Schmunzelnd folgte er dem Schlagabtausch und griff dann nach Caitleans Koffer. "Die Finca kostet ja nichts." meinte er spöttisch und nickte dann zum Schalter. "Wir müssen Deinen Koffer noch abgeben und dann könnte wir noch eine Kleinigkeit essen. Was meint ihr?"

„Auch ne Antwort..“ meinte Caitlean und hängte sich kurzerhand bei Gabriel ein. „Ja bitte...das Zeug im Flugzeug war ungenießbar und ich musste heute morgen so bald weg, das ich keine Chance mehr hatte, in Ruhe zu frühstücken. Ich soll euch übrigens ganz lieb von der Familie grüßen und fragen, wann ihr denn mal wieder kommt.“
Cole beäugte die Einhakerei seiner Cousine misstrauisch und nicht sonderlich begeistert, aber na ja, was solls. /Nur bis wir auf der Finca sind...und dann übernimmt Rafe hoffentlich den Babysitter/ grummelte der Rothaarige in Gedanken und folgte den beiden. „Im Moment haben wir soviel zu tun.....aber ich denke, wir werden bestimmt nochmal ein, zwei Wochen Zeit haben, um nach Irland zu fliegen...kommt auf Gabriels Arbeitspensum an..“ sagte er dann beiläufig und lächelte leicht. „Stimmts, mo cridhe?“

In der einen Hand Caitleans Koffer und am anderen Arm die dazugehörende Besitzerin schlenderte Gabriel in Richtung Schalter. "Vielleicht Mitte August." meinte Gabriel und wuchtete den Koffer auf das Band und legte Cats Ticket vor. Dazu musste er sich natürlich von der Rothaarigen frei machen. "Was ist da drinnen? Steine?" fragte er ein wenig hämisch und blinzelte Colin verschwörerisch zu.

„Bücher...“ gab Cat trocken zurück. „Ich muss nebenbei BWL lernen. August also...gut, dann können wir ja mal zusammen auf einen Wanderritt gehen. Paul hat mich schon gefragt, wann wir denn mal wieder kommen.“ Die Rothaarige wandte sich an ihren Cousin. „Den kennst du doch noch? Paul war mit dir in einer Klasse....er hat in England studiert, ist jetzt zurück und übernimmt die Pension von seinem Vater“ lächelte sie.
Cole horchte auf...Paul? Ja den kannte er noch gut....war auch so ein dunkelhaariger kleiner Teufel gewesen, zusammen hatten sie allen möglichen Blödsinn angestellt. Caitlean hatte ihn als Kind sehr gemocht....und der Ire sah seine Felle schon davon schwimmen und alle Kuppelversuche den Bach runtergehen. „Ah so....“ meinte er nur. „Hast du ihn denn gesehen?“
„Er hat angerufen und nach dir gefragt...anscheinend noch so einer, der dem Charme meines Cousins nicht widerstehen kann und damit unrettbar für die Damenwelt verloren ist“ meinte Cat lapidar und grinste sich eines über Coles dummes Gesicht.
„Ich verarsch dich nur....Paul ist verheiratet und wird demnächst Vater.“

Unwillkürlich war Gabriel bei dem Namen zusammengezuckt. Zum Glück sah er aber gerade zu der jungen Frau am Schalter. Ächz. Ob er das jemals ablegen würde? Ein schwaches Lächeln war auf seinem Gesicht zu sehen, als er sich wieder zu Cat und Colin umdrehte. "Gehen wir was Essen. Und ich brauch eine Zigarette." Nur jemand, der Gabriel wirklich gut kannte, sah dass er unter seiner Bräune etwas blass geworden war.

Caitlean hatte es nicht gemerkt und plapperte munter weiter. Cole allerdings sah sehr wohl, was Sache war. Ausgerechnet Paul, der Name würde Gabriel wohl ewig anhaften und wenn es sich der Rothaarige so recht überlegte, war das wohl auch verständlich.
„Jetzt hör schon auf, Cat...wir werden ihn besuchen, wenn wir da sind...den alten Sasunnach.“ Der Ire benutze absichtlich das gälische Wort für Engländer, das war Pauls Spitzname gewesen, weil seine Mutter von dort stammte, und nicht seinen Namen. Aufmunternd lächelte er Gabriel an und umarmte ihn kurz. „Ich hab Hunger...“ meinte der Rothaarige dann betont fröhlich. „Und Kaffeedurst.“

Gabriel zog Colin an sich und lächelte zu ihm runter. "Schön. Da wir ja ewig auf Cat warten mussten, hab ich schon wieder Hunger." Dabei blinzelte er schelmisch zu Caitlean und zog Colin dann mit sich mit. Nein, jetzt hielt er eben mit seinem Freund Händchen. Die Cafeteria war um die Uhrzeit gut besucht und trotzdem ergatterte Gabriel einen Tisch in der Rauchernische. "Einen großen, gemischten Toast und einen Cafe Latte." bestellte er bei der Bedienung und zog sich eine Zigarette aus der Packung.

