abfinden, das er nur mit dir spielt....er wird niemals das sagen, was du von ihm hören willst...nie..." Nach einer ganzen Weile schlief er wieder ein und als er am Nachmittag erwachte, fühlte er sich wie gerädert.

Alain drückte sich die ganze Zeit in seiner Wohnung herum. Eine Unruhe hatte sich seiner bemächtigt und er wusste nicht warum. Er legte eine CD ein, lauschte der Musik und hing seinen Gedanken nach.

Victor schlurfte in die Dusche, drehte das Wasser auf kalt und bibberte, aber besser fühlte er sich dadurch nicht. Er trocknete sich ab, sah in den Spiegel und grinste ironisch...zwei Tage ohne Alain und er sah aus wie ausgespuckt. "Ein großes Stück auf dem Weg in die Abhängigkeit hast du schon getan, Victor...ausgerechnet du, der nie von jemandem abhängig sein wollte, fühlst dich wie ein Süchtiger auf Entzug...und das alles wegen einem französischen Vampir.." sprach er mit sich selbst und lachte spöttisch auf. "Du bist ein Idiot." Victor ging in die Küche, machte sich etwas zu essen und begann, seine Sachen zu packen....morgen war Freitag.

Alain stand an der großen Glasfront und betrachtete die Flugzeuge. Sein Ticket hatte er in seiner Innentasche. Er sah auf seine Uhr und dann auf die Anzeigetafel. Wartend steckte er sich eine Zigarette an und trat auf die Terrasse hinaus, wo ihm Motorenlärm um die Ohren hallte und der Wind sein Mantel wie ein Segel aufblähte.

Victor rannte unruhig in seiner Bude umher, er wusste nicht, was er tun sollte. Sollte er gehen, sollte er bleiben? Sein Verstand hämmerte ihm bleiben ein, sein Herz schrie gehen...er kam sich vor wie in einem schlechten Film. Er sah immer wieder auf die Uhr, er war bereits sehr knapp...schließlich rief er sich ein Taxi, schnappte sein Ticket und ließ sich zum Flughafen bringen. Unruhig rutschte er auf dem Polster hin und her, es war Feierabendverkehr und er hatte auf einmal panische Angst, es nicht mehr rechtzeitig zu schaffen. Gerade, als er ins Flughafengebäude stürmte, wurde der Flug zum letzten Mal aufgerufen. Er hastete an den Schalter und checkte ein.

Alain saß auf seinem Platz, sah zum Fenster hinaus und rechnete. Allzu lange würde der Flug nicht dauern und seine Ankunft war schon alles geregelt. Er sah erneut auf die Uhr und lehnte sich zurück, schloss die Augen. Victor rannte ihm nicht weg.

Victor lief den Gang entlang, der ihn zur Maschine brachte und atmete tief durch, fuhr sich durch die Haare. Er wollte auf gar keinen Fall völlig aufgelöst und abgehetzt vor Alain erscheinen. Er räusperte sich kurz und ließ sich von der Stewardess zu seinem Platz bringen, stopfte sein Handgepäck in die Ablage und ließ sich neben Alain auf seinen Sitz fallen. "Bonsoir, Monsieur Dûmond.." murmelte er leise und schnallte sich an.

"Die Nacht zum Gruße." meinte der Vampir lapidar und öffnete nicht mal die Augen.

Victor war sehr der Versuchung erlegen, sich wieder abzuschnallen und aus dem Flugzeug zu stürmen, leider ging das nicht, weil die Maschine bereits auf das Startfeld rollte und er sich beim Sprung sicherlich den Hals gebrochen hätte. Victor lächelte sarkastisch, als er sich diese Aktion in allen Einzelheiten vorstellte. Und am liebsten hätte er seine Hände um den Hals des Vampirs gelegt und zugedrückt, bis er keine Luft mehr bekam, wobei das vergebene Liebesmüh gewesen wäre, er war ja schon tot. Wie war das? Holzpflock? Ein breites Grinsen erschien auf Victors Gesicht, als er sich das vorstellte...es lenkte ihn davon ab, sich aufzuregen, weil er gedacht hatte, Alain würde sich freuen, das er da war.

"Vergiss es." meinte Alain leise. "Dein Genick ist viel schneller gebrochen als mein Herz durchstoßen, mon cherie." und öffnete die Augen.

"Hör auf, meine Gedanken zu lesen...lass mir wenigstens das Vergnügen, dich in meiner Phantasie umzubringen." fauchte Victor aufgebracht. Mittlerweile wunderte er sich über gar nichts mehr. "Du bist das letzte...schmeißt mir halbwahre Sachen an den Kopf, haust einfach ab, vögelst mit irgendwelchen Typen....und dann freust du dich nicht mal, das ich gekommen bin."

Alain sah ihn an. "Ich kann keine Gedanken lesen, mon cherie."

"Dann eben nicht, trotzdem hast du genau gewusst, was ich denke." knurrte Victor und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Bin ich wirklich so leicht zu durchschauen?" fragte er nach einer Weile leise und starrte auf die Sitzlehne vor ihm.

"Sagen wir so, du bist so jähzornig, da wäre es verwunderlich wenn du andere Gedanken gehabt hättest." erwiderte Alain und sah ihn von er Seite an, dann wieder zum Fenster hinaus. "Soso, ich hätte mich also freuen sollen, ja?"

"Ach lass mal lieber.....bevor dir ein Zacken aus der Krone bricht.." Victor lächelte die Stewardess an, die ihm einen Kaugummi gab, um den Druck beim Start auszugleichen und sah ihr hinterher. "Ich bin nur gekommen, weil ich nach Schottland will und du die billigste Möglichkeit bist, dahin zu kommen. Du weißt doch, ich bin geizig...einer meiner menschlichen Schwächen." Die letzten Worte betonte er ganz besonders.

"Ich weiß." kommentierte er nur und stützte sein Kinn in eine Hand.

Victor schwieg, schnallte sich ab, als die Maschine in der Luft war und das Zeichen erlosch, kramte in der Ablage nach seinem Handgepäck und zog sein Buch hervor. Nicht mal streiten konnte man mit Alain, es war zum Verzweifeln. Ihm wäre nach einem hitzigen Wortgefecht gewesen, aber nicht einmal das gönnte er ihm. Frustriert vergrub er die Nase in seinem Buch und seufzte unbewusst. Warum war er eigentlich gekommen? &ltWeil du ihn liebst und weil du es nicht ohne ihn aushalten kannst, du völlig verblödeter Idiot> dachte er bei sich.

Alain betrachtete fasziniert die Lichter der Stadt unter ihnen und wenig später die dichten Wolken.

Victor las in seinem Buch und gähnte verstohlen, er hatte die halbe Nacht nicht geschlafen und die Müdigkeit machte sich jetzt bemerkbar. Nach einer Weile fielen ihm die Augen zu, er konnte sich nicht dagegen wehren und schlief tief und fest...das erste Mal seit Tagen, was an Alains Nähe lag.

Alain wandte den Kopf und sah Victor an. Er griff nach seinem Buch, klappte es zu und nahm seine Hand, verschlang sein Finger mit den seinen und sah weiter zum Fenster hinaus.

Victor seufzte leise und drückte im Schlaf fest die Hand von Alain. Er schrak hoch, als die Maschine absackte, weil sie anscheinend in ein Luftloch geraten war und sah sich verwirrt um. Als er registrierte, wo er war, lehnte er sich zurück und schloss erneut die Augen, hob die Hand, die Alains hielt und küsste ihn auf den Handrücken, streichelte mit dem Daumen seine Handfläche.

Alain wandte den Kopf und sah Victor an. Er drückte kurz seine hand und suchte sich dann eine Zeitschrift, blätterte darin herum.

"Wie lange fliegen wir..." fragte Victor nach einer Weile leise, öffnete die Augen und sah ihn an. "Geht es dann gleich weiter?" Er gähnte leicht und rieb sich mit der anderen Hand die Augen. "Ich war so müde...ich habe kaum geschlafen die letzten Nächte."



"In drei Stunden sind wir da, von dort fahren wir gleich mit dem Taxi weiter und werden gegen drei Uhr morgens, in Shester ankommen. Dort kannst du dann bis vier Nachmittag schlafen."

Victor hörte ihm aufmerksam zu, sah dabei aus dem Fenster, fasziniert von den Sternen, die zu sehen waren. "Shester....." er ließ das Wort auf der Zunge zergehen, lächelte dabei. Er würde Schottland sehen, er konnte es immer noch nicht so recht fassen. "Und dann? Reisen wir dann sofort weiter?"

"Ja, gegen sechs, reisen wir weiter bis wir dann gegen morgen in Edinburgh ankommen um dort ebenfalls erst einmal halt zu machen." führte Alain weiter aus.

"Sicher...wir müssen die Nacht zum Reisen nutzen..." meinte Victor nachdenklich. "Bleiben wir länger in Edinburgh? Ich würde mir das gern alles einmal ansehen...oder willst du gleich weiterreisen?" Er sah ihn an und stellte wieder mal fest, was für eine faszinierende Ausstrahlung der Franzose besaß. "Ich bin schon sehr gespannt auf das Land."

"Wenn du es dir ansehen willst, bleiben wir ein paar Tage, das ist kein Problem." meinte er nur.

"Ja?" Victor sah ihn erfreut an. "Das ist schön. Ich möchte mir die Innenstadt ansehen, die alten Häuser, die Gassen, die kleinen Pubs und Läden.." Er kam ins Schwärmen, seine Augen leuchteten vor Begeisterung. Allerdings bekam seine Freude einen Dämpfer, als ihm bewusst wurde, das er tagsüber nicht mit Alain durch die Gassen streifen konnte, und das bedauerte er.

"Dann tu das." meinte er nur dazu und sah ihn an. "Es gibt sicherlich auch Privatführer oder so etwas."

"Ja....das wird es sicher geben " murmelte Victor und sah geistesabwesend zum Fenster hinaus. Er vergaß immer wieder, das Alain kein gewöhnlicher Mann war und in solchen Momenten war es ihm besonders bewusst. "Und nach Edinburgh reisen wir weiter nach Merough, das hast du mir ja schon gesagt." meinte er nach einer Weile leise.

"Ja." kommentierte Alain diese Feststellung und blätterte dann weiter in seiner Zeitschrift.

Victor gab es auf, es wollte keine rechte Unterhaltung in Gang kommen, Alain war so einsilbig, das er sich fragte, ob ihm nicht so langsam die Stimmbänder vertrockneten. Er schloss die Augen, drehte den Kopf zur Seite und versuchte zu schlafen. nach einer Weile gab er auf, es funktionierte nicht. "Hätte ich nicht kommen sollen?" fragte er leise, ohne die Augen zu öffnen.

"Warum?" fragte er gewohnt kurz angebunden zurück.

"Warum?" Victor öffnete die Augen und sah ihn an. "Irgendwie habe ich das Gefühl, als sei dir meine Gesellschaft unangenehm...zumindest im Moment. Ich meine, du bist ja auch sonst nicht grade eine Plaudertasche, aber so einsilbig." Er wandte den Blick wieder ab, sah zum Fenster hinaus. "Liegt es daran, das du nach Schottland zurückkehrst?"

„Ich lese. meinte Alain und hob die Zeitung leicht an, um Victor zu deuten und sah ihn mit leicht schiefgelegtem Kopf an und leicht angehobenen Augenbrauen an.

„Du liest.... Victor wandte den Kopf und sah Alain entgeistert an. „Ich will mich mit dir unterhalten, aber du ziehst es vor zu lesen. Prima..... Er sah wieder zum Fenster hinaus und schwieg dann. Warum in drei Teufels Namen probierte er es immer wieder.

Alain klappte die Zeitschrift zu und lehnte sich zurück. „Dann unterhalte dich mit mir. meinte er und verschränkte die Hände vor der Brust.

Victor nahm sein Buch und klappte es auf, begann zu lesen. „Nö....jetzt hab ich keine Lust mehr...auf Kommando kann ich das nicht. sagte er und sah Alain kurz an. „Wenn eine Unterhaltung nicht von selbst in Gang kommt..... schulterzuckend widmete er sich wieder seinem Buch.

Alain sah ihn nur kurz an, lehnte dann seinen Kopf zurück und schloss die Augen.