Cole sah Gabriel abschätzend an und musste innerlich grinsen. Wenn er etwas voraussagen konnte dann, das der Schwarzhaarige unweigerlich einschlafen würde. Der Ire wusste, das sein Freund nicht auf Kitsch stand. Aber an Silvester erschien es ihm einfach passend....und zu seiner Stimmung im Moment passte es auch. Colin fühlte sich eben gerade, als ob er auch auf einem rosaroten Wölkchen schweben würde.
„Es geht um ein Paar, das sich im Reallife absolut nicht ausstehen kann, sich aber per Mail ineinander verliebt, ohne zu wissen wer der jeweils andere ist. Der Film heißt Email für dich..“ erklärte er dann auf Gabes Frage und kuschelte sich an diesen, zog die Beine aufs Sofa und sah in den Bildschirm.

Ohja. Das hörte sich nach Kitsch an, aber wenn es Cole glücklich machte, dann war es gut. Gabriel unterdrückte ein Gähnen und kuschelte sich an Colin. Während des Vorspann's sah er seinen Freund noch von der Seite an, dann richtete er seinen Blick natürlich gehorsam auf den Bildschirm. Er gab sich zwanzig Minuten. Dann war er bestimmt weg. Irgendwo im Träumeland.
Vermutlich waren es gar keine zwanzig Minuten. Gabriel rutschte immer weiter an Colin runter und sein Körper wurde schwer.

Cole sah völlig gebannt auf den Fernseher, er kannte den Film zwar, aber er faszinierte ihn immer noch. In Gedanken allerdings besetzte er die Hauptrollen um, so was würde sich auch hervorragend mit zwei Männern inszenieren lassen. Ab und an sagte der Ire etwas, bemerkte zuerst nicht, das keine Antwort kam. Erst nachdem Gabe an seiner Seite immer schwerer würde und beinahe auf ihm lag, hob Cole den Kopf und musste schmunzeln. Sein Schatz war eingeschlafen....wie nicht anders erwartet. "Keinen Sinn für Kitsch.." murmelte der Rothaarige liebevoll und setzte sich auf, bettete Gabes Kopf vorsichtig auf seinen Schoß und kraulte ihm die Haare, während er den Film zu Ende betrachtete.

Natürlich wachte Gabriel erst auf, als der Abspann schon lief. Er spürte das Kraulen auf seiner Kopfhaut und räkelte sich etwas. "Ein schönes Ende." meinte er gähnend und grinste dann verschmitzt. Er hatte keine Ahnung wie es ausgegangen war. War gemütlich. So wie er da lag und er dachte auch nicht daran etwas zu ändern.

Cole sah nach unten, als er Gabriel reden hörte und schmunzelte. "Soso....ein schönes Ende. Du hast doch gar mitgekriegt, du Schwindler." Der Ire beugte sich hinunter und küsste den Schwarzhaarigen auf die Nasenspitze. "Oder hattest du einen schönen Traum, der ein schönes Ende hatte?"

"Ich habe geraten." gestand Gabriel und grinste breit zu Colin hoch. "Ich weiss auch nicht mehr was ich geträumt habe. Aber es war sehr angenehm." Er linste an sich hinunter. Nur angenehm, nicht anregend. "Wie lange haben wir noch bis Mitternacht?" fragte er dann gähnend.

"Klar...was auch sonst, wo du doch so leise vor dich hingeschnarcht hast." Cole lachte vergnügt und nahm das Kraulen von Gabes Haaren wieder auf. "Und bis Mitternacht haben wir noch zwei Stunden Zeit, mo cridhe..." beantwortete er dann die Frage nach der Zeit.

Belustigt verzog Gabriel sein Gesicht. "Schatz, ich schnarche nie." bemerkte er fast gönnerhaft und log dass sich die Balken bogen. "Ich hab bestimmt einen Schnupfen." Grinsend zwickte er Colin leicht in die Seite. "Na dann haben wir ja noch ein wenig Zeit und müssen uns nicht schon auf den Dachgarten quälen."

"Du schnarchst nicht? Das ist aber interessant, wo ich das ganz anders in Erinnerung hab.." Cole lachte leise und strich nun langsam über die Brust des Schwarzhaarigen. "Hm....noch haben wir etwas Zeit...soll ich den Fernseher abdrehen oder lieber ein anderes Programm suchen? Vielleicht etwas mit Musik?" Fragend betrachtete der Ire Gabe, während er ihn liebkoste.

"Na da redet der Richtige." grollte Gabriel und lachte dann auf. Er griff nach Cole's Hand und hielt sie fest. "Hör auf damit, sonst wird’s nichts mit dem Jahreswechselsex." Seine grauen Augen blitzten frech auf. "Fernsehen ist langweilig." meinte er dann. "Im Öffentlichen spielt es sicher nur den Sylvesterstadel und sonst ja auch nur Mist. Wie immer." An diesen Tagen fragte man sich wirklich, wozu man überhaupt einen Fernseher besaß.^

Cole verzog das Gesicht. „Allein der Name Sylvesterstadel verursacht bei mir Magenschmerzen“ erklärte der Rothaarige ernsthaft und lächelte dann. „So, ich darf dich also nicht kraulen? Du erwägst ernsthaft Sex zum Jahreswechsel?“ Seine Augen blitzen und er leckte sich leicht über die Lippen. „Aber nicht auf dem Dachgarten.. ich glaub da ist es zu kalt...oder heizt du mir so richtig ein?“ Ein unschuldiger Blick aus grünen Augen in die grauen seines Geliebten.

Sein langer Körper wurde von einem Lachen geschüttelt. "Du bist ein Spinner, Colin." Gabriel beruhigte sich langsam wieder. "Bei den Temperaturen wäre das nicht ratsam. Außer Du willst krank werden und hingebungsvoll gepflegt werden." Sex an unüblichen Orten war okay. Aber doch nicht bei den Temperaturen. "Einheizen kann ich Dir auch anderswo." fügte er dann mit einem ähnlich unschuldigen Blick hinzu.

„Nun, du stellst mich vor eine schwierige Entscheidung.“ Cole grinste vergnügt. „Es hat bestimmt auch seinen Reiz, von dir gepflegt zu werden, nur habe ich die Befürchtung, das du mich dann irgendwo in der Pampa aussetzen wirst...ich bin ein ekelhafter Patient.“ Der Rothaarige kratze sich etwas verlegen am Hinterkopf und legte seine Hand dann wieder in Gabes Haar und wuschelte hindurch. „Und das mit dem Einheizen...ich denke, das es im Warmen noch mehr Spaß machen wird.“

"Ach ..." Gabriel grinste verschlagen. "Ich würde Dich in die Obhut von Inez geben. Die hat eine gute Hand für schwierige Patienten." feixte er weiter. "So schnell bist Du dann auch noch nie gesund geworden." Der Dunkelhaarige griff nach der fummelnden Hand und führte sie zu seinen Lippen. Grinsend schmatzte er einen ziemlich feuchten Kuss drauf.

„Und du sagst, du liebst mich..“ Cole zog seine Hand zurück und pokte Gabe auf die Nasenspitze. „Das dürfte sich in etwa so ausnehmen wie bei meiner Oma.. da verzichte ich dankend drauf.“ Der Ire zog eine Schmollschnute und verschränkte die Arme vor der Brust. Lange hielt er das allerdings nicht aus und ganz wie von selbst vergrub er wieder eine Hand in Gabes dichtem Haar. Es war wie eine Sucht, aber er konnte einfach nicht neben dem Größeren sitzen, liegen oder stehen, ohne ihn zu berühren.

Der Dunkelhaarige lächelte so ganz voller Unschuld. Fast nahm man ihm den Erzengel ab. "Natürlich lieb ich Dich. Inez kennt sooooviele Kräuterchen und macht Dich im Handumdrehen auch wieder betriebsbereit." Seine anzüglichen Worte straften natürlich seinen Gesichtsausdruck Lügen.

„Betriebsbereit...“ Jetzt zog Cole die Hand erneut zurück und blies die Backen auf. „Ich bin doch keine Maschine. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, du gierst nur nach meinem Körper.“ Der Rothaarige sah Gabe forschend an. „Mit deinem Namen lag deine Mutter voll daneben..“ stellte er abschließend fest.

"Vielleicht hätte sie mich Luzifer taufen sollen." erwiderte Gabriel trocken. "Aber sie hat ja auch bei den anderen daneben gelegen." fügte er blinzelnd hinzu und griff wieder nach Cole's Hand. "Und ich gier doch nach Dir ... mit allem was dazu gehört."

Cole begann zu kichern „Luzifer....das wäre es gewesen.“ Er schlang seine Finger um die des Schwarzhaarigen und griente fröhlich. „Donas hätte auch gepasst, aber ich glaube, Gabriel gefällt mir doch um Längen besser. Es reicht ja, wenn ich weiß, was sich für ein Teufel hinter dem Namen verbirgt. Und ich liebe jeden Zentimeter an diesem.“ Der Ire ließ seinen Blick anzüglich über Gabes untere Körperhälfte wandern und sah ihm dann wieder in die Augen. „ich bin sehr froh, das du nach mir gierst.....ausschließlich nach mir.“

Gabriel wurde wieder ernst und griff mit seiner freien Hand nach Colin. Seine Hand legte sich sanft auf die Wange des Rotschopfs und der Daumen glitt leicht über Colin's Mundwinkel. "Ich werd Dir immer treu sein, Colin. Und ich hab auch echt kein Bedürfnis irgendwo um die Häuser zu ziehen und mir irgendwo einen Kick zu holen. Das Beste habe ich doch zu Hause."

„Ist auch gesünder für dich..“ grinste Cole und gab Gabriel einen liebevollen Nasenstüber. „Ich bin so tierisch eifersüchtig, glaub mir, das willst du nicht erleben.“ Der Ire streichelte mit dem Daumen der Hand, die immer noch Gabes hielt, über dessen Handrücken und wurde wieder ernst. „Ich weiß.....ich vertrau dir blind, mo cridhe. Mehr als irgendeinem sonst.“

Mit einem langen Blick maß er Colin und dann schlich sich wieder etwas Teuflisches in seine Augen. "Was würdest Du tun, wenn mich einer anbaggert?" fragte er dann frech nach. Colin konnte ihm vertrauen. Das Leben mit Colin war echt so abwechslungsreich und doch auch so harmonisch, dass Gabriel gar keinen Gedanken an einen Seitensprung hatte. Außerdem hätte er dazu wohl auch gar keine Kraft - so wie Colin ihn immer forderte.

„Ich würde dafür sorgen, das ihm die Lust daran vergeht...“ sagte Cole mit einem zugebenermaßen fiesen Lächeln. „Meinen Anspruch sehr deutlich geltend machen.....ich hab ne Menge verbale Möglichkeiten.“ Der Ire lachte leise auf und kraulte sich durch Gabes Haare. „Aber nicht gleich, ich bin stolz darauf, das du mein Freund bist. Aber wenn’s mir zu lange dauert, dann wird ich kiebig. Ich vertrau dir, aber ich kann das trotz allem nicht abstellen.“ Er betrachtete Gabe und meinte dann „Wie würdest du denn reagieren? So wie damals in Kiel? Oder wäre das mittlerweile auch anders?“

"Wenn ich jemanden dabei erwische wie er dich angrabscht, dann bräuchte derjenige wohl einen Zahnarzttermin." gab Gabriel zurück. Na ja ganz so schlimm würde es nicht werden. Cole war ja auch attraktiv und er fand am Gucken ja auch Schlimmes. Aber der Spaß hätte sofort ein Ende wenn von Cole etwas zurückkommen würde. Ja, dann konnte er vielleicht wirklich austicken. Etwas, was eigentlich nicht in seiner Natur lag.

„Bräuchte er in jedem Fall....weil ich mich nicht von jemand Fremden angrabschen lasse“ kommentierte Cole trocken und sein Zeigefinger wickelte Strähnen von Gabes Haaren auf. „ich hab nichts gegen Flirten...aber wenn’s dann zu massiv wird, tick ich aus. Egal, ob es dich betrifft oder mich. Wenn ich Nein sage, dann muss das akzeptiert werden.“

"Wie gut, dass wir uns einig sind." Gabriel blinzelte und griff dann nach Colin's Nacken. Quälend langsam zog er den Rotschopf zu sich nach unten und leckte ihm dann leicht über die Lippen, ehe sich seine Zunge in Colin's warmen Mund Eintritt verschaffte.

„Hm...sind wir...“ murmelte Cole an Gabes Lippen, bevor er den Mund öffnete und die warme Zunge willkommen hieß, sie umschmeichelte und den Kuss allmählich vertiefte. Erst nach einer ganzen Weile machte sich der Ire schwer atmend los und lächelte. „Muss....erst mal....Luft holen.“ Keuchte er leise. „Das macht einen ganz kribbelig.“

Der Dunkelhaarige lachte leise. "Die harmlose Knutscherei macht Dich schon hibbelig?" Gabriel riskierte einen Blick auf seine Uhr. "Wenn es Dich zu sehr aufregt, dann sollte ich mich wohl mäßigen. Sonst verpasst Du noch das Feuerwerk." zog er Colin weiter auf.

„Pöh...“ schnappte Cole und zog die Nase kraus. „Was kann ich denn dafür, das ich leicht erregbar bin...und das in jeglicher Hinsicht?“ Er holte tief Luft und blies sie dann langsam wieder aus. „Du schmeckst so verdammt gut und wenn ich dich küsse, geht meine Phantasie mit mir durch. Das Feuerwerk will ich aber sehen...und ich will mit dir auf ein gutes neues Jahr anstoßen..“ Der Ire grinste, die letzte Bemerkung konnte man auch zweideutig auffassen.

"Dann erzähl mir doch ein wenig von Deinen Phantasien." zog Gabriel den Kleineren auf und bewegte seinen Kopf leicht in Colin's Schoss. Und das Feuerwerk konnte man auch durch das Dachfenster ansehen.

Cole sah Gabe einen Moment abschätzend an, dann überzog ein kleines Grinsen sein Gesicht. „Ich soll dich also unterhalten?“ Der Ire drehte den Fernseher ab, der bis dato leise vor sich hingebrabbelt hatte und lehnte sich zurück, kuschelte sich bequem in die Polster und vergrub die Hand in Gabes Haar. Die Bewegungen, die dieser in seinem Schoss machte, versuchte der Rothaarige zu ignorieren....obwohl sich das Kribbeln, das sich in seinem Körper bemerkt bar machte, kaum unterdrücken ließ. „Wenn ich dich küsse..“ begann Cole und legte den Kopf in den Nacken, sah durch das Dachfenster „Dann stelle ich mir vor, wie du mir nebenbei ganz ungeduldig die Klamotten ausziehst....ja beinahe vom Leib reißt...und dich dann langsam mit den Lippen nach unten tastest, jedes Fitzelchen freie Haut liebkosend.“ Der Ire senkte den Kopf und sah Gabe in die Augen. „Und da darf ich ja wohl unruhig werden, hm?“

Gabriel lachte auf. "Alter Genießer." Ganz ungerührt ließ ihn das Geschwätz ja auch nicht, aber er hatte einfach mehr Selbstkontrolle als Colin. Lag wohl auch an den unterschiedlichen Temperamenten. "Du denkst wieder mal nur an Dich. Und ich dachte schon, dass Du mir die Kleider runterfetzt."

Cole grinste hinterlistig „Es ist meine Phantasie....wer sagt dir, das du nicht schon nackt bist, weil ich dir bereits zuvor die Klamotten vom leib gerissen habe?“ Das Grinsen des Rothaarigen vertiefte sich und seine Finger verließen Gabes Haar und machten sich erneut auf dessen Brust zu schaffen.

"Ahja." Der Dunkelhaarige grinste amüsiert. Ja, das entsprach schon eher den Tatsachen. "So und jetzt Schluss. Sonst werd ich noch hibbelig. Und ich will Rafe nicht mit einer Erektion in der Hose anrufen." feixte er.

Cole blies sich eine Strähne aus der Stirn und sein Gesicht spiegelte einen Moment Bedauern wieder. „Hm....und warum nicht? Sehen wird er es ja nicht können und wer weiß, in welcher Situation du ihn erwischt?“ neckte der Ire dann und nickte zustimmend. „Aber du hast ja recht....wir können schließlich nicht permanent miteinander vögeln...obwohl mir das gefallen würde..“ Cole grinste breit und zog seine Hände zurück. „Ist eh nur noch eine halbe Stunde bis Neujahr..“

"Ist mir halt peinlich." nörgelte Gabriel. Schade, dass Cole seine Hände weggenommen hatte. Aber war besser so. "Du willst doch Deine Mutter auch nicht mit einem Steifen anrufen." meinte er dann verschlagen.

„Solange du nicht gerade mit deinen Händen oder anderswie mit ihm beschäftigt bist, denke ich würde sie es nicht merken..“ sagte Cole trocken. „Mir ist das nicht peinlich...peinlich wäre es mir nur, wenn ich ins Telefon schreie und keuche, weil sie dann denkt, es wäre ein obszöner Anruf.“ Der Ire streckte sich und sein Pullover rutschte hoch, ließ etwas von seiner Haut sehen.

Gabriel starrte Colin an und brach dann in lautes Lachen aus. Die Vorstellung amüsierte ihn zutiefst. "Führ mich nicht in Versuchung." zog er Colin auf und meinte damit den obszönen Anruf.

Cole sah Gabe verblüfft an und stimmte dann in dessen Lachen mit ein. „Das würde dir gefallen, hm? Damit würdest du mich wirklich richtig ins Schwitzen bringen, denn du weißt ganz genau, wie laut ich immer bin. Meine Mutter würde ausflippen....und ich würde im Erdboden versinken, wenn sie rausfindet, das ich das war.“

Betont unschuldig sah Gabriel hoch. "Ach ... ich weiß doch, wie Du bei oraler Befriedigung abgehst." Er lachte wieder und rappelte sich dann auf. Nein, das wäre wirklich zu fies und Colin's Mutter wäre sicher geschockt. Und wenig begeistert.

Cole streckte Gabe die Zunge raus, wartete, bis dieser sich aufgerappelt hatte und erhob sich dann. „Und nun sag nicht, das dir das nicht gefällt...“ grinste er und wandte sich in Richtung Küche. „Ich hol schon mal die Gläser und den Sekt, damit wir anstoßen können.“ Erklärte der Ire, bevor er verschwand und im Kühlschrank nach der Flasche kramte.

Davon war ja auch nicht die Rede gewesen - dass es ihm nicht gefiel. Gabriel sah Colin grinsend nach und griff sich dann eine Zigarette, ehe er Colin in die Küche folgte. "Wo hab ich denn das blöde Handy?" nuschelte er mit der Zigarette im Mundwinkel vor sich hin und suchte die Küche ab. Mist. Er wollte doch noch Rafe anrufen. Das machten sie jedes Jahr und es sollte heuer auch keine Ausnahme werden.

Colin steckte gerade bis zu den Schultern im Küchenschrank und suchte die Gläser, als Gabe hereinkam. Er tauchte auf, stieß sich ab und griff nach seinem Handy, das in einem Fach im Küchenschrank lag. Der einzige Platz, den der Ire regelmäßig frequentierte, weil dort seine heißgeliebte Schokolade lag...somit wusste er auch immer, wo sein Handy steckte. „Hier...läute dich selbst an.....Kurzwahl eins. In meinem Herzen und auf meiner Tastatur bist du Numero Uno....dann findest du deines schneller.“ Cole grinste und verschwand erneut in den Tiefen des Schranks, auf der Suche nach Gläsern, die für diesen bedeutenden Anlass gut genug waren.

Gabriel grinste schief und tat dann wie ihm geheißen. Irgendwo im Wohnzimmer klingelte es und er ging der Lärmquelle nach. Ach. Da lag es ja das blöde Ding. Gabriel legte bei Colin's Handy auf, griff sich sein Handy und ging zu Colin zurück. "Wir sollten uns was überziehen. Draußen ist es sicher arschkalt."



Cole war inzwischen erfolgreich gewesen, er hatte die Gläser genommen, die er mal von seiner Großmutter geschenkt bekommen hatte und die noch aus dem Nachlass seiner Urgrossmutter stammten. Irgendwo war der Ire da komisch, bei solchen Dingen hielt er sich an Traditionen. Wahrscheinlich war ein immenses Stück Aberglauben darin verhaftet, aber Cole wollte, dass das Jahr gut begann und das gehörte für ihn dazu. Der Rothaarige hatte den Sekt entkorkt und auch schon eingeschenkt, er sah auf, als Gabe zurückkam und nickte. „Warmer Pullover....und dicke Socken und Schlappen. Und dann drück ich mich an dich und wir wärmen uns gegenseitig..“ grinste er.

"Gute Idee." Gabriel grinste und legte die beiden Handys auf die Arbeitsplatte. "Ich hol schnell was." Er lief ins Schlafzimmer und griff sich die ersten beiden Pullis die da rumlagen. Einen streifte er sich selbst gleich über, den anderen nahm er für Colin mit. "Er wird Dir ein wenig zu groß sein." bemerkte Gabriel grinsend und reichte Colin den Pulli.

Colin stellte den restlichen Sekt in den Kühlschrank zurück und nahm Gabe den Pullover ab. „Macht nichts...dafür riecht er nach dir und ich kann mich richtig schön einkuscheln.“ Der Rothaarige streifte sich den schwarzen Pulli über und grinste...er reichte ihm bis zur Mitte der Oberschenkel und die Ärmel musste er hochschlagen. „Und wie steht mir das?“ fragte er und drehte sich kokett einmal um die eigene Achse. „Seh ich nicht umwerfend aus?“

Gabriel musterte Colin schief grinsend. "Nun ja. gewöhnungsbedürftig." Er griff schnell nach seinem Handy und nach einem Glas und brachte sich in Sicherheit. "Ohne gefällst Du mir aber viiiiiel besser."

Cole sah Gabriel gespielt empört an und tat so, als wolle er ihm nachlaufen und knuffen, kam dabei ins Straucheln und hätte beinahe auf den glatten Fliesen einen Abgang gemacht. „Das hätte noch gefehlt..“ seufzte der Ire etwas zittrig, als er sich an der Tischkante gehalten hatte und nach seinem Glas griff, um dem Schwarzhaarigen nun langsam zu folgen. Auf dessen Bemerkung musste er dann aber wieder grinsen. „Das siehst du im neuen Jahr wieder...da zieh ich mich aus, ganz allein für dich.“

Als Colin unelegant nachgeschlittert kam, sah Gabriel sich grinsend um und meinte trocken: "Ins Krankenhaus fahr ich heut aber nicht mehr." Liebevoll griff er nach Colin's Hand und stieg dann mit ihm die Treppe hoch. "Sehr schön. Darauf freue ich mich auch schon." Kurz blieb er stehen und küsste Colin flüchtig.

„Musst du auch nicht...ich alarmiere den Notarzt“ meinte Cole ebenso trocken und folgte Gabe die Stufen auf den Dachgarten hinauf. Er erwiderte den Kuss und leckte sich anschließend über die Lippen.....sein Bauch kribbelte und mit einen kleinen Grinsen stellte er für sich fest, das die Schmetterlinge darin wohl immer noch recht lebhaft waren. Oben angekommen, stellte er sich an die Brüstung und zog Gabe energisch hinter sich, kuschelte sich dann an. „Wieviel Minuten noch?“ fragte er hibbelig.

Das Handy hatte er in seiner Hosentasche verschwinden lassen und Gabriel kuschelte sich von hinten an Colin ran. Während er mit einer Hand das Sektglas hielt, lag seine andere Hand an Colin's Hüfte. "Ähm." Wieder sah er auf seine Uhr. "Drei Minuten noch." Die Stadt war erleuchtet und lebendig. Trotz der Kälte liefen Menschen in den Strassen herum. Lachten, schrieen. Freuten sich auf den Jahreswechsel.

Cole seufzte leise und genoss die Wärme und Gabes Geruch, den er um sich herum hatte....von dem Schwarzhaarigen selbst und dessen Pullover, den er trug. Der Ire sah hinunter auf die Stadt und freute sich mit den Leuten, er selbst war glücklich, so glücklich, das es ihm schon beinahe unheimlich war. „Ich glaube, ich habe noch nie ein so tolles Sylvester erlebt..“ sagte der Ire leise.



"Nein?" Gabe umfasste Colin weiter von hinten und drückte ihn auch an sich. "Was hast Du voriges Jahr zu Sylvester gemacht?" fragte er nah an Colin's Ohr und küsste das Ohrläppchen sacht.

„Ich war mit den Jungs unterwegs...in irgendeiner Schwulenbar in Hamburg und war kurz nach Mitternacht so betrunken, das ich zu meinen Freund gefahren bin.. du weißt, der der hetero ist....mein Schulfreund. Er war mit seiner Freundin weggefahren und hat mir seine Couch zum Schlafen überlassen. Und da hab ich noch Fernseh geguckt, bis ich eingeschlafen bin. Nicht sehr prickelnd.“ Cole lächelte etwas schief und sah Gabe an. „Und du?“



Nun ja. Das hörte sich in der Tat nicht so unglaublich berauschend an. "Wir waren voriges Jahr alle zusammen in Spanien. Auf der Finca." Gabriel grinste und schmiegte sich an Colin's Rücken. "Aber ne Orgie ging dort auch nicht ab. Aber es war schön, wieder mal mit der ganzen Familie zusammen zu sein."

„Hm...das kann ich mir vorstellen. Ich war Weihnachten in Schweden und bin dann vorzeitig nach Hause gefahren.....vielleicht hätte ich bis Neujahr bleiben sollen. Aber das ist müßig, darüber nachzudenken...es ist vorbei. Und dieses Jahr bin ich mit dir hier und das ist wesentlich schöner.“ Cole sah nochmal auf seine Uhr und lächelte dann, drehte sich in Gabes Umarmung und küsste ihn liebevoll. „Alles Gute zum neuen Jahr...“ murmelte er an dessen Lippen. „Es ist Mitternacht.“

Gabriel lächelte Colin warm an und umarmte ihn mit der freien Hand. "Ein gutes neues Jahr, Schatz." gab er zurück und beugte sich dann zu Colin runter. Gefühlvoll eroberte er Colin's Mund und ließ seine Zunge gegen dessen stubbsen. Er war blind und taub dem Inferno gegenüber, dass sich nun rund um sie abspielte. Er stand da. Mit dem liebsten Menschen den er hatte. Sollten die anderen doch laut und kreischend feiern.
Er intensivierte den Kuss und seine Hand glitt zu Colin's Hintern runter und drückte diesen fest gegen seinen Schritt. "Ich liebe Dich." flüsterte er schließlich an Colin's Lippen und sah ihm dabei in die Augen.

Colin ließ sich in den Kuss fallen, im Moment war ihm alles so was von egal... nur Gabe zählte, dessen Geschmack und Berührung. Er merkte nicht, das er das Glas schief hielt und ein Teil seines Sektes sich über die Brüstung verabschiedete. „Ich dich auch, mo cridhe“ flüsterte der Ire atemlos und verlor sich in den grauen Augen seines Freundes, lächelte und drückte sich noch stärker an ihn. Dann hob er sein Glas, um mit Gabe anzustoßen und stutzte...musste grinsen. „Da scheint etwas verloren gegangen zu sein“ stellte Cole trocken fest und stieß an Gabes Glas. „Auf das alle deine Wünsche in diesem neuen Jahr nach und nach in Erfüllung gehen..“

"Auf uns." Ein warmes Lächeln umspielte seine Lippen und Gabriel stieß mit seinem Glas leicht gegen das von Colin. "Dass es so bleibt wie es ist und Du gesund bleibst. Und bei mir." Jahaaa vielleicht war er kitischig, aber das war eben wieder mal so ein rührseliger Moment, in dem er sich gehen ließ.

Cole nippte an seinem Glas und stellte es dann weg, schlang seine Arme um Gabe. „Du musst auch gesund bleiben....ich will schließlich mindestens noch 70 mal mit die Sylvester feiern“ Die grünen Augen des Iren funkelten unergründlich und man sah ihm an, das er es ernst meinte. „Mehr will ich gar nicht...ich bin glücklich so, wie es jetzt ist. Ich lebe mit einem großartigen Mann zusammen, den ich liebe...mehr kann man gar nicht wollen.“ Kitschigkeit schien ansteckend....Cole lächelte und schmiegte sich wieder an. Na und? Er war eh der etwas romantischere Typ.

Manchmal fiel ihm Colin's romantische Ader und sein Hang zum Kitsch schon auf die Nerven, aber heute durfte er. Heute war alles erlaubt. "Dann auch die nächsten 70 Jahre, Schatz." bestätigte Gabriel ebenfalls und küsste Colin leicht. "Aber ob ich dann noch so in Form bin, wage ich doch zu bezweifeln." Er grinste und stubbste mit seiner Nase gegen die von Colin. "Ich hab den besten Mann erwischt." fügte er hinzu und lächelte etwas verlegen.