Caitlean besah sich die beiden und kam zu dem Schluss, das da etwas vor sich gegangen war, dessen Sinn sie nicht kapierte. Na ja, was sollte es auch, die beiden waren ein harmonisches Paar, das stand außer Frage. Mit einem Lächeln folgte sie ihnen und setzte sich Colin gegenüber. „Ich möchte ganz einfach nur einen Cappuccino....und vielleicht einen kleinen Salat...“ meinte sie dann.
„Schlanke Linie?“ neckte Cole und bestellte sich selbst das volle Programm....Pommes, Bratwurst und Cola. „Sag nichts...“ meinte er mit einem Blick auf Gabriel. „Ich bin, seit ich den Golf habe verschrotten lassen, immer mit dem Fahrrad gefahren...ich kann mir das leisten..“ Der Ire schmunzelte vergnügt und klappte die Speisekarte zu. „Und in Spanien werden wir auch genug Sport haben...wir werden viel schwimmen.“



"Ich hab doch kein Wort gesagt." gab Gabriel gelassen, aber breit grinsend zurück und zog an seiner Zigarette. "Wie geht es Deiner Großmutter, Cat?" fragte er Colin's Cousine und musterte die hübsche Frau. Naja, Rafe könnte auf Cat abfahren ... oder so.

„Ich bin dir nur zuvorgekommen...“ grinste Colin ebenso breit und sah Cat dann an. „Ja genau...wie geht’s Oma? Und deinem Vater...und meinem?“
Caitlean holte tief Luft und begann dann zu erzählen. „Also...Oma geht’s gut und sie freut sich schon, wenn ihr mal wieder kommt, so wie die anderen auch. Viel Arbeit auf dem Gut, das weißt du ja selber Cole...ein paar Fohlen, die sehr vielversprechend sind....eines habe ich mit der Flasche aufgezogen und sie wird einmal eine richtige Schönheit..“ erzählte die Rothaarige stolz und fuhr sich dabei durch ihre kurzen Haare. „Und wenn du kommst, wirst du dich wohl über deinen Vater wundern, Cole....er scheint sich wieder verliebt zu haben..“ meinte sie dann und musterte ihren Cousin.
Cole war einen Moment sprachlos, nickte dann aber. „Das wurde auch Zeit, er ist schließlich auch nicht mehr der Jüngste..“ kommentierte er die Nachricht nur.....wenn es so war, freute er sich für seinen Vater, nicht mehr und nicht weniger.

"Schön zu hören." Sein Lächeln wurde eine Spur wärmer und gierig griff Gabriel nach seinem Cafe Latte, der mit den anderen Getränken gebracht wurde. Als Cat die Neuigkeit über Cole's Vater berichtete, blinzelte der Dunkelhaarige und leckte sich dabei den Milchschaum von der Oberlippe. "Soso ... und ist es ernst?" fragte er neugierig nach. Jahaaa .. er war eben neugierig und er mochte Cole's Vater ja sehr gern.

„Er hat sie zumindest schon Großmutter vorgestellt, also scheint es ihm ernst zu sein“ sagte Caitlean und nahm einen großen, genüsslichen Schluck von ihrem Cappuccino. „Ich war leider nicht dabei, ich weiß nur das, was mir Grandma erzählt hat. Sie scheint eine kleine zierliche, sehr warmherzige Person zu sein. Und sie hat schwarze Haare...also das Gegenteil deiner Mutter.“ Bemerkte sie.
Cole lauschte aufmerksam und nickte. „Nun weiß ich, was ich Grandma fragen werde, wenn ich mit ihr telefoniere. Oder vielleicht sollte ich lieber mit Paps reden.“ Meinte der Ire und spielte dabei mit seinem Glas, bevor er einen Schluck nahm. Das waren ja Neuigkeiten. „Ist sie so alt wie er? Oder eher jünger?“ fragte der Rothaarige dann unvermittelt und Cat lachte leise. „Keine Sorge....sie ist in seinem Alter. Keine Konkurrenz von einem unerwarteten Bruder oder Schwester...“ neckte sie und amüsierte sich über Cole Gesicht, der an diese Möglichkeit noch gar nicht gedacht hatte. „Du bist doof...“ beschwerte er sich. „Das wär mir doch egal.“

"Ich würde ihn nicht drauf ansprechen." mischte Gabriel sich wertfrei ein. "Das ist doch eine Angelegenheit, die ... würde ich schon gern selbst erzählen." Gabriel nahm wieder einen Schluck Kaffee und strich leicht über Colins Arm. Na ja so alt war Colins Vater ja auch noch nicht. Dann sah er wieder Caitlean und musterte sie ziemlich ungeniert. "Und was ist mit Dir, Cat? Dein Prinz schon eingeritten?"

„Ich glaub du hast Recht..“ sagte Colin überlegend. „Soll er mir lieber selber sagen...so von Mann zu Mann oder so..“ Er warf Gabe einen Seitenblick zu und lächelte, wandte dann aber seine ganze Aufmerksamkeit Cat zu....diese Antwort interessierte ihn auch.
Caitlean erwiderte Gabriels Blick gelassen. „Hm...von Prinzen, die auf Güter geritten kommen und sich anbieten, halte ich nicht besonders viel....die sind nicht meine Kragenweite. Und der Typ, den ich sofort nehmen würde, ist ja leider schon vergeben“ neckte sie. „Nein... mein Liebesleben ist grade in Ruhephase....außer Bekanntschaften und flüchtigen Begegnungen hat sich seit eurem letzen Besuch nichts getan. Aber ich kann warten....ich hab auch zuviel zu tun, um mir den Kopf zu zerbrechen.“

Gabriel unterdrückte ein Auflachen, allerdings verdunkelten sich seine Augen ein wenig und blitzten auf. "Soso .... na ja hier in Hamburg ist es so eine Sache mit den Prinzen. Die wachsen bei uns auch nicht auf Bäumen, aber ich bin mir sicher, dass eine so hübsche, kluge Frau ihren Prinzen finden wird."
Er hatte seinen schon gefunden. Unwillkürlich wanderte seine Hand auf Cole's Oberschenkel und blieb dort liegen. "Und jetzt machst Du mal Urlaub und erholst Dich von dem ganzen Stress."

Coles Augen wurden schmal bei dem Geflirte seiner Cousine, aber er beherrschte sich. Kein Grund, sich aufzuregen....dazu freute er sich viel zu sehr auf den Urlaub. Auch wenn er ihr vielleicht doch mal die Flügel stutzen musste.....damit sie es nicht übertrieb. Gabes Hand auf seinem Schenkel versöhnte ihn dann allerdings und er seufzte leise, lehnte sich etwas gegen den Dunkelhaarigen.
Cat lächelte und bekam etwas rote Ohren. „Danke für das Kompliment Gabriel.....ich lass es mir jetzt erst mal gut gehen. Ich war noch nie in Spanien.“ erzählte sie dann. „Aber das mit dem Prinzen....hier einen zu suchen ist auch so ne Sache...er muss bereit sein, alles aufzugeben für mich....weil ich in Irland bleiben werde. Und welcher Mann macht das schon...“ Sie nahm eine Gabe voll von ihrem Salat, der inzwischen gekommen war und kostete.....dann klaute sie ein Pommes von Cole Teller, was dieser mit einem Nörgeln quittierte.

Seine Druck auf Coles Oberschenkel verstärkte sich etwas. Auch wenn er mit dessen Cousine freundschaftlich herumflirtete, so sollte Cole trotzdem die Bestätigung bekommen, dass er nur Augen und Hände für ihn hatte.

Gabriels Augen blitzten abermals auf und der Druck auf Coles Oberschenkel nahm weiter zu. "Für jemanden den man liebt, gibt man alles auf, Caitlean. Der andere darf es mit seinen Forderungen nur nicht übertrieben." meinte er dann altklug. "Glaubst Du nicht, dass es solche Männer gibt?"

Caitlean klaute sich ungerührt ein weiteres Pommes vom Teller, so das Cole mit einem ergebenen Seufzen den Teller in die Mitte stellte, ordentlich Ketchup darauf verteilte und sich seiner Bratwurst widmete. Seine Hand wanderte nach unten und drückte Gabriels leicht, bevor er weiter zuhörte.
„Ich habe noch keinen solchen Mann kennen gelernt. Alle, die ich bis jetzt getroffen habe, wollten das Heimchen am Herd....und das lässt sich mit meiner Lebensplanung nicht vereinbaren..“ sagte die Rothaarige dann zu Gabriel, während sie ihrem Cousin ein strahlendes Lächeln schenkte und sich eifrig von dessen Teller bediente.

In der Skala von eins bis zehn sausten die Chancen für Cat und Rafe ganz weit nach unten. Eher schon in den Minusbereich. Gabriel widerstand den Pommes. Lieber aß er seinen Toast und trank seinen Kaffee. Außerdem war es ja Coles Essen und nicht seins. "Das ist natürlich bedauerlich." meinte er dann liebenswürdig. Den eigentlichen Kommentar schluckte er lieber runter. Cat würde wohl auch ein wenig nachgeben müssen, wenn sie jemanden finden und behalten wollte.

Colin kaute nachdenklich auf seiner Wurst herum, er liebte das Zeug, wenn er es sich auch nur äußerst selten gönnte. „ich versteh dich schon, aber Cat, mal ehrlich...ein wenig müssen beide nachgeben, was die gemeinsame Lebensplanung betrifft. Das kann nicht nur von einem ausgehen, sonst wird der andere ja total unterdrückt.“
Cat schoss ihrem Cousin einen Blick zu und zuckte dann die Schultern. „Ich sag ja nicht, das er sich mir total unterordnen muss. Aber es ist nun mal so, das ich das Gestüt übernehmen werde, weil du es nicht möchtest und ich respektiere deinen Wunsch, versteh mich nicht falsch. Du weißt, das ich unser Zuhause liebe. Aber seid doch mal realistisch....wenn ich mir hier einen Prinzen angle, meint ihr, er folgt mir nach Irland? Ich seh das realistisch, die Chancen stehen nicht so groß.“

Gabriel verhustete sich an seinem Toast und drehte sich entschuldigend weg. "Sehr gering, Cat." erwiderte er nüchtern und trank schnell einen Schluck Kaffee nach. "Außer Du gibst ihm einen wirklichen Grund dafür." Wieder lächelte er freundlich. So der Toast war gegessen und sein Hunger gestillt.

Cole nippte an seiner Cola und warf Gabriel einen kurzen Blick zu, schwieg aber lieber. Na das konnte was geben und er fragte sich grade, ob sie da nicht einen Fehler machten. Na ja, zu spät....man würde ja sehen, was rauskam.
Caitlean schob ihren Teller weg und nickte. „Eben....das würde man sicher nur aus Liebe machen....würdest du denn nach Irland gehen, wenn Cole das müsste...aus welchen Gründen auch immer?“ fragte sie Gabriel neugierig.

"Ja das würde ich tun." erwiderte Gabriel ernsthaft und griff nach Coles Hand. „Ich bin zwar hier zu Hause, aber eigentlich bin ich dort zu Hause, wo Cole zu Hause ist. Und wenn es nötig wäre, dann würde ich Brücken für ihn abbrechen."

Caitlean seufzte leise: „Zu schade, das du schwul bist, Gabriel....dich würde ich sofort nehmen.“ Die Rothaarige schenkte dem Spanier eine warmes Lächeln und wandte sich dann an Cole „Weißt du, was du für ein Schwein hast? Du solltest mit Gabe nach Irland...und ich bleibe hier und such mir auch so einen Mann.“
Cole bekam bei Gabriels Worten eine Gänsehaut, er erwiderte den Händedruck und beugte sich spontan zu ihm, um ihn zu küssen. „Ich würde das auch....ich würde mit dir überall hingehen...nach Timbuktu, die Antarktis....ganz gleich wohin“ erwiderte er dann ernsthaft und wandte sich dann Cat zu. „Ich geh nicht nach Irland....ich hab es nicht so drauf wie du mit den Tieren...und das weißt du auch ganz genau. Ich bin Fotograf....und ich studiere Webdesign und das ist es, was ich machen will.“

Gabriel erwiderte Colins Kuss zärtlich und legte dabei sogar seine Hand in dessen Nacken um ihn näher zu sich ziehen zu können. Dann wandte er sich wieder Caitlean zu und hielt Coles Hand in seiner. "Mein Herz ist schon vergeben, Cat. Sorry." Und auch sie würde ihn nicht mehr umdrehen. Schwuler als Gabriel konnte man ja auch gar nicht sein. "Aber vielleicht verkennst Du die Situation ja auch ein wenig." Gabriel gestattete sich ein kleines Lächeln. "Ich bin furchtbar faul und langweilig ... und ich hasse kochen ..."

„Wir könnten uns eine Putzfrau nehmen...und kochen tut so oder so Oma und Heather. Das macht also gar nichts..“ Caitlean grinste neckisch und begann zu lachen, als sie von Colin einen mehr als bösen Blick erntete. „Reg dich ab Frosch, er gehört dir ganz allein, er liebt dich und niemand anderen, weiß der Himmel warum..“ Sagte sie dann auf Gälisch und warf Gabe dann einen Blick zu. „Ich mach nur Spaß Gabriel...und das weißt du auch. Ein bisschen flirten muss erlaubt sein, wann habe ich schon mal die Gelegenheit, das so ganz ungefährdet mit einem tollen Mann zu machen? Die Rothaarige zwinkerte vergnügt und trank den letzten Schluck ihres Cappuccinos.

„Vielleicht, weil ich ihn bedingungslos liebe?“ fragte Colin sarkastisch in Gälisch zurück . „Du bist gar nicht langweilig, mo cridhe...also ich finde das absolut nicht.“

Natürlich verstand er nur das, was ihm die beiden auch zubilligten. Aber wenn sie sich in die Haare bekamen, und das hier war auch nur ein kleiner Vorgeschmack, dann musste er auch nicht alles wissen und verstehen.
Ein wenig spöttisch hob Gabriel seine Schultern. "Wer sagt denn, dass es ungefährlich ist mit mir zu flirten?" fragte er sich ein wenig provokant und drückte Colins Hand ein wenig fester. Gabriel griff nach seinen Zigaretten und rauchte sich noch eine an. Ein paar Stunden würde er ja abstinent bleiben müssen. Da war mit rauchen. "Lass sie doch in dem Glauben, dass ich der absolute Langeweiler bin." wisperte er Colin breitgrinsend ins Ohr.

Colin spürte den Händedruck, warf Gabriel deshalb aber doch einen misstrauischen Blick zu „Wie soll ich das denn jetzt verstehen, Gabe? Von wegen es ist nicht ungefährlich mit dir zu flirten?“ Der Rothaarige runzelte die Stirn, vor allem, als Cat anfing zu kichern.
„Ich mag es, wie du dich aufbläst....wie früher. Manche Dinge legt man einfach nicht ab, hm?“ kicherte sie.

"Genau deswegen." Gabriel lachte leise auf und zog Colin abermals zu sich. Diesmal küsste er ihn richtig innig und sah ihm dann in die Augen. "Sei nicht so frech, Cat." sagte Gabriel leise und sah dann wieder zu Cat. "Sonst könnte es sein, dass ich Dich noch übers Knie legen muss. So wie ein kleines, ungezogenes Gör." Seine grauen Augen blitzten spöttisch auf.

Caitlean lachte laut und fröhlich. „Das solltest du mal versuchen, es würde dir bestimmt nicht gut bekommen. Ich kann Selbstverteidigung. Und außerdem...Cole braucht das, sonst wird er übermütig..“ setzte sie hinzu.

Colin erwiderte den Kuss...kapieren tat er im Moment aber gar nichts mehr. Was auch nicht unbedingt etwas Neues war, manchmal bekam er die subtile Art von Sarkasmus oder Humor einfach nicht mit. Schließlich fiel doch noch der Groschen und er begann zu grinsen. „Ach so....du meinst, derjenige, der mit dir flirtet, kriegt es automatisch mit mir zu tun.“

"Kannst Du eigentlich Spanisch, Cat?" fragte Gabriel scheinbar gleichmütig und neugierig. Er wusste ja, dass dem nicht so war. Wenn sie es auf die Spitze trieb, dann würde er sie einfach in irgendeinem Kaff aussetzen - für ein paar Stunden.
Gabriel konnte den Groschen richtig fallen sehen und blinzelte unschuldig zu Colin. "Ja mein Schatz. Ich kenn Dich doch."

„Ich reagier nicht bei allen so...nur bei bestimmten Leuten..“ gab Colin zu bedenken und blinzelte unschuldig.
„Außer Englisch, Gälisch und ein paar Brocken Deutsch kann ich leider mit gar nichts dienen...“ sagte Caitlean und sah Gabe bittend an. „Daher bin ich von euch abhängig...denkt bitte dran, bevor ihr mich über Bord schmeißt das ihr das dann alles Oma erklären müsst.“

"Niemand wird über Board geschmissen." erwiderte Gabriel trocken. Na wenn er Cat schon körperlich unterlegen war, konnte er sich so wenigstens helfen. "Willst Du einen Segeltörn machen?" fragte er beiläufig und tätschelte Colins Hand, bevor er die Hand hob und die Kellnerin herbei winkte. Dabei lehnte er sich zu Colin. "Lass Dich nicht provozieren." spöttelte er leise an dessen Ohr.

„Leichter gesagt als getan..“ murmelte Colin. „Aber ich versuchs auf jeden Fall dir zuliebe.“ Er lehnte sich kurz an und setzte sich dann wieder aufrecht hin.
Caitleans Augen begannen zu leuchten. „Segeln? Das würde ich gern einmal, ich war noch nie auf einem Segelboot. Meinst du, wir können das machen?“ fragte sie dann begeistert.

"Danke." murmelte Gabriel zurück und zückte dann die Geldbörse. "Ihr seid eingeladen." meinte er lapidar und beglich die Rechnung ehe er sich wieder an Catlean wandte. "Natürlich. Aber kannst Du auch schwimmen?" zog er Cat auf.

Caitlean bedankte sich und nickte eifrig „Ja sicher doch...Cole und ich waren in den Ferien immer am Meer. Zu Pferd ist es nicht ja sehr weit von zu Hause. Wenn das Wetter mitmachte, waren wir jeden Tag dahin unterwegs und am Abend hat der Stadtjunge dann immer über einen wunden Hintern geklagt, zumindest am Anfang. Aber wenn ich mir das recht überlege....vielleicht lag es nicht nur am reiten“ Die Rothaarige grinste unschuldig und nahm ihre Tasche unter den Arm.

Colin wurde abwechselnd rot und dann blass und hätte seiner Cousine am liebsten den Kopf abgerissen. Aber...er hatte Gabriel versprochen, sich nicht auf die Palme bringen zu lassen. „Höre ich da Neid heraus, Caitlean?“ fragte er mit einem süffisanten Grinsen und erhob sich. „Wir sollten so langsam einchecken.“ Die Rothaarige öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder. Wenn Colin sie bei vollem Namen rief, wusste sie, das sie aufhören sollte.
„Du hast recht....wir sollten einchecken. Auf nach Spanien und vielen Dank, das ihr mich mitnehmt.“ Sagte Cat versöhnlich.

Seine Augen verzogen sich für einen Moment zu schmalen Schlitzen. Langsam fiel Caitlean ihm auf die Nerven. Vielleicht war der Urlaub doch keine so gute Idee. "Ja, lasst uns einchecken." Er sah auf die Uhr. Es war wirklich schon Zeit. Der Dunkelhaarige erhob sich in einer fließenden Bewegung und griff nach Colins Hand um ihn in Richtung Gate zu ziehen.

Colin war dankbar für Gabriels Nähe und lief neben ihm, warf ihm ab und an einen Seitenblick zu. „Das legt sich..“ meinte er leise, als sie am Gate angekommen waren und darauf warteten, bis geöffnet wurde und sie den Flieger besteigen konnten. „Dreimal die Hälfte ihrer frechen Klappe ist Unsicherheit.“ Der Ire lächelte, er hatte deutsch gesprochen, somit war er sicher, das Caitlean nichts verstand.
Die stand auch ganz brav bei den beiden und sah zum Fenster hinaus, beobachtete die ankommenden Flugzeuge und schien ihren eigenen Gedanken nachzuhängen.

"Hoffentlich. Sonst herrscht auf der Finca Mord und Totschlag." prophezeite Gabriel und es konnte durchaus sein, dass er Cat den Hals umdrehen würde.

Plötzlich wurde ihr Flug aufgerufen und das Boarding begann. Gabriel legte seinen Arm um Colin's Schultern und zog ihn zu Cat. "Kommst Du dann, Cat? Die Reise geht weiter." meinte er versöhnlich lächelnd.

„Dann schließen wir uns im Schlafzimmer ein und verlassen es nur noch zum Essen..“ lächelte Cole und schmiegte sich an Gabriel. Auffordernd sah er seine Cousine an. „Komm, Cat...Spaniens Sonne wartet.“
Caitlean wandte den Kopf und lächelte den beiden entgegen. „Ich bin wahnsinnig aufgeregt...ich bin das erste Mal so weit weg von zu Hause.“
Gemeinsam betraten sie das Flugzeug und hatten Glück, sie saßen vorn, was Gabriels Beinfreiheit zugute kam. Cat hatte großzügig den Fensterplatz bekommen und sah während des Starts eifrig hinaus, während Colin Gabes Hand hielt, bis die Maschine in der Luft war.



Natürlich war ihm bei dem Start und bei der Landung wieder schlecht. Er hasste fliegen. Na ja. Anfang und Ende eben. Gabriel kam sich auch nicht doof vor, dass Colin in diesen Situationen immer wieder seine Hand hielt. Er brauchte das eben.
Nach ein paar Stunden Flug setzten sie schließlich auf und Gabriel atmete erleichtert durch. Wenigstens hatte Cat die meiste Zeit die Klappe gehalten und er hatte ein wenig schlafen können.
"So Cat. Und in Spanien, fahr ich mit dem Auto." zog er Cat frech auf und streckte sich mal durch. Er ließ die ganzen Reiselustigen zuerst aussteigen. Er hatte es ja nicht eilig.

Caitlean war während des Fluges ziemlich ruhig gewesen, hatte aus dem Fenster gesehen und hing ihren Gedanken nach. Sie freute sich, das Cole und Gabe sie mitgenommen hatten. Ganz kurz warf sie einen Blick auf ihren Cousin, der neben ihr saß und mit Gabriel sprach. Sie konnte es zwar nicht verstehen, aber es klang sehr liebevoll. Die Rothaarige lächelte...sie liebte ihren Cousin, trotz ihrer Flegelei und sie gönnte ihm das.....na ja ein klein wenig Neid war auch dabei. Sie hätte auch gern einen Partner, der sie so liebte, wie sie war und den sie auch lieben konnte.
Als sie gelandet waren, blieb sie sitzen und beobachtete das Gedrängel, grinste Gabe an. „Nun ja....ich kenn mich hier ja auch nicht aus....da ist es wohl besser wenn du fährst..“ meinte sie, ohne auf die Neckerei einzugehen.

"Und ich werde uns auch ganz sicher und heile ans Ziel bringen." versprach Gabriel und unterdrückte ein Lachen. Es dauerte noch ein wenig, dann konnten auch sie den Flieger verlassen. Zum Glück war der Flughafen klimatisiert, denn in Spanien hatte es ja schon ganz anderen Temperaturen als in Hamburg oder gar in Irland.

Während sie auf das Gepäck warteten, bildete sich ein dünner Schweißfilm auf seiner Stirn. Schon in Hamburg hatte er einen Leihwagen gemietet. Den Jeep der Finca hatte ja Rafe in Verwendung und anders war es eben nicht gegangen.

Colin und Caitlean tauschten einen verstehenden Blick, aber sie schwiegen. Sollte Gabriel fahren...dann konnten sie nach draußen sehen und die Landschaft genießen. Und wenn es ihn glücklich machte, verzichtete Cole heute auch darauf, auf seinen Fahrkünsten zu beharren. Sie hatten Urlaub....also nur keine Kabbeleien.
Das Gepäck machte dem Iren da nun schon wieder mehr Sorgen. Er wusste, das in Spanien die Uhren anders tickten, aber die Angst, sein Koffer könnte am anderen Ende der Welt landen, die konnte der Rothaarige einfach nicht ablegen.
„Puh...“ sagte Cat und blinzelte in die Sonne. „Das ist anderes Wetter als zu Hause. So warm hätte ich es nicht erwartet.“



Gabriel hatte da die Ruhe weg und seine Geduld wurde auch belohnt. Das Gepäck kam über das Förderband angerollt und er hob die Koffer schnell davon runter. "Ich hoffe, den Herrschaften ist ein klimatisierter BMW recht." kommentierte er Cat's plötzlichen Schweißausbruch und fügte dann frech hinzu. "Du darfst Deine Bluse ruhig aufknöpfen. Ich guck schon nicht."

Colin, der eben noch glücklich gegrinst hatte, weil sein Koffer doch nicht auf dem Weg nach Südafrika war, runzelte die Stirn...aber so, das es Gabe nicht sah. Leider sah es Cat und die grinste nun erst recht. „BMW...ist egal.. Hauptsache Klima. Und wenn du meinst..“ Sie begann seelenruhig, ihre Bluse aufzuknöpfen, wusste ja keiner, das sie ein Bikinioberteil darunter trug. „Du kannst ruhig gucken, Gabriel...vielleicht änderst du ja dann deine Meinung“ neckte die Rothaarige und band die losen Enden ihrer Bluse unter der Brust zusammen.

Kaum "zeigte" Cat was sie hatte, brach Gabriel schon in schallendes Gelächter aus und griff kopfschüttelnd nach den Koffern. "So bestimmt nicht, sorry. Ihr seid ein seltsames Paar, wisst ihr das?" Ohne eine Reaktion abzuwarten trabte der großgewachsene Mann durch die Halle. Cole samt Cat würden ihm schon folgen. Wenn sie hier nicht ausgesetzt rumstehen wollten.

Sein Weg führte ihn sofort zu der Autovermittlung und eine junge Frau kümmerte sich um sein Anliegen. Natürlich sprach er mit ihr Spanisch, obgleich sie bestimmt auch Deutsch oder Englisch sprach. Das gehörte bei "Hertz" eben zum Service. Schließlich übergab sie ihm die Schlüssel und Papiere und wies auf den angrenzenden Parkplatz. Bei den Papieren war auch eine Karte, mit der er die Schranke des Parkplatzes passieren konnte.

Caitlean zuckte ungerührt die Schultern, und folgte Gabriel, sie hatte damit keine Probleme. Dafür erntete sie anerkennende Blicke von einigen männlichen Angestellten des Flughafenpersonals und das versöhnte sie. Ihre helle Haut und die Haarfarbe, das machte schon etwas her bei den dunklen Spaniern.
Colin hatte seinen Koffer geschnappt und folgte Gabriel ebenfalls, am liebsten hätte er seiner Cousine den Kopf abgerissen und Gabe hatte auch nicht gerade zu seiner Erheiterung beigetragen. Der Ire hegte die Befürchtung, das es in der Woche noch ganz schön turbulent zugehen würde und das wurmte ihn. Still stand er hinter dem Dunkelhaarigen und wartete, folgte ihm ebenso stumm zum Parkplatz.

Gabriel war ein Gentleman der alten Schule und ließ Caitlean in den Wagen einsteigen. Ein schnittiger BMW. Natürlich verfrachtete er sie auf den Rücksitz. Sie neben sich und Cole auf der Rückbank würde er nicht ertragen.
Dann half er Cole die Koffer im Kofferraum zu verstauen und schloss diesen wieder. "Eine Stunde noch ... dann quält sie jemand anderen." flüsterte er seinem Freund zu und nahm ihn liebevoll in den Arm. "Und wir verdrücken uns irgendwohin, ja?"

Cole wollte ja eigentlich schmollen, aber das schaffte er nicht. „Hm.. sei dir da mal nicht so sicher. Was machen wir wenn Rafe sich verdrückt...oder noch schlimmer, gar nicht da ist?“ Der Ire sah Gabriel leidend an. „Das wäre schlimm....und ich bin nicht seltsam.“ Das musste er dann doch noch loswerden, bevor der Rothaarige seinen Freund küsste. „Aber wir verdrücken uns, egal wie...ich muss mal wieder eine Weile mit dir allein sein, sonst wird ich wegen Mordes verhaftet.“

"Du bist doch nicht seltsam." Gabriel lachte auf. "Ihr pflegt nur einen merkwürdigen Umgang. Rafe und ich hätten uns schon längst den Schädel eingeschlagen." Da es ihm egal war, ob Cat im Auto vor sich hinschwitzte oder nicht, zog er Colin noch ein wenig näher an sich heran und küsste ihn abermals. Seine Zunge umschmeichelte Colins und Gabriels Hand rutschte auf den Hintern seines Freundes. Knetete ihn leicht und drückte ihn fest gegen sich. "Rafe wird da sein. Um diese Zeit hockt er entweder am Pool und liegt irgendwo rum." Da war er sehr zuversichtlich.

Colin öffnete bereitwillig den Mund, das war genau das, was er jetzt brauchte. Er erwiderte den innigen Kuss und seufzte leise, kraulte dem Dunkelhaarigen den Nacken. „Ihr seid auch zwei Männer...“ schnurrte er, als sie den Kuss wieder lösten. „Wenn ich meiner Cousine den Schädel einschlage, kommt das nicht so gut. Obwohl es wahrscheinlich eher umgekehrt der Fall ist....sie ist in Kampfsportarten besser als ich.“ Der Ire schmunzelte und drückte sich noch enger gegen Gabe. „Ich denke, wir sollten uns bald zurückziehen....sehr bald.“



"Wir könnten sie im Meer versenken." murmelte Gabriel trocken und gab Colin noch einen Klapps auf den Hintern. "Lass uns losfahren, Schatz." Gabriel grinste und löste sich dann unwillig von seinem Freund. Bevor er jedoch einstieg lehnte er sich noch einmal an die Autotür und sah über das Dach zu Cole. "Ich bin schon scharf auf Dich." flüsterte er ihm mit aufblitzenden Augen zu und stieg dann ein. "So, Cat. Los gehts." Gabriel wartete, bis auch Cole sich angeschnallt hatte und fuhr dann los.

Mit der Parkkarte kamen sie bequem vom Parkplatz raus und Gabriel lenkte das Auto sicher über die Autobahn und bog dann auf die Landstrasse ab

„Die kommt wieder hoch....nur um uns zu ärgern..“ Cole lachte leise und strich sich ein Hemd glatt. Er folgte Gabriel bis zur Beifahrertür und ein Schauer rieselte angenehm seinen Rücken hinunter. „Hm...ich auch..“ antwortete er rau und stieg ein.
„Seid ihr fertig mit schmusen?“ fragte Cat liebenswürdig und streckte ihre langen Beine von sich. „Ich glaube, ich muss nachher erst mal schwimmen...ein wenig abkühlen..“

Gabriel murmelte was vom Neid der Besitzlosen und trat aufs Gas. "Wir haben einen Pool .... mit Blick aufs Meer." meinte er dann zu Cat in den Rückspiegel. "Aber wenn Du nackt badest, dann sag bitte vorher Bescheid." Ein sehr freches Grinsen huschte über sein schmales Gesicht.

„Tu ich nicht....keine Angst. Ich möchte doch nicht, das ihr einen Schock bekommt....soviel Weiblichkeit auf einen Haufen..“ grinste Caitlean gutmütig. „Außerdem bin ich der Meinung, das ein tolle Verpackung erotischer ist als nackt zu sein. Ich werde euch jeden meiner 5 Bikinis vorführen..“
Cole sah zum Seitenfenster hinaus und verbiss sich das Lachen. Rafe wäre bestimmt begeistert gewesen, wenn Caitlean nackt geschwommen wäre...hässlich war sie ja nicht.

"Danke." Auch Gabriel verbiss sich ein Lachen. Trotzdem zuckten seine Mundwinkel verdächtig. Schließlich bogen sie auf die Privatstrasse zur Finca ein.
Langsam ließ Gabriel den Wagen ausrollen und stellte ihn direkt vor dem Hauseingang ab. "So da wären wir. Ich hoffe, es wird Dir hier gefallen." meinte Gabriel liebenswürdig und hielt Cat dann die Tür auf, damit sie bequem aussteigen konnte.

Caitlean bedankte sich mit einem strahlenden Lächeln, als sie ihre Beine, die übrigens in Shorts steckten, aus dem Wagen schwang und sich dann begeistert umsah. „Wow....das ist ja toll hier. Und das gehört deinen Großeltern, Gabriel?“ fragte sie nochmal nach.
Colin war auch ausgestiegen und streckte sich genüsslich. Es war schön, wieder hier zu sein, der Ire hatte nur die tollsten Erinnerungen an die Finca. „Es gefällt ihr....das sehe ich schon...“ meinte er nur lapidar, als er das Gesicht seiner Cousine betrachtete.

"Naja. Eigentlich gehört es der Familie. Wir teilen es uns." meinte Gabriel, während er die Koffer aus dem Auto hob. Krachend ließ er den Deckel wieder zuknallen. "Ich hoffe doch ... dass es ihr hier gefällt." Gabriel lächelte die Beiden an und ging dann zum Haus. Er drückte die Klinke runter - vorsichtshalber. Na Rafe war wenigstens nicht zu betrunken gewesen, um abzusperren. Gabriel griff in seine Hosentasche und sperrte dann auf.

"So kommt rein." forderte er Cat und Colin mit etwas erhobener Stimme auf. "Und schau Dich ruhig mal um Cat. Ich bring mal den Kram in unser Zimmer und zeig Dir dann eins." Okay, das war eine Lüge, weil er ja nicht wusste wo sich Rafe verkrochen hatte.

Colin schauderte wohlig, als er in die kühle Halle trat und deutete nach vorn. „Da hinten ist ein Schlafzimmer, das Gabe und ich uns immer teilen. Die Küche liegt dort...und das Badezimmer dort drüben“ erklärte er. „Ich zeig es dir...“ Dabei warf er Gabe einen Blick zu, er wollte nicht unbedingt allein mit Cat in Rafe hineinrennen.
Caitlean war beeindruckt und das sah man ihr auch an. Schließlich umarmte sie Cole und lachte begeistert. „Vielen Dank, das ihr mich mitgenommen habt....es ist herrlich hier.“



Bevor Gabriel etwa antworten konnte, tönte eine andere Stimme durch das Haus. Tief, grummelig ... und vor allem verschlafen. Nur mit einer dünnen Seidenshort bekleidet tappste eine jüngere Ausgabe von Gabriel die eindrucksvolle Holztreppe hinunter in die Eingangshalle.

Rafael Reininger war völlig verschlafen, verwuschelt .... irritiert. "Was ist denn hier los?" fragte er mit kleinen Augen auf spanisch und musterte irritiert die Menschen in der Eingangshalle. "Was zum ....?"

Irghs. Rafe zeigte sich ja schon mal von seiner "besten" Seite. Gabriel schaltete schnell um und tat auf mehr als überrascht. "Hallo Rafe. Was machst Du denn hier? Ich dachte Du wärst schon weg?"

"Ich mach meinen wohlverdienten Urlaub." knurrte der jüngere Reininger unwillig zurück. Ah da war ja auch Colin. "Hallo Schwager." grüßte er Colin mit schiefen Grinsen und hob dabei die Hand. Dann ging sein Blick zu Caitlean und blieb an ihr kleben. Holla. Wer war das denn? Fragend sah er zu Gabriel. "Wer ist das?" fragte er wieder auf Spanisch.