Victor verbrachte die nächsten zehn Minuten schweigend mit der Nase im Buch, bis die Stewardess kam und fragte, ob sie etwas zu trinken haben wollen.

Alain reagierte gar nicht, sondern wandte den Kopf und sah zum Fenster hinaus. In etwa zwei Stunden würden sie landen. Er seufzte leise.

Victor lächelte der Stewardeß freundlich zu: "Bei ihm ist das vergebene Liebesmüh.......er trinkt prinzipiell nichts, was flüssiger ist als Blut......aber ich hätte gerne einen Kaffee......und vielleicht einen Cognac dazu......für die Nerven." Der Braunhaarige sah der Frau nach, die nur den Kopf schüttelte, griff dann wieder zu seinem Buch, das er zur Seite gelegt hatte und begann, die aufgeschlagene Seite wohl zum vierten Mal zu lesen. Eigentlich konnte er sich ja auch nicht darauf konzentrieren, aber niemals würde Victor von sich aus jetzt ein Gespräch anfangen....aus Prinzip nicht, dazu war er zu stur.

Alain stützte sein Kinn auf seine Hand und sah über die Wolken. "Hast du dich schon mal nach dem Sinn des Lebens gefragt?" meinte er leise, ohne Victor anzusehen. Er wirkte nachdenklich und irgendwie in sich zurückgezogen, noch mehr als sonst.
Victor wäre nun beinahe das Buch aus der Hand gefallen, endlich hatte er den Sinn der Seite kapiert und nun fragte Alain nach dem Sinn des Lebens? "Nun, bei dir ist das wohl hinfällig in gewisser Weise..." sagte er mit leichtem Spott in der Stimme, begann dann aber, darüber nachzudenken. "Ich weiß nicht...ich habe mich noch nie gefragt, was der Sinn ist." Der Braunhaarige stützte das Kinn auf die Hand und sah auf den Haaransatz seines Vordermannes. "ich denke, für jeden ist der Sinn etwas anderes. Ich möchte zum Beispiel meine Träume verwirklichen, gut leben und dabei glücklich sein....und geliebt werden. Aber vielleicht rede ich auch grade etwas Blödsinn."


"Denkst du, weil ich unsterblich bin, frage ich mich nicht warum ich lebe? Hm..." Alain wandte den Blick nicht vom Fenster ab. Er schwieg eine Weile. "Findest du das nicht etwas überheblich?"

"Was ist deiner Meinung nach überheblich? Das ich den Sinn des Lebens in meinen eigenen Zielen suche?" Victor wandte den Kopf und sah Alain nun an. "Möglich. Der Sinn des Lebens ist vielleicht das Leben selber...das Leben ist ein Geschenk. Und du lebst, weil dein Geliebter nicht ohne dich sein wollte und dich deshalb vor dem sicheren Tod gerettet hat. Sag mir Alain...hat er dir damit einen Gefallen getan? Warst du glücklich mit dieser Lösung? Dann ist das doch auch ein Sinn."

"Das du meinst, es sei hinfällig...nun egal." Alain schloß die Augen und lehnte sich zurück. "Glücklich...vielleicht war ich das, als er noch bei mir war. Ich weiß es nicht. Ich habe es akzeptiert."

"Gott, Alain....das war eine sarkastische Bemerkung. Ich habe hinfällig gesagt, weil du eigentlich ein untotes Leben führst, was in sich schon paradox ist." Victor seufzte und fuhr sich durch die Haare. "Und jetzt bist du nicht mehr glücklich? Du akzeptierst nur noch? Ist das nicht einfach unbefriedigend für die Ewigkeit?"

Alain lächelte gequält. "Du sagst es...es ist unbefriedigend." Alain öffnete die Augen und sah Victor das erste Mal wieder an. "Aber es wird sich ja ändern..." bemerkte er mit einem hinterhältigen grinsen.

"Ach? Wird es das?" Victor erwiderte Alains Blick interessiert an. "Da bin ich aber gespannt...soviel ich mich erinnern kann, war es dir doch scheißegal, ob ich mitfliege oder nicht." Der Braunhaarige wandte den Blick ab und schlug sein Buch wieder auf. "Und komm mir bitte nicht mit der Leier von wegen, ich gehöre dir. Das ist nicht wirklich was neues."

Alain schmunzelte. "Ach Victor...sich war es mir egal. Ich habe alle Zeit der Welt, ich werde deine Seele bekommen...ob jetzt oder später ist dabei unwichtig." er lehnte sich wieder zurück, und erweckte den Eindruck zu schlafen, hatte aber weiter dieses selbstgefällige Grinsen auf den Lippen.

"Ja ja...hoffen macht selig, Alain." Victor sah aufmerksam in sein Buch. "Du hast alle Zeit der Welt, aber ich nicht. Von daher wäre ich mir an deiner Stelle meiner Seele gar nicht so sicher. Wenn ich tot bin, ist sie für dich verloren.." bemerkte er beiläufig und begann erneut, die schon ettliche Male gelesene Seite zu studieren.

"Nicht wirklich. Es wäre zwar bedauerlich, wenn du sterben würdest und ich wäre nicht zugegen, aber nicht verloren. Nun ja, du bist bei mir und damit wäre dieses Problem schon gelöst, nicht wahr?" Alain wandte wieder den Kopf und betrachtete das Buch. "Was liest du da eigentlich so interessiert?"

"Nur wenn ich nicht aus dem Flugzeug springe.." sagte Victor trocken und schnaubte hörbar aus. Dieser impertinente Vampir wusste auch auf alles eine Antwort. /Wahrscheinlich, weil er schon so alt ist/ dachte der Braunhaarige giftig. "Interview mit einem Vampir.." beantwortete er dann Alains Frage. "Ein wenig Erfahrung sammeln.."

"Schmeiß es weg. Es ist der reinste Rufmord. Ich habe noch nie einen Vampir an der Decke kleben sehen, oder gar einen Brückenbogen entlang laufen. Das ist Kinderkram und nicht sehr elegant." bemerkte Alain und las über Victors Schulter ein paar Zeilen. Seine Pupillen bewegten sich schnell, während er über die Zeilen flog.

Victor musste wieder seiner Laune grinsen. "Ist doch egal... es ist unterhaltsam. Soll an der Decke kleben wer will. Ich meine, ich kenne einen Vampir der mit Vorliebe durch Fenster kommt, der nachts um drei vollgesabbert in meinem Flur steht...von daher bin ich sehr schwer zu beeindrucken."

Alains Blick wanderte vom Buch zu Victors Augen. "Hat es dich so sehr gestört?" fragte er leise.

Victor wurde es etwas warm unter dem Blick Alains und er räusperte sich, bevor er antwortete "Hab ich jemals so ausgesehen, als ob es mich gestört hätte? Du bist ein angenehmer Gast, Alain....du frißt keinem den Kühlschrank leer, du trinkst nicht alles weg" Die Stimme des Braunhaarigen war neckend, ehe sie dann unvermittelt wieder normal und leise wurde. "Und du hast mich sehr gut verpflegt, als ich so schwach war."

Alain sah ihm noch einen Moment an, dann lehnte er sich wieder zurück. "Immerhin bin ich dir angenehm, da bin ich aber beruhigt."

"Wenn du das nicht wärst, würde ich nicht in diesem Flugzeug sitzen...Besitz hin oder her. Ich bin stur wie ein Maulesel, Alain. Wenn ich nicht will, will ich nicht." Victor sah wieder auf sein Buch und spielte mit dem Einband herum.


"Das heißt aber noch lange nicht, das ich das akzeptiere." bemerkte Alain nur, bevor die Durchsage kam, das man im Landeanflug war. Er warf einen letzten Blick durch das Fenster und seufzte leise.

"Du musst es auch nicht akzeptieren.....aber du wirst damit leben müssen. Ich bin hier, weil ich nach Schottland will....und weil du es mir möglich machst. Das du eine angenehme Gesellschaft bist, macht es mir umso schöner.Ich weiß, was du jetzt sagen willst....du hast Macht über mich, das gebe ich zu. Aber vielleicht anders, als du dir vorstellst." Victor warf Alain einen Seitenblick zu und schnallte sich an, als die Durchsage kam.

"Wie stell ich es mir denn vor?" fragte Alain nur gegen. Es störte ihn irgendwie das Victor das hier als billiges Sonderangebot sah, aber wahrscheinlich hatte er noch nicht begriffen, worum es wirklich ging.

"Ich vermute es nur...aber ich kann mir vorstellen, das du denkst, das ich bei dir bin, weil du ein Vampir bist, weil du mich gezeichnet hast und ich somit dir gehöre. Habe ich nicht recht?" Victor krampfte eine Hand um die Lehne seines Sitzes, der Sinkflug gefiel ihm nicht besonders. Und ganz sicher würde er Alain auch nicht sagen, das er mit ihm in die Wüste Gobi geflogen wäre, nur um in seiner Nähe zu sein, weil er ihn liebte.

Alain schmunzelte kurz. "Oh nein, Victor. Du bist hier, wie du schon sagtest, weil es ein super Angebot ist, für das du nicht einmal nach dem Preis gefragt hast. Außerdem sollten wir damit beginnen, deine französichkenntisse aufzufrischen..."

"Der Preis ist irrelevant....entweder der Tod oder lebenslange Abhängigkeit oder das ewige Leben. Ich weiß in etwa, was auf mich zukommen könnte." Victor warf Alain einen kurzen Blick zu und atmete tief ein.....er hoffte die Maschine würde bald landen. "Und wieso Französisch? Wir sind in Schottland."

"Wenn du dich erinnern kannst, hab ich dir damals Französischunterricht angeboten, mon cherie." bemerkte Alain und die Maschine setzte auf

"Hast du, ich weiß.." Victor ließ die Sessellehne los, schnappte sich Alains Hand und schloß die Augen, bis die Maschine aufgesetzt hatte. "Ich frage mich nur, wie du grade jetzt drauf kommst." sagte er leise, als die Maschine ausrollte und er die Augen wieder öffnete.

Alain betrachtete Victor kritisch, ließ ihm aber seine hand. Er genoß es die menschliche Wärme förmlich aufzusaugen. Was ihn daran erinnerte, wie er sich mit ihm vereinigt und er seinen heißen, verschwitzten Körper unter seinem gespürt hatte. "Nun, ich bot dir Unterricht und eine Schottlandreise. In letzterem sind wir, also fehlt nur der Unterricht...und da uns unsere reise irgendwann einmal wieder zurück nach Frankreich führen wird, mußt du die Sprache beherrschen, mon cherie." cherie."
Victor atmete erleichtert aus und ließ dann zögernd Alains Hand los. "Mein französisch ist doch nicht so schlecht......aber um in Frankreich alles mitzukriegen, muss ich schon üben." Der Braunhaarige überlegte, sah Alain dann an. "Wieso Frankreich? Was machen wir in Frankreich? " Etwas verwirrt strich er sich eine Strähne aus der Stirn.

"Ich habe keine Ahnung." antwortete Alain. "Aber ich denke, ich werde einmal nach über 200 jahren einmal an meinen geburtstort zurückkehren."

Victor wandte seine Aufmerksamkeit kurz von Alain ab, weil nach dem Stillstand des Flugzeuges eine allgemeine Hektik ausgebrochen war und er einen Ellenbogen ins Genick bekommen hatte. "Können sie nicht aufpassen?" fluchte er und wandte sich dann wieder dem Vampir zu. "Und warum willst du mich da dabei haben?"

"Warum nicht?" fragte Alain gegen und zog
Victor zu sich, das er sich an ihn lehnte. "Lass diese Hektiker erst
einmal aussteigen."

"Sowieso...ich hab keine Lust auf
irgendwelche Körperteile in meinen, wenn sie nicht gerade von dir
stammen..." sagte Viktor trocken und warf den Leuten einen bösen Blick
zu. Dann wandte er sich wieder an Alain. "Es war nur ein Frage....wenn
du in alten Erinnerungen schwelgen willst, bin ich doch störend."

"Wie schmeichelhaft." bemerkte Alain nur.
"Nun, wieso solltest du störend wirken?" fragte er und erhob sich
schließlich, als die größte Meute aus dem Flugzeug raus war.

Victor erhob sich ebenfalls. streckte sich
kurz und griff dann nach seinem Handgepäck. "Was weiß ich....wenn du
mich dabei haben willst, begleite ich dich. Falls ich bis dahin nicht
wieder eine geregelte Arbeit habe." sagte er abschließend, der
Braunhaarige hatte keine Lust mehr auf dieses Thema.


Alain betrachtete Victor nur und sagte nichts dazu. Er
verließ das Flugzeug, durchquerte den Flughafen und wollte gerade eine
Taxi heranzitieren als er eine schwarze Limosine wahrnahm und seine Hand
wieder sinken ließ. Ein Chaffeur stieg aus und öffnete einfach die Tür.
Man konnte als Mensch im Innern des Wagens nichts erkennen.

Victor war Alain schweigend gefolgt und hatte sich
immer wieder neugierig umgesehen. Naja, der Flughafen sah aus wie alle
Flughäfen...aber er war in Schottland. Das ließ er sich genüßlich durch
den Kopf gehen. Der Braunhaarige strahlte vor sich hin...er war
tatsächlich hier. Vor lauter Begeisterung prallte er schließlich gegen
Alain, weil er nicht gemerkt hatte, das dieser stehengeblieben war.
"Was...." setzte Victor an, schwieg dann aber wieder, als er die
Limousine sah.

Alain gab keinen Ton von sich als Victor gegen ihn
stieß. Er schob nur die Hände in die Taschen und zog die Schultern hoch.
"Steig ein Victor." meinte er zu ihm und der Chauffeur kam zu ihnen um
sich um das Gepäck zu kümmern.

Victor sah Alain fragend an...ihm bereitete die
schwarze Limousine Unbehagen, aber das würde er niemals zugeben. Auf die
Aufforderung des Silberhaarigen stieg er ein und entgegen seiner
sonstigen Art sogar schweigend und ohne einen bissigen Kommentar.


Alain folgte ihm und stieg nach ihm ein. In der Limosine saß
niemand, scheinbar wurden sie erwartet. Doch die Frage war von wem? Und
vor allem warum.

Victor umklammerte seine Tasche und sah Alain fragend an. "Werden wir
erwartet?" fragte er dann, er hielt es nicht mehr aus. Was wusste er
schon, was der Silberhaarige so alles geplant hatte.
Alain brauchte etwas bis er Victor ansah. „Nun, ich würde eine wartende Limousine so bezeichnen.“ bemerkte er und sah ihm direkt in die Augen. „Keine Angst, es wird dir nichts passieren...“ er sagte es fast liebevoll, aber auf alle Fälle meinte er es ernst.

„Da bin ich wirklich beruhigt..“ sagte Victor mit einem leicht sarkastischen Unterton in der Stimme. Nun, er war mit einem Vampir im Schottland...was konnte ihm schon passieren, außer das er ausgesaugt und irgendwo liegengelassen würde. Nein.....widersprach eine kleine Stimme in seinem Verstand. Er war ja Alains persönliches Eigentum, also würde der auch auf ihn aufpassen. „Ich werde dich an dein Versprechen erinnern, wenn ich angeknabbert werden sollte...“ murmelte der Braunhaarige leise mit einem kleinen Lächeln....das etwas dünn ausfiel.

„Ich hoffe, das du es nicht musst.“ meinte Alain und sah wieder zum Fenster hinaus, die Stirn in Falten gezogen.
Er war sich nicht sicher, ob es ihm gefiel das Viktor mit dabei war. Er war nicht nur um dessen Sicherheit besorgt, sondern es bestand auch die Gefahr das er zuviel erfuhr, über ihn und seine Vergangenheit.
Es dauerte ein ganzes Stück, vielleicht zwanzig Minuten, bis sie aus der Stadt heraus waren um in einem Viertel anzukommen, in dem mehrere Herrenhäuser standen die bestimmt nicht billig waren.
Sie hielten schließlich vor einem Eisentor, das fast zwei Mann hoch war und eine lange Kiesauffahrt besaß, so dass das Haus von der Straße aus, kaum sichtbar war.
Das Tor öffnete sich automatisch und die Limousine fuhr in Schrittgeschwindigkeit bis vor die Eingangshalle. Es war ein viktorianisches Gebäude, dessen Hauswand von Blätterranken bewachsen war, die in sämtlichen herbstlichen Farben schillerten. Zwar waren sie in der Dunkelheit kaum zu erkennen, aber der Lichtschein aus den Fenster tauchten sie in unterschiedliche Goldtöne.
Alain brummte leise, eher unbewusst, aber es war ein Anzeichen für innere Anspannung und Unruhe, etwas das er eigentlich sehr selten empfand.

Victor schwieg und sah aus dem Fenster, er hatte so das Gefühl, als wäre jedes Wort zuviel. Er konnte Alains Anspannung fast körperlich spüren. Er warf dem Vampir einen Seitenblick zu als die Limousine langsamer wurde. „Wie soll ich mich verhalten?“ fragte der Braunhaarige leise. „Gibt es irgendwelche Regeln, von denen ich nichts weiß? Schweigen, bestimmte Ansprachen.....möglichst immer ein Halstuch tragen?“

Alain warf ihm einen undeutbaren Blick zu. „Bleib immer in meiner Nähe.“ Er stieg aus bevor der Chauffeur ihm öffnete, doch der hielt sich diskret zurück und blieb nur seitlich stehen.
Die große eicherne Flügeltür öffnete sich und die Vorhalle erstrahlte im goldenen Licht eines Kronleuchters. Ein Butler stand in der Tür, verneigte sich leicht.
„Willkommen, Master Dûmond...“
Alain versicherte sich nochmals Viktor mit einem Blick über die Schulter und stieg dann die Steintreppe hinauf.

Victor war beeindruckt, ließ es sich aber nicht anmerken. Jemand wie er war nie beeindruckt. Er sah Alain in die Augen und folgte ihm dann, stieg aus dem Auto und sah sich um. Wahnsinn.....aber das musste ja keiner merken. Noch einmal erwiderte der Braunhaarige den Blick des Vampirs und ging hinter diesem die Steintreppe hinauf.

„Bitte folgen sie mir, Master ... erwartet sie schon.“ Der Butler deutete Richtung Salon, Alain folgte ihm. Als er die Tür öffnete versteifte sich der Vampir merklich.
Er durchschritt den Türrahmen und das knistern der Flammen im Kamin im Hintergrund gab der Situation etwas angenehmes, auch wenn sich Alain alles andere als angenehm fühlte. Ein älterer Mann mit ergrauten Schläfen saß in einem Ohrensessel, augenscheinlich ein Glas Wein in der Hand. Kleine Fältchen rahmten seine Mundwinkel ein, als er süffisant lächelte. Er war mit einem schwarzen Rock gekleidet unter dem er ein weißes Hemd mit Krawatte trug. Ein Gehstock mit silbernem Knauf lehnte an dem weinroten Sessel. Ihm gegenüber, am Kamin stehend, ebenfalls ein Glas in der Hand, stand ein jüngerer Mann, etwa Alains Alter, er war ebenfalls in Jacket gekleidet und musterte die Besucher neugierig.
„Guten Abend, Alain...“ meinte der Ältere.

Victor war hinter Alain hergegangen, langsam und in gebührendem Abstand. Er wusste nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Wie verhielt man sich so...als Mensch unter Vampiren? Klappe halten.....und nur reden, wenn man gefragt wurde? Zudem wusste er, wie sich reiche Leute teilweisen gegenüber Leuten wie ihm verhielten. Man würde ihn womöglich wie Dreck behandeln und Victor wusste nicht, ob er sich dann beherrschen konnte. Am besten, er würde sich an Alain orientieren und hoffte, das dieser ihm nicht in den Rücken fiel...mit was auch immer.

Alain brummte nur, was der Alte amüsiert hinnahm, er bot ihm einen Platz an. „Danke, ich stehe lieber. Was willst du von mir?“
„Wie immer kommst du ohne Umschweife auf den Punkt, das hat mir schon immer gefallen, Alain.“ Er legte eine merkwürdige Betonung auf den Namen, fast spottend. Alain nahm es hin, doch er spannte die Muskeln seiner Arme an, als er die Hände in den Manteltaschen zu Fäusten ballte und zwang sich ruhig zu bleiben.
„Wie ich sehe, hast du dir ein Spielzeug zugelegt...“ er hielt es nicht einmal für notwendig Victor einen Blick zu schenken, doch der junge Mann musterte ihn dafür mit Interesse.

Victor hatte alles mögliche erwartet, aber das? „Ich bin ganz bestimmt nicht sein Spielzeug, du alter aufgeblasener Kauz..“ sagte er leise, aber bestimmt und in einwandfreiem Französisch und sah den jungen Mann an, der ihn musterte, wollte noch etwas sagen, aber in seinem Zorn fiel ihm leider nichts passendes ein. Um Alain nicht unbedingt Schwierigkeiten zu machen, hatte Victor bewusst französisch gesprochen......vielleicht verstand der Alte das nicht.

Ein breites Grinsen breitet sich auf den Lippen des Alten aus.
„Ganz schön frech für einen Menschen.“ bemerkte er. Alain reagierte nicht, er wandte sich auch nicht um oder rief Victor zur Raison.
Der Vampir wirkte genervt. Es war selten das jemand oder etwas ihn so reizen konnte, das er tatsächlich Gefühle zeigte, außer Gelassenheit oder Gleichgültigkeit.
„Komm zum Punkt, Dorian. Ich habe nicht vor den Tag hier zu verbringen und will vor Anbruch des Tages mein Ziel erreichen.“
„Falls du vor hattest Finian aufzusuchen. Den Weg kannst du dir sparen. Der alte Trottel ist nur noch Staub...“ mit einer Handbewegung unterbrach er Alain, der schon den Mund geöffnete hatte. Bleich konnte er nicht mehr werden, aber wäre er noch ein Mensch gewesen, wäre ihm sämtliches Blut aus dem Gesicht gewichen.
„...deshalb werden in den nächsten zwei Tagen mehrere Gäste in meinem Haus erwartet, und auch du wirst Gast dabei sein, Alain...und das ist keine Bitte.“
Der Vampir presste die Kieferknochen aufeinander. Er wusste, das es sinnlos war, jetzt nachzufragen, also akzeptierte er es und nahm es hin, auch wenn er alles andere als begeistert war.
„Wo werde ich nächtigen?“ fragte er deshalb knapp und sichtlich gefasst.
„Max wird es dir zeigen.“
„Was ist mit Victor...“
Dorian lächelte erneut süffisant und spottend. „Nun, er kann, wenn du es verlangst in deinem Zimmer übernachten, der Boden ist warm genug.“
Alains Augen verengten sich zu Schlitzen, dann schnaubte er und wandte sich um, nickte Victor nur zu und mahnte ihn mit einem Blick, den Mund zu halten.

Victor hatte in der Zwischenzeit den jungen Mann, der ihn so gemustert hatte, mit Blicken erdolcht und sich die schönsten Tötungsarten ausgedacht...vom Holzpflock über Feuer...alles das, was er aus seine Vampirfilmen kannte und von dem er wusste, das es sowieso keine Chance hatte.....aber es beruhigte ihn ungemein.
Der Unterhaltung hatte er nebenbei gelauscht und Alain nur ab und an einen Blick zugeworfen. Bei Boden hatte er schon den Mund geöffnet...der alte Kauz hatte wohl einen Knall. Victor schnaubte, er war ja schließlich kein Hund. Nur Alains Blick hielt ihn davon ab, zu explodieren. Der Braunhaarige warf dem Alten einen abfälligen Blick zu und wartete auf die weitere Vorgehensweite des silberhaarigen Vampirs.

Der junge Mann reagierte mit keiner Miene auf Victor Provokation, er nippte nur an seinem Glas und blickte ihn nur noch intensiver an. Seine Augen war fast schwarz und schienen unendlich zu sein, wirkte ein wenig hypnotisierend.
Alain nickte dem Butler zu, der voran lief um ihnen das Zimmer zu zeigen. Der Vampir folgte ihm, stieg die, mit rotem samt ausgelegte Treppe hinauf. Beidseitig eröffnete sich vor ihnen ein langer Gang. Das haus schien nicht nur von außen groß zu wirken, es schien auch tatsächlich so riesig zu sein. Die Decke erhob sich drei Meter über ihnen, gewölbt und ließ er ahnen in welchen Dimensionen man sich die Zimmer vorstellen musste.

Victor folgte Alain, aber nicht, ohne ständig leise vor sich hinzuschimpfen. Schließlich richtete er leise das Wort an den Silberhaarigen. „Alain? Wer war der junge Mann, der dort noch war? Gehört er irgendwie zu dem alten Kauz? Der war mir nicht geheuer.“

Alain machte eine kurze, nur angedeutete Handbewegung, das Victor deutete, das es gerade ungünstig war, Fragen zu stellen.
In ihrem Zimmer angekommen, schloss Max die Tür und Alain wartete bis der Butler sich auch wirklich entfernt hatte.
„Vor Ewen solltest du dich vorsehen. Selbst ich kann ihn nicht einschätzen.“
Das Zimmer war ebenfalls viktorianisch gehalten, so wie das ganze Haus, man meinte sich in dieser Zeit aufzuhalten, nur das man mit Strom und fließend Wasser gesegnet war.

„Na wunderbar. Und wie soll ich mich vor einem Vampir in acht nehmen? In Knoblauch baden?“ meinte Victor sarkastisch und man merkte ihm an, das er ziemlich angefressen war. „Dieser Typ....was ist er? Das Spielzeug von dem alten Uhu?“ fragte er dann weiter. Victor wollte es nicht zugeben, aber er fühlte sich nicht sicher.

„Ewen ist Dorians Sohn...“ Alain zog den Mantel aus und warf sich aufs Bett. Er legte sich auf den Rücken und verschränkte die Hände hinter dem Kopf.
„Halte dich in meiner Nähe...“ das war alles was er dazu sagte und stierte in den Himmel über dem Bett.
„Und wie stellst du dir das vor? Soll ich 24 Stunden am Tag an dir kleben? Das geht nicht und das weißt du so gut wie ich.“ Victor begann, Kreise zu laufen. Nun war er nicht mehr wütend sondern nervös. Dieses Haus war ihm entschieden zu unsicher, trotz Alains Nähe.

„Komm her und setz dich, du läufst Runden wie ein aufgeregter Hamster..“ Alain wandte ihm den Kopf zu. „Ich sagte doch, ich passe auf dich auf.“
Er streckte ihm eine Hand entgegen, seiner Forderung nachzugeben.

Victor sah Alain erst einen Moment lang an, dann kam er seiner Forderung nach und ließ sich auf der Bettkante nieder. „Du kannst nicht ständig auf mich aufpassen.. .“ sagte er leise und sah dem Vampir in die Augen. „Dieses Haus ist mir nicht geheuer.“

„Ich wusste hiervon nichts, sonst hätte ich dich nicht mitgenommen.“ Alain legte ihm eine Hand auf den Arm. „Es passiert dir nichts!“ sagte er fest „Darauf gebe ich dir mein Wort.“

Victor versuchte ein Lächeln, aber es fiel ziemlich dünn aus. „Ich erinnere dich daran, wenn ich blutleer irgendwo rumliege.“ Er schloss kurz die Augen und atmete tief durch, sah Alain dann an. „Ich glaube dir und ich werde so gut ich es kann in deiner Nähe bleiben.“

„Der einzige der dein Blut trinken darf, bin ich und ich habe nicht vor dich auszusaugen.“ Zumindest noch nicht. Alain begann mit dem Daumen über seinen Arm zu streicheln. „Vampire sind Raubtiere, sie denken nur an Macht und Besitz...aber das müsstest du ja wissen.“ Er lächelte ihm zu, betrachtete ihn im Schein des Feuers das bereits im Kamin loderte und Victor mit einem bronzenem Schein überzog.
Er wirkte in seiner Unsicherheit, Angst für Alain noch anziehender als sonst. Wahrscheinlich stimmte ihn die Umgebung, die Einrichtung so melancholisch und nachdenklich.
Er umfasste seinen Arm und zog ihn zu sich herunter, legte seine andere Hand in dessen Nacken und küsste ihn. Er war unglaublich liebevoll, etwas das man ihm irgendwie nicht zutraute, vor allem nicht wen man ihn kannte.

„Das ist sehr tröstlich. Das heißt wenn ich ausgesaugt werde, weiß ich zumindest, wer dafür verantwortlich ist.“ Victor lächelte, diesmal echt und keinesfalls unsicher. Er seufzte leise, Alains Berührung tat ihm gut und beruhigte ihn ein wenig. „Macht und Besitz.....ja, das stimmt wohl. Zumindest bin ich sehr froh, das du mich nicht öffentlich als Spielzeug titulierst.“ Vic war überrascht, als Alain ihn zu sich zog, dann erwiderte er den Kuss. Der Vampir war so komplett anders in manchen Momenten......genau wie als er ihn bei sich zu Hause versorgt und bei ihm geblieben war.
Nach dem Kuss schmiegte sich der Braunhaarige an Alain heran und streichelte mit den Fingerspitzen über dessen Arm. „Was wird passieren? Ich habe gehört, was der Alte gesagt hat...es werden noch mehr kommen?“ fragte er dann leise.

Alain hatte beide Arme um Victor geschlungen, streichelte seinen Rücken.
„Es werden einige sein. Wie viele weiß ich nicht, aber es muß wichtig sein, denn Versammlungen dieser Art sind sehr selten.“
Er presste die Zähne aufeinander, als er daran dachte das Finian nicht mehr lebe sollte. Der alte Vampir war ein guter Freund von ihm gewesen, wenn es so etwas wie Freundschaft unter Vampiren gab. Er fand es komisch das er tot sein sollte...richtig tot. Finian würde niemals zurückkehren, sein Körper und sein Geist für immer verloren. Jäger gab es keine mehr, längst galt seine Art nur noch als Mythos und von wenigen Fanatikern abgesehen, die es geil fanden sich Plastikzähne anzukleben, waren Vampire nur Hirngespinste für die Menschen. Demnach konnte es nur ein anderer Vampir gewesen sein, das größte Verbrechen das man innerhalb seiner Gattung begehen konnte, denn Selbstmord schloß er aus. Er bezweifelte es ganz einfach, zumal Finian und er erst vor kurzem noch Kontakt gehabt hatten, sonst wäre er nicht nach Schottland aufgebrochen.
Er hatte es einmal erlebt und er wünschte sich, nicht noch einen Freund so verloren zu haben. Das machte den Mord nicht besser, aber erträglicher. Das bestärkte ihn nur noch in der Tatsache herauszufinden was passiert und wer der Verantwortliche war.

Victor hatte die Augen geschlossen und lauschte, dann begann er, an seiner Unterlippe zu knabbern. Langsam fragte er sich, ob das klug gewesen war, mit Alain zu gehen. Wobei er so oder so keine Chance gehabt hatte, gegen seine wohlgehüteten Gefühle für den charismatischen Vampir anzugehen. Er konnte es nach außen verbergen, aber das war es auch schon. „Aber er wusste, das du kommst.....gibt es so eine Art telepatischer Verbindung? Oder wissen es andere deiner Art einfach nur.......spüren sie es, wenn ein anderer Vampir in der Nähe ist?“ Victor sah Alain an. „Das gefällt mir nicht....“

„Finian wusste das ich komme...von daher wundert es mich nicht, das Dorian das wusste, dafür muss er nur schauen, wann der nächste Flug ankommt.“ Alain sah auf Victor hinab und lächelte leicht. Er spürte seine Angst, und dieser Geruch schmeichelte sich süß um seine Nase.
„Ja, ich spüre ob ich einem Vampir oder Menschen gegenüber stehe, auch Telepathie ist durchaus möglich, aber es bedarf einer langen Lebenszeit und großer Stärke diese Fähigkeit zu erlernen. Sie ist eigentlich fast nur den Ältesten vorbehalten...“
Warum erzählte er Victor eigentlich soviel? Dieses Haus war jetzt schon nicht sehr gut für ihn.

Victor sah Alain an. “Du spürst das ich Angst habe und mich unwohl fühle…..gefällt dir das?“ Er war ruhig dabei, obwohl er am liebsten geschrieen hätte. Vampire.....noch vor kurzem hatte er nicht einmal an ihre Existenz geglaubt und nun merkte er immer mehr, das Alain recht hatte...Vampire waren wie Raubtiere. Nichts desto trotz schmiegte er sich wieder enger an den Silberhaarigen „Nur den Ältesten......wie alt sind die Ältesten?“ fragte er dann weiter.

„800 Jahre und mehr, manche älter als tausend Jahre...“ Alain war noch ein recht junger Vampir, nicht einmal 300 Jahre war er alt, aber er wusste das er dennoch einen wichtigen und hohen Rang in der Hierarchie besaß, den würde er auch ausspielen. Schon allein um Victor zu schützen. Niemand, selbst nicht Dorian und schon gar nicht Ewen würde er gestatten sich zwischen ihm und seinem Besitz zu drängen oder gar sich an ihm zu vergreifen.
Alains Augenlider senkten sich, als er noch einmal fast vorführend die Luft, den Geruch des Angstschweißes tief einatmete. Halb geschlossene Augen sahen auf Victor hinab und die blaue Iris wurde fast schwarz als er wisperte: „Sie erregt mich...“

Victor hörte aufmerksam zu. 1000 Jahre....so etwas konnte er sich kaum vorstellen , aber er wusste, das Alain ihn sicher nicht anlog. Die Beantwortung seiner ersten Frage allerdings brachte ihn aus dem Konzept....er sah dem Vampir in die Augen und der Blick fuhr ihm wie ein Blitzschlag in den Magen und auf seinem Körper stellte sich eine Gänsehaut. Allein schon das Gefühl, solch ein Begehren auszulösen, sei es aus Angst oder sonst wie, machte schwindelig. „Ich hoffe, du jagst mir nicht jedes Mal Angst ein, wenn du mit mir schlafen willst...denn ich glaube nicht, das ich das auf Dauer überleben würde...“meinte Victor lapidar, so wie er eben war....dabei war er sich sicher, das er es nicht überleben würde...sei es, weil Alain ihn wieder beißen und dieses Mal vielleicht nicht rechtzeitig aufhören konnte oder wollte, oder aber weil ihm irgendwann vor Angst der Herzschlag treffen würde.

Alain lächelte ihn fast väterlich an. „Weshalb jage ich dir Angst ein?“ fragte er, hörte mit seinen Kosungen aber nicht auf, sonder weitete sie aus. Seine Handflächen fuhren über Victors Rücken, die feste Rundung seines Hinterns.
Eigentlich hatte er eher gedacht das Haus und die Anwesenheit der anderen Vampire würde ihm Angst einflößen, aber das es seine Gegenwart war, überraschte ihn nun doch, vor allem das er ihn dann trotz seiner Furcht begleitete, sich in seine Hände begab. Wahrscheinlich hatte Victor es längst akzeptiert das Alain ihn nicht freiwillig gehen lassen würde, das er ihm verfallen war, so wie er Alain verfallen gewesen war.
Unrettbar war er in den Armen des Vampirs gewesen, voller Hingabe und auch Abhängigkeit, bedingungslos.

„Vielleicht wegen der Tatsache, das du ein Vampir bist?“ Victor lächelte leicht, Alain hatte es falsch verstanden...na ja, vielleicht nicht ganz. Der Braunhaarige hatte keine Angst vor dem Vampir, er hatte es längst als gegeben hingenommen, das sein Leben in Alains Händen lag. Was sollte er auch dagegen ausrichten? Und außerdem konnte er sich tausend schlimmere Tode vorstellen. Er liebte diesen impertinenten Franzosen schließlich.
„Ich habe keine Angst vor dir....du bist der einzige in diesem Haus, vor dem ich keine Angst habe“ sagte er dann und drängte sich unbewusste Alains Händen entgegen. „Ich will nur verhindern, das du mich.....um den Kick zu kriegen, ständig in irgendwelche grusligen Häuser schleifst...mit alten Käuzen und undurchsichtigen Söhnen...“ lächelte er dann.

„Oh danke, darauf kann ich sehr gut verzichten. Wir werden uns nicht länger als notwendig hier aufhalten.“ Alain presste die Fingerkuppen seiner einen Hand in die rechte Arschbacke von Victor und massierte sie.
Die freie Hand wanderte erneut in seinen Nacken, zog ihn zu sich hoch und kam ihm aber auch entgegen, um erneut die weichen Lippen zu besetzen und schließlich zu versuchen die Mundhöhle in Besitz zu nehmen. Seine Zungenspitze streichelte sanft um Einlass bettelnd über die roten Lippen und schob sich dazwischen, versetzte seine Bitte mit Nachdruck.

„Das beruhigt mich ungeheuer..“ murmelte Victor, schon nicht mehr ganz bei der Sache. Dazu fühlten sich die Finger auf seiner Kehrseite viel zu gut an. Scheiß drauf, so lange Alain in seiner Nähe war, fühlte sich der Brauhaarige auch sicher....so sicher wie man sich eben in einem Haus mit Vampiren als Mensch fühlen konnte. Er öffnete bereitwillig seinen Mund, ließ die Zunge des Vampirs ein, verwob sie zu einem sinnlichen Spiel und unterbrach den Kuss nur kurz, um Luft zu schnappen.
Seine Hand schob sich unter Alains Oberteil und strich dort weiche Haut.

Alain seufzte leise in Victors Mund, der Druck seiner Hand im Nacken von Victor wurde stärker und der Kuss intensiver. Er rutschte ihm entgegen um sich so besser an ihn schmiegen zu können, ihn ganz zu fühlen und so mehr Armfreiheit zu haben um Victors restlichen Körper zu erforschen.

Victor wurde weich, anschmiegsam...es war, als hätte Alain einen Knopf gedrückt und vielleicht hatte er das ja auch. Der Vampir musste ihn nur küssen oder an bestimmten Stellen berühren und der Braunhaarige war das reinste Wachs. Seine Finger strichen nun etwas fahriger über Alains Haut und er erwiderte den Kuss genauso intensiv, löste sich nur, um Luft zu holen und lockte dann die Zunge des Silberhaarigen erneut zu sich. Vergessen waren die anderen Vampire und die Furcht, die er eigentlich hatte.....bei Alain war das alles wie weggeblasen.

Alain umfasste den Saum von Victors Pullover, er wollte ihn endlich spüren, die trüben Gedanken vertreiben, sie beide für einige Zeit dem entfliehen lassen was ihnen nicht behagte.
Er zog es Victor über den Kopf, warf es achtlos über den Bettrand und strich mit der Hand über seine Wange, fuhr mit dem Daumen die Linien seiner Lippen nach.
Er wirkte so zerbrechlich und verletzlich. So hatte er Alain nur in ganz seltenen Momenten gesehen, aber der Vampir war auch älter gewesen, als Victor jetzt, sehr viel älter.
Er musste und würde ihn beschützen, noch einmal würde er seinen Geliebten nicht verlieren. Zwei Jahrhunderte hatte er ausgeharrt, nach ihm gesucht und hatte ihn wieder gefunden. Diesmal würde sie nichts trennen.
Alains Augen überzog ein Schleier, als er Victor in die Augen sah und ein zärtliches Lächeln umspielte seine Mundwinkel.

Victor seufzte leise und sah Alain in die Augen, strich dem Vampir zärtlich über den Nacken. Dessen Blick versetzte ihm einen leichtes kribbeln im Unterleib....er sah ihn so liebevoll an und dem Braunhaarigen war das nicht geheuer. Irgendwie hatte er das Gefühl, das Alain nicht ihn sah...wenn er ihn so anblickte. Es war nur ein Gefühl.. aber es hielt sich beharrlich.
Allerdings war Vic zu sehr von dem Silberhaarigen gefangen genommen., er liebte ihn.....und deshalb wollte er nehmen, was er kriegen konnte. Das Alain ihn liebte...ihn irgendwann mal lieben würde, das hoffte Victor zwar heimlich, aber es würde sich wohl nicht erfüllen....der Braunhaarige war Realist genug.
Vic schmiegte sich in die Hand, er strich Alain durch die Haare und kraulte dann dessen Nacken. Langsam hob er sich ihm entgegen und rieb sich leicht an ihm.

Alain seufzte leise, beugte sich vor und besetzte die erforschten Lippen erneut. Währenddessen begann er sich selbst zu entkleiden. Seine weiße makellose Haut setzte sich in Kontrast zu dem seichten Dämmerlicht das in dem Zimmer herrschte. Die Muskeln und Sehnen zeichneten sich weich darunter ab.
Um sich der Hose zu entledigen musste er den Kuss brechen, doch nackt wie er war, küsste er ihn erneut und seine Finger begannen sich an Victors Hose zu schaffen zu machen.

Victor hatte Alain beobachtet und leckte sich leicht über die Lippen. Der Vampir war verdammt anziehend....verdammt schön und er war ihm rettungslos verfallen. Und der Gedanke erschreckte den Braunhaarigen nicht mal...er nahm es als gegeben hin.
Er hob sich den Händen des anderen entgegen, wollte es ihm leichter machen, die Hose abzustreifen. „Alain...“ schnurrte Victor leise und kraulte dessen Nacken, vergrub dann die Hände in dem langen, silberweißen Haar, dann strich eine Hand den Rücken entlang, über den Hintern zu dessen Glied, streichelte sacht darüber